Roaming-Gebühren: Was ist das? Kosten, Ausnahmen & weitere Tipps

Thomas Kolkmann

Was ist eigentlich Roaming? Eine Frage die vor allem Leute interessieren dürfte, die ihr Handy im Ausland nicht wegen der Angst vor hohen Gebühren ausgeschaltet im Hotel-Zimmer zurücklassen wollen. Auf GIGA erfahrt ihr alles Wissenswerte über Roaming: Wie es funktioniert, wo Kosten(-fallen) auf euch warten und was sich mit der EU-Verordnung 2017 geändert hat.Nicht

Was ist Telefon-Roaming? Leicht verständlich erklärt

Das Wort „Roaming“ stammt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt „herumstreifen“ oder „umherwandern“. Im Zusammenhang mit Handys bedeutet erklärt sich das wie folgt: Wenn kein Funkmasten des eigenen Anbieters in der Nähe ist, verbindet sich das Gerät mit dem Funknetz eines Fremdbetreibers. Auf Reisen wählt sich das Mobilgerät also in ein ausländisches Mobilfunknetz ein, damit ihr weiterhin erreichbar seid.

Wer im Ausland mit dem Handy oder Smartphone telefoniert, nutzt automatisch Roaming, da hier ein anderes Funknetz zum Einsatz kommt. Bis 2017 war Roaming auch schon in den Nachbarländern kostenpflichtig. Mittlerweile ist Roaming innerhalb der EU kostenlos: Allerdings gibt es immer noch einige Unklarheiten und versteckte Kostenfallen.

Hinweis: Ein verwandter Begriff zu Roaming ist „Handover“ oder „Cell Change„, diese haben mit dem eigentlichen Roaming aber nichts zu tun. Damit ist gemeint, dass das Telefon an einem neuen Funkmast registriert wird. Das passiert jedoch auch im Inland immer dann, wenn man sich mit dem Handy bewegt. Ziel des Handovers ist es, immer den bestmöglichen Empfang zu bieten und eine stabile Verbindung aufrecht zu halten.

Roaming funktioniert in der Regel automatisch: Sobald ihr euch im Ausland befindet, erhaltet ihr eine Benachrichtigung vom Betreiber, der euch in einer kurzen Mitteilung über die neuen Tarife und über den Namen des Roaming-Betriebers informiert.

Ähnlich funktioniert es mit dem Daten-Roaming, damit ihr auch das mobile Internet (Browser, WhatsApp, Skype etc.) nutzen könnt. Auch hier wählt man sich über das Netz eines Drittanbieters ein und zahlt dafür höhere Gebühren. Bei Android-Smartphones und iPhones kann das Daten-Roaming separat deaktiviert werden.

Keine Roaming-Gebühren innerhalb der EU-Länder

Innerhalb der EU gibt es seit Mitte 2017 keine Roaming-Gebühren mehr. Hierbei muss man jedoch beachten, dass nicht alle Länder Europas auch der Europäischen Union angehören. Dazu gibt es einige Nicht-EU-Länder, die trotzdem die EU-Roamingverordnung unterstützten.

Kostenloses Roaming gilt in:

  • den 28 Mitgliedstaaten der EU: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich, Zypern
  • zugehörigen Inseln und Überseegebiete: Kanarische Inseln (Spanien), Madeira und Azoren (Portugal), Französisch-Guayana, Guadeloupe, Martinique, Mayotte, Réunion, Saint-Martin und Saint-Barthélemy (Frankreich)
  • den folgenden EFTA-Mitgliedstaaten: Island, Liechtenstein, Norwegen

EU-Roamingverordnung gilt nicht in:

  • Andorra
  • Färöer-Inseln
  • Kanalinseln
  • Isle of Man
  • Monaco
  • Schweiz
  • San Marino
  • Vatikanstadt

Brexit: Wackelkandidat Großbritannien

Aktuell ist das Vereinigte Königreich noch ein Teil der EU. Sollte der Brexit beschlossen werden, soll dies aber nicht bedeuten, dass sofort wieder Roaming-Gebühren beim England-Urlaub anfallen. Alle Infos dazu: EU-Roaming in England – auch nach dem Brexit keine Gebühren?

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Gelten die EU-Regeln für alle Veträge & welche Ausnahmen gibt es?

Die Roaming-Verordnung der EU gilt grundsätzlich für alle Verträge, egal, wann und bei welchem Betreiber sie abgeschlossen wurden und ob ihr Prepaid- oder Vertragskunde seid.

Auf Schiffen oder in Flugzeugen könnt ihr das EU-Roaming in der Regel nicht nutzen, da hier eine Verbindung per Satellit hergestellt wird. Die neue Verordnung greift aber nur bei Verbindungen in terrestrischen Netzen. Sollte sich das Schiff oder Flugzeug zu weit von den Funkmasten auf dem Festland entfernen, verbindet sich euer Gerät mit dem Mobilfunknetz des Transportmittels, was unter Umständen sehr teuer für euch Enden kann. Um unnötige Kosten zu vermeiden, solltet ihr euer Gerät deswegen unbedingt in den Flugmodus schalten oder komplett abschalten.

Roaming-Kosten im Nicht-EU-Ausland

Im Unterschied zur Europäischen Union fallen im Nicht-EU-Ausland weiterhin Roaming-Gebühren an. Die Kosten um Handys oder Smartphones im Ausland zu nutzen, sind von Anbieter zu Anbieter verschieden. Weitere Details zu den verschiedenen Netzbetreibern und mehr Tipps findet ihr in den verlinkten Beiträgen:

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