Roaming 2017: Gebühren, Tarife und Ausnahmen

Selim Baykara

Was ist Roaming? Eine Frage die vor allem Leute interessieren dürfte, die im Ausland per Handy telefonieren und dafür nicht ihr eigenes Netz verwenden. In diesem Artikel erfahrt ihr alles über Roaming: Wie ihr es nutzt, wie hoch die Kosten sind und was sich mit der neuen EU-Verordnung 2017 geändert hat. Außerdem findet ihr eine Vergleichstabelle der verschiedenen Anbieter.

Schaut euch im Video an, in welchem Netz ihr mit eurem Smartphone eigentlich unterwegs seid:

Deutsche Mobilfunknetze.

Mit O2 günstig im Ausland telefonieren *

Roaming ist ursprünglich ein englisches Wort und bedeutet eigentlich herumstreifen oder umherwandern. Im Zusammenhang mit Handys heißt es, dass ein Nutzer sich nicht über den eigenen Anbieter ins Funknetz einwählt, sondern über die Funkmasten eines Fremdbetreibers telefoniert. Konkret heißt das: Beim Roaming wählt ihr euch mit dem Mobilgerät beziehungsweise der Sim-Karte in ein ausländisches Mobilfunknetz ein.

Was ist Telefon-Roaming? Leicht verständlich erklärt

Wer im Ausland mit dem Handy oder Smartphone telefoniert, nutzt automatisch Roaming, da hier ein anderes Funknetz zum Einsatz kommt. Bis 2017 war Roaming noch kostenpflichtig, da je nach Netzbetreiber Gebühren für die Nutzung ausländischer Netze anfielen. Seit Mitte des Jahres hat sich das geändert. Roaming ist innerhalb der EU kostenlos: Allerdings gibt es immer noch einige Unklarheiten und versteckte Kostenfallen. Wir erklären, worauf ihr beim Roaming achten müsst.

Hinweis: Ein verwandter Begriff zu Roaming ist „Handover“ oder „Cell Change“  Damit ist gemeint, dass das Telefon an einem neuen Funkmast registriert wird: Das passiert immer dann, wenn man sich mit dem Handy bewegt und hat nichts mit Roaming zu tun. Ziel des Handover ist ein stabiler Empfang durch flächendeckende Netzabdeckung.

Roaming-Gebühren 2017: Kostenlos innerhalb der EU

Die neuen Roaming-Regeln der EU gelten in allen 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen weil diese Länder zum Europäischen Wirtschaftsraum zählen. Ausgenommen davon sind:

  • Andorra
  • San Marino
  • Monaco
  •  Schweiz

Diese vier Staaten sind nicht Teil der EU. Wenn ihr euch dort aufhaltet, könnt ihr euch aber in das Mobilfunknetz eines benachbarten EU-Staates einbuchen, um die EU-Konditionen zu nutzen.

Gelten die EU-Regeln für alle Veträge?

Die Roaming-Verordnung der EU gilt grundsätzlich für alle Verträge, egal, wann und bei welchem Betreiber sie abgeschlossen wurden und ob ihr Prepaid oder über einen normalen Monatstarif  abgerechnet werdet. Einige Betreiber bieten aber immer noch sogenannte EU-Flatrates an – damit sollten die Kosten für das Roaming gegen eine geringe Gebühr entfallen. Mit der neuen Regel sind diese EU-Flatrate eigentlich überflüssig, sie werden aber teilweise immer noch angeboten. Checkt deshalb sicherheitshalber euren Vertrag und kündigt die Zusatz-Option sofern ihr sie gebucht habt.

Welche Ausnahmen gibt es?

Auf Schiffen oder in Flugzeugen könnt ihr das EU-Roaming in der Regel nicht nutzen, da hier eine Verbindung per Satellit hergestellt wird. Die neue Verordnung greift aber nur bei Verbindungen in terrestrischen Netzen. Haltet ihr euch auf einem Flughafen, in Seehafen oder in Küstennähe auf, könnt ihr aber auch an Bord eines Flugzeugs oder Schiffs versuchen, das normale Mobilfunknetz zu nutzen. Passt aber gut auf: Wenn sich euer Handy mit dem Betreiber-Netz des jeweiligen Verkehrsmittels verbindet, kann es unter Umstände sehr teuer werden.

Im Video: Tricksen Anbieter bei den neuen Roaming-Gebühren?

Roaming-Kosten der Netzbetreiber im Ausland

Im Unterschied zur Europäischen Union fallen im Nicht-EU-Ausland weiterhin Roaming-Gebühren an. Die Kosten um Handys oder Smartphones im Ausland zu nutzen, sind von Anbieter zu Anbieter verschieden - in der folgenden Liste haben wir einige der bekanntesten Netzbetreiber für euch zusammengestellt. Klickt einfach auf den Anbieter, um zum Artikel mit den Gebühren-Infos zu gelangen, dahinter geht’s direkt zum jeweiligen Auslands-Tarif.

So funktioniert Roaming und Daten-Roaming

Roaming funktioniert in der Regel automatisch: Sobald ihr euch im Ausland befindet, erhaltet ihr eine Benachrichtigung vom Betreiber, der euch in einer kurzen Mitteilung über die neuen Tarife und über den Namen des Roaming-Betriebers informiert. Alternativ schaltet sich das Handy ein, um den nächstbesten Funkmast zu suchen und und anhand einer bevorzugten Prioritätenliste einen Betreiber auszuwählen.

Ähnlich funktioniert es mit dem Daten-Roaming, also dem Nutzen einer Internetverbindung über das Mobilfunknetz eines Fremdbetreiber (z.B. um WhatsApp im Ausland zu benutzen). Auch hier wählt man sich über das Netz eines Drittanbieters ein und zahlt dafür höhere Gebühren. Bei Android-Smartphones und iPhones muss das Daten-Roaming allerdings erst eingeschaltet werden.

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