Der Verkauf von Software-Keys der Firma Microsoft ohne zugehörige Nutzungslizenz kommt seit einiger Zeit ein deutsches Unternehmen teuer zu stehen. Bereits 2019 wurde bekannt, dass ein vorgeblicher Lizenzhändler eben gerade keine Lizenzen mit verkauft hat. Stattdessen erhielten Kunden unter anderem bei Edeka Product-Keys für Microsoft-Anwendungen ohne Nutzungslizenz. Jetzt meldet der Händler Insolvenz beim Amtsgericht in Köln an.

 

Windows 10

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Mit dem Weiterverkauf nicht oder nur begrenzt lizensierter Product-Keys von Microsoft hat sich ein Kölner Unternehmen ordentlich Ärger eingehandelt. Nachdem 2019 bekannt wurde, dass Aktivierungscodes für Programme wie Windows oder die Microsoft Office Suite ohne Nutzungslizenz angeboten wurden, erhob der Softwarehersteller Klage. Nun hat der deutsche Anbieter, die Lizengo GmbH & Co. KG, Insolvenz angemeldet und spürt damit die Folgen ihrer mindestens fragwürdigen Geschäftspraktik.

Zu günstig um wahr zu sein: Windows-Klage bringt Lizengo unter Druck

Wie aus der öffentlichen Bekanntmachung des Kölner Amtsgerichts hervorgeht, wurde bereits ein Insolvenzverwalter eingesetzt. Lizengo kann somit nur noch mit dessen Einverständnis über das noch bestehende Firmenvermögen verfügen. Bereits im August durchsuchte die Staatsanwaltschaft Köln Geschäftsräume und private Büros der Unternehmensleitung. Zuvor hatte Microsoft Anzeige gestellt: Lizengo wird gewerblicher Betrug vorgeworfen.

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Was die Insolvenz von Lizengo für Kunden bedeutet

Ob die Verkaufspraktiken von Lizengo illegal sind, muss noch geklärt werden. Kunden drohen zumindest keine zu erwartenden rechtlichen Konsequenzen. Denkbar ist jedoch, dass Microsoft lizenzfreie Installationen unterbindet, wenn sie auffallen. Das könnte etwa passieren, wenn der Code zu einer Volumenlizenz á 50 Nutzungen öfter als 50 Mal verwendet wird. Das Unternehmen hatte solche ungenutzten Lizenzen günstig aufgekauft, um sie dann einzeln weiter zu verkaufen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte nur bei seriösen Händlern kaufen. Genau das war jedoch ein Problem bei Lizengo, denn lange Zeit schien deren Geschäftsmodell selbst für Microsoft in Ordnung. Eine Möglichkeit: Word, Excel, PowerPoint und Co. besser direkt beim Hersteller kaufen. Hier müssen Kunden jedoch oft einen deutlich höheren Preis in Kauf nehmen, als es bei Edeka der Fall war. Die Einzelhandelskette hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe die Zusammenarbeit mit Lizengo eingestellt.

Unterdessen ist die Webseite des Lizenzhändlers seit Anfang November nicht erreichbar, als Grund wird „eine größere interne Systemumstellung“ genannt – aus Sicherheitsgründen.