Es ist schon eine mittelschwere Sensation: Schwedische Köttbullar – vielen Deutschen in erster Linie bekannt aus dem Ikea-Restaurant – sind offenbar gar nicht schwedisch. Bei Ikea nimmt man es gelassen und reagiert mit einem genialen Einfall.

Die Wahrheit über Köttbullar: Türkische Spezialität als schwedisches Nationalgericht

Es gibt nur eine Hand voll so ikonischer Produkte, dass sie den Hersteller praktisch überflügeln. Ein solches sind bei Ikea neben Billy-Regal und dem inzwischen eingestampften Ikea-Katalog vor allem die Köttbullar – kaum ein Besuch im Möbelhaus ist vorstellbar ohne die Fleischbällchen. Warum es gerade die immer bei Ikea zu kaufen gibt, liegt auf der Hand, schließlich sind sie schwedisches Nationalgericht. Das weiß auch hierzulande jedes Kind – oder?

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Denn bereits vor einiger Zeit gab es zu dieser Annahme Gegenwind, noch dazu von hochoffizieller Seite: Das Svenska institutet hat via Twitter erklärt, dass das bekannte Gericht ursprünglich vom schwedischen König Karl XII. im frühen 18. Jahrhundert importiert wurde – und zwar aus der Türkei, wie Basicthinking berichtet. Das Institut wurde von der schwedischen Regierung gegründet und ist zuständig für die Repräsentation von Land und Kultur im Ausland, ähnlich dem Goethe-Institut für Deutschland.

Auf den zweiten Blick ist die Migrationsgeschichte der Fleischbällchen auch gar keine so große Überraschung: Lässt man sich nicht nur die Köttbullar auf der Zunge zergehen, sondern auch deren Namen, wird schnell klar, die schwedischen Köttbullar dürften auch etymologisch gesehen wohl auf die türkischen Köfte zurückgehen.

Ikea reagiert mit echt schwedischen Fleischbällchen – ohne Fleisch

Ikea hat nun zugegeben, dass auch die Hackbällchen des Möbelhauses streng genommen keine schwedische Erfindung waren – zumindest bisher. Denn gleichzeitig kündigt man an, nun 100-prozentig schwedische Köttbullar ins Sortiment aufzunehmen. Die sollen pflanzenbasiert sein und wurden von Ikea-Küchenchef Alex Magnusson kreiert.

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Mit den Köttbullar aus dem 21. Jahrhundert wolle man neue Fakten schaffen, schreibt das Unternehmen ebenfalls bei Twitter im Bezug auf die „Enthüllung“ seitens der schwedischen Behörden. Die fleischlosen Köttbullar sollen übrigens in Textur und Geschmack dem Original entsprechen. Da darf man auf den ersten Ikea-Besuch nach dem Lockdown gespannt sein. Bis dahin will man an den Lieferzeiten arbeiten.