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Android 11: Release, neue Funktionen & kompatible Smartphones

Robert Schanze 4

Google nennt Android 11 offiziell nun nicht mehr „Android R“ – der Buchstabe und die Süßigkeit fallen also weg. Eine Entwickler-Version von Android 11 wurde schon veröffentlicht, und wir haben sie uns angeschaut. Wann Android 11 kommt, welche Funktionen wir erwarten und welche Geräte das Update vermutlich erhalten, zeigen wir euch hier auf GIGA.

Inhalt:

Release: Wann kommt Android 11?

Schaut man sich die vergangenen Release-Zyklen an, kommt Android 11 wahrscheinlich im August bis Oktober 2020. Bislang existiert nur eine funktionsfähige Entwickler-Version von Android 11.

Die Evolution von Android.

Android 11: Diese neuen Funktionen kommen

Die erste Entwickler-Version von Android 11 wurde veröffentlicht. Besonders beim Datenschutz hat Google offensichtlich Änderungen vorgenommen. Folgende neue Funktionen soll es später in der Release-Version geben. Darunter folgt unsere Deutsche Übersetzung.

1. Berechtigungsmanager und „Einmal-Berechtigungen“ für Apps

In Android 11 gibt es in den Einstellungen einen neuen Menüpunkt namens „Datenschutz“ > „Berechtigungsmanager“. Hier könnt ihr sehen, welche Apps, welche Berechtigungen auf eurem Smartphone haben. In Android 9.0 beispielsweise musste man dafür nach „Einstellungen“ > „App & Berechtigungen“ > „[Entsprechende App antippen]“ > „Berechtigungen“. Man musste also die Berechtigungen jeder App einzeln öffnen, um sie vergleichen zu können. Mit dem neuen „Berechtigungsmanager“ sieht man deutlich schneller, welche App was darf.

Außerdem: Wenn in Android 11 eine App eine Berechtigung anfordert, die den Ort, das Mikrophone oder die Kamera betrifft, können Nutzer der App nur eine einmalig Nutzung dieser Funktionen erlauben („Einmal-Berechtigung“). Es gibt dann eine Option wie „Nur dieses Mal“. Solange die App einen Vordergrund-Dienst ausführt oder selbst noch im Vordergrund ausgeführt wird, muss die Berechtigung nicht erneut erteilt werden. Wurde die App aber in den Hintergrund minimiert, würde die Abfrage zu den Berechtigungen erneut gestellt werden.

Gleichzeitig schränkt Android 11 die wiederholte Abfrage von Berechtigungen ein: Tippt ein Nutzer bei der Abfrage einer bestimmten Berechtigung zweimal auf „Nein“, wird nach dieser Berechtigung nicht mehr gefragt. Das ändert sich erst nach einer De- und Neuinstallation der App.

2. Hintergrund-Zugriff auf den Standort eingeschränkt

In Android 11 können Nutzer ihren Apps keine Hintergrund-Positionsortung mehr durch eine In-App-Abfrage gewähren, wie im folgenden Bild gezeigt:

Allerdings scheint es nicht völlig ausgeschlossen, dass eine App die ständige Hintergrund-Ortung erlaubt bekommt, da es im zugehörigen Android-11-Bericht weiter heißt (übersetzt):

„Wenn für eine App, die Hintergrund-Ortung erforderlich ist, z. B. bei der Implementierung von Geofencing, stellen Sie [als Entwickler] sicher, dass diese für die App-Funktionalität von entscheidender Bedeutung ist, dem Benutzer klare Vorteile bietet und auf eine für ihn offensichtliche Weise erfolgt. Die spezifischen Schritte zum Anfordern des Hintergrundorts hängen von der SDK-Zielversion Ihrer App ab.“

3. Weitere Speicher-Berechtigungen – „Scoped Storage“ (Begrenzter Speicherzugriff)

Die Android-Berechtigung „Speicher“ wird in „Dateien & Medien“ umbenannt und Nutzer sehen entsprechend eine andere Berechtigungsabfrage. Falls der App der Zugriff auf „Dateien & Medien“ durch den Nutzer erlaubt wird, wird die App im Menüpunkt „Einstellungen“ > „Datenschutz“ > „Berechtigungsmanager“ > „Dateien und Medien“ unter „für alle Dateitypen erlaubt“ aufgelistet.

Der ursprüngliche Hintergedanke dazu war Folgender: Apps sollen nur noch auf bestimmte Dateien zugreifen dürfen. Das heißt, wenn ihr eine Kamera-App installiert, wird diese nur noch auf den Ordner zugreifen können, in dem die Bilder gespeichert werden sollen. Wird auf weitere Dateien zugegriffen, geschieht das nur in einer Sandbox – also einer isolierten Umgebung, wo nicht auf App-fremde Inhalte zugegriffen werden kann. Damit soll verhindert werden, dass Apps mit Speicherzugriff auf den gesamten Speicher zugreifen, obwohl das nicht für die Ausübung ihrer Funktion nötig ist.

Ausnahmen wären aber beispielsweise Datei-Manager-Apps wie Solid Explorer, da diese auf alle Dateien zugreifen müssen, um ihre Funktion als Datei-Manager zu erfüllen. Ursprünglich war „Scoped Storage“ bereits für Android 10 geplant, wie ihr im unteren YouTube-Video seht. Nun wird es vermutlich mit Android 11 eingeführt.

4. Bilder als Schnell-Antworten einfügen

In Android 11 sollen Nutzer in Schnell-Antworten auch Bilder oder andere Rich-Media-Inhalte einfügen können. Bislang hatte man nur die Option zu antworten (Reply) oder zu archivieren (Archive):

5. Elektronische Identifizierung in Android selbst

Die Webseite mobilfip vermutete, dass die neuen Snapdragon-Prozessoren 865 und 765 in Kombination mit Android 11 die sogenannten „Android Identity Credential APIs“ unterstützen. Darüber ließe sich beispielsweise eine elektronische ID wie ein Führerschein oder ein Pass in Android selbst hinterlegen. Hier wird nun offiziell ganz kurz erwähnt, dass Android 11 Identifizierungsdokumente speichern und abrufen kann, etwa die „ISO 18013-5 compliant Mobile Driving“-Lizenzen.

6. 5G- und Bluetooth-Verbesserungen

Android 11 unterstützt 5G-Geschwindigkeiten. Wenn der entsprechende Smartphone-Hersteller die nötige Hardware verbaut und euer Mobilfunkanbieter auch 5G unterstützt, habt ihr also 5G.

Außerdem haben Nutzer des XDA-Developers-Forum herausgefunden, dass Android 11 wohl anders mit Bluetooth-Verbindungen umgeht. Hörte man beispielsweise über Bluetooth Musik, war es bislang so, dass Android die Verbindung unterbrochen hat, sobald man den Flugzeugmodus aktivierte. Android 11 hingegen soll erkennen, welche Bluetooth-Verbindung noch genutzt wird und lässt diese aktiv, wenn der Flugzeugmodus gestartet wird.

7. Deinstallierbare System-Updates

Es ist schon öfter vorgekommen, dass ein Android-Update eines Herstellers eine Smartphone-Funktion zerschossen hat. Google möchten nun folgendes Szenario umsetzen:

  • Nutzen können ein neues System-Update zunächst „auf Probe testen“.
  • Wenn alles wie geplant funktioniert, kann der Nutzer das Update dauerhaft installieren.
  • Falls nicht, lässt sich das Update mit dem nächsten System-Neustart wieder deinstallieren.

Soll soll verhindert werden, dass Nutzer nach der Installation eines fehlerhaften Updates auf ein Update warten müssen, das den Fehler wieder behebt oder gar ihr Handy auf Werkseinstellungen zurücksetzen müssen. Damit das funktioniert, müssten allerdings die anderen Smartphone-Hersteller hierfür mitmachen. Basis dieser neuen Updates sollen die mit Android 10 eingeführten „Dynamic System Updates“ sein, die Google diesbezüglich weiter ausbauen möchte. Ob die Smartphone-Hersteller hierbei mit Android 11 so schnell mitziehen, ist aber fraglich.

Diese Smartphones werden am meisten gekauft:

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Top-10-Handys: Die aktuell beliebtesten Android-Smartphones in Deutschland.

Welche Geräte erhalten Android 11?

Wie immer, erhalten Googles Pixel-Geräte das neue Update zuerst. Folgende Geräte sind bestätigt:

Google

  • Google Pixel 4
  • Google Pixel 4 XL
  • Google Pixel 3a
  • Google Pixel 3a XL
  • Google Pixel 3
  • Google Pixel 3 XL
  • Google Pixel 2
  • Google Pixel 2 XL

Honor

  • Honor 20 (vermutlich)
  • Honor 20 Pro (vermutlich)
  • Honor 9X (vermutlich)
  • Honor 9X Pro (vermutlich)
  • Honor View 30 (vermutlich)
  • Honor View 30 Pro (vermutlich)

Huwaei

  • Huawei P30 (vermutlich)
  • Huawei P30 Pro (vermutlich)
  • Huawei Mate 30 (vermutlich)
  • ​Huawei Mate 30 Pro (vermutlich)

Hier seht ihr die 10 beliebtesten Android-Apps der Deutschen:

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Top 10: Die aktuell beliebtesten Android-Apps in Deutschland.

Nokia

Gemäß Nokias Update-Garantie bekommen die Android-One-Modelle Android 11:

  • ​Nokia 9 PureView​​
  • ​Nokia 8.1
  • Nokia 7.2​
  • Nokia 7.1
  • Nokia 6.2
  • Nokia 4.2
  • Nokia 3.2
  • Nokia 1 Plus

OnePlus

OnePlus glänzte in der Vergangenheit mit schnellen Updates. 2 Jahre gibt es regulären Update-Support. Folgende Geräte erhalten demnach Android 11:

  • OnePlus 8
  • OnePlus 8 Pro
  • OnePlus 7
  • OnePlus 7 Pro
  • OnePlus 7T​
  • OnePlus 7T Pro

Samsung

  • Samsung Galaxy S20 Ultra (vermutlich)
  • Samsung Galaxy S20 Plus (vermutlich)
  • Samsung Galaxy S20 (vermutlich)
  • Samsung Galaxy Fold 5G (vermutlich)
  • Samsung Galaxy S10 5G (vermutlich)
  • Samsung Galaxy S10 (vermutlich)
  • Samsung Galaxy S10+ (vermutlich)
  • Samsung Galaxy S10e (vermutlich)
  • Samsung Galaxy Note 10 (vermutlich)
  • Samsung Galaxy Note 10+ (vermutlich)
  • Samsung Galaxy A80 (vermutlich)
  • Samsung Galaxy A70 (vermutlich)
  • Samsung Galaxy A50 (vermutlich)

Sony

Sony hat für seine High-End-Smartphones eine Update-Garantie. Demnach erhalten folgende Modelle wohl das Update:

  • Sony Xperia 10 II (vermutlich)
  • Sony Xperia 5​ (vermutlich)
  • Sony Xperia 1​ II (vermutlich)
  • Sony Xperia 1​ (vermutlich)

Xiaomi

  • Xiaomi Redmi Note 8 Pro (vermutlich)
  • Xiaomi Mi Note 10 (vermutlich)
  • Xiaomi Mi Note 10 Pro (vermutlich)
  • Xiaomi Mi 10 (vermutlich)
  • Xiaomi Mi 10 Pro (vermutlich)
  • Xiaomi Mi 9 (vermutlich)
  • ​Xiaomi Mi 9T​ Pro​ (vermutlich)

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