Trump auf Konfrontationskurs: Apple im Visier des US-Präsidenten

Holger Eilhard

Wieder einmal versucht US-Präsident Donald Trump den iPhone-Hersteller öffentlich via Twitter unter Druck zu setzen. Im Gegensatz zu diversen Meldungen der vergangenen Monate, geht es diesmal allerdings nicht um Apples Situation im Handelsstreit mit China.

Terrorangriff in Florida: Apple soll Smartphones des Attentäters entsperren

Anstelle der in der vergangenen Zeit üblichen Streitigkeiten zwischen den USA und China über Strafzölle, die auch Apple betreffen könnte, geht es diesmal um den mittlerweile als Terrorismus eingestuften Fall in Pensacola, Florida. Am 6. Dezember 2019 tötete der saudische Offizier Mohammed Saeed Alshamrani drei Personen und verletzte 8 weitere, bevor er von der Polizei erschossen wurde. In den folgenden Tagen verlangte das FBI daraufhin von Apple die Zusammenarbeit, um an die Daten des Schützen zu gelangen. Darunter befinden sich laut der New York Times neben den iCloud-Daten auch zwei iPhones – ein iPhone 5 und ein iPhone 7. Genau diese beiden Smartphones sind nun aufgrund der aktivierten Passwortsperre wieder einmal Grund für den Streit zwischen den Behörden und dem iPhone-Hersteller aus Kalifornien.

Am Montag, den 13. Januar 2020 sagte US-Justizminister William Barr, dass man Apple darum gebeten habe, die beiden iPhones zu entsperren. Gleichzeitig sagte er, dass das Unternehmen bislang jedoch keine „substanzielle Hilfe“ gegeben habe.

In einer Reaktion am selben Abend widersprach Apple dieser Darstellung. Man habe bereits wenige Stunden nach der ersten Anfrage am 6. Dezember dem FBI ein „breites Spektrum an Informationen“ übergeben. Eine weitere Zusammenarbeit mit den Behörden folgte auch vom 7. bis 14. Dezember, nachdem man sechs weitere Anfragen erhalten und beantwortet habe. Des Weiteren habe man erst am 6. Januar über das Vorhandensein eines zweiten iPhones erfahren.

Diesbezüglich wiederholte Apple außerdem, dass es keine Hintertüren gibt, die nur für die „gute Seite“ gelten. „Diese Backdoors können auch von denen ausgenutzt werden, die die nationale Sicherheit und Sicherheit der eigenen Kunden gefährden“, so Apple weiter.

Eine Hintertür könnte auch die Sicherheit des iPhone 11 – hier unser Hands-On – beeinflussen:

Das iPhone 11 im Hands-On.

Donald Trump: Apple soll iPhones entsperren

Der Streit zwischen den US-Behörden und Apple eskalierte in den vergangenen Stunden, nachdem auch US-Präsident Trump auf Twitter auf die Problematik hingewiesen hatte.

„Man helfe Apple die ganze Zeit beim Handel und vielen anderen Problemen, und dennoch lehnen sie es ab, Smartphones zu entsperren“, so Trump. Apple müsse nun seinerseits dem Land helfen.

Entsperrte iPhones: Erinnerungen an den FBI-Streit im Jahr 2016

Die aktuelle Situation erinnert an den Streit zwischen dem FBI und Apple im Jahr 2016, als es um ein iPhone des Attentäters in San Bernardino ging. Auch in diesem Fall weigerte sich Apple, allen voran CEO Tim Cook, eine Hintertür für das iPhone zu entwickeln, um es zu entsperren. Dem FBI gelang genau dies wenig später jedoch auch ohne die direkte Hilfe des Unternehmens. Laut einem aktuellen Bericht der New York Times war Tim Cook damals sogar bereit zu kündigen, wenn der Apple-Vorstand seiner Position nicht zugestimmt hätte.

Aufgrund des Alters der beiden iPhones soll dies laut Sicherheitsexperten auch im aktuellen Fall kein Problem sein. So sagte Will Strafach gegenüber Bloomberg, das dies „nicht super schwierig“ sei. Apple müsse für diesen Fall keine Hintertür entwickeln. Diverse Sicherheitsunternehmen bieten bereits Lösungen an, um die älteren Geräte entsperren zu können.

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