Snoppa Atom im Test: Lohnt sich der Smartphone-Gimbal?

Sebastian Trepesch 1

Egal, ob die Smartphone-Kamera erste Sahne oder nur Mittelklasse ist – der störendste Fehler ist meist die Stabilisierung: Ein verwackeltes Video taugt einfach nichts. Ein Gimbal, also eine aktiv stabilisierende Handy-Halterung schafft Abhilfe. Ist der Snoppa Atom zu empfehlen? Wir haben den Crowdfunding-Renner getestet.

Snoppa Atom im Test: Lohnt sich der Smartphone-Gimbal?

Der Snoppa Atom hat es vom Crowd-finanzierten Indiegogo-Projekt zur Massenfertigung geschafft. Die Unterstützer hat er einerseits durch die kompakten Abmessungen gewonnen (die Entwickler sprechen vom kleinsten 3-Achsen-Gimbal für Smartphones). Andererseits bietet er in einer vernünftigen Preisklasse viele interessante Funktionen. Und was leistet er?

Snoppa Atom im Test: Unser Testurteil

Griffige, hochwertige Hardware, viele Funktionen – damit glänzt der Atom, der Gimbal von Snoppa. Leider kann er in der Praxis nicht überzeugen: Stabilisierung und Bildqualität sind nicht gut genug, die Fehler sind zu zahlreich. Trotz der guten Ideen und Funktionen im Atom können wir keine Empfehlung aussprechen.

Snoppa Atom im Test: Wertung

  • Bildstabilisierung: 40 Prozent
  • Hardware & Funktionen: 80 Prozent
  • Handhabung & Praxis: 10 Prozent

Gesamt: 43 Prozent

Den Snoppa Atom gibt es in den Farben Schwarz und Rosa. Er kostet .

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Im folgenden Video zeigen wir unkommentiert Testaufnahmen: Zunächst vom iPhone 8 Plus ohne Gimbal, dann den selben Fußweg mit dem Snoppa Atom. Es folgen Schwenks mit dem Gimbal, die App mit den Einstellungen und zum Schluss zwei Aufnahmen mit dem Google Pixel 3 – inklusive der spontane Selbstabschaltung:

Testaufnahmen mit dem Snoppa Atom.

Das hat uns am Snoppa Atom gut gefallen

  • Der Gimbal ist zusammenfaltbar, damit vergleichsweise klein und das Gewicht moderat. Wunderbar also auch für Rucksacktouren, bei denen man auf das Gewicht achtet.
  • Die Verarbeitung ist sehr gut, der Gimbal lässt sich gut halten.
  • Die Hardware glänzt mit sinnvollen Funktionen. Beispiele: In der Halterung ist ein Wireless Charger integriert, der ein Qi-kompatibles Smartphone (Galaxy S9, iPhone 8 etc.) aufladen kann. Der verbaute Akku ist immerhin 2000 mAh groß. Zwei Buttons lassen sich mit Funktionen frei belegen. Zudem gibt es einen Stativ- und Mikrofonanschluss.
  • Die notwendigen Kabel liegen genauso bei wie ein Mini-Stativ.
  • Die englischsprachige App, über die man filmt, fotografiert und Einstellungen vornimmt, bietet Aufnahmemodi wie Zeitraffer, Zeitlupe, Objekt-Verfolgung, aber auch Fotos mit Langzeitbelichtung und Panorama. So kann man den Gimbal auf ein Stativ stellen und vor die Kamera gehen – der Atom schwenkt mit.

Das hat uns an dem Gimbal nicht so gut gefallen

  • Oft versagte der Atom plötzlich seinen Dienst, das Smartphone hing dann einfach herunter (siehe auch Ende des Testvideos). Nach einem Firmware-Update scheint sich dieses Problem unter iOS gebessert zu haben. Bis dahin kostete uns der Gimbal viele Nerven, die Verwendung machte keinen Spaß. Mit dem Pixel 3 hatten wir bis zuletzt Abbrüche. Immerhin fiel das Smartphone dabei nicht aus der Halterung.
  • Manchmal macht der Gimbal Bewegungen, die man nicht nachvollziehen kann.
  • Die Stabilisierung ist nicht so gut wie man sie sich von einem Gimbal wünscht. Mikroruckler stören, beim Pixel 3 sind noch größere „Stotterer“ zu sehen. Vielleicht kommt der Atom nicht mit den Abmessungen klar – theoretisch verkraftet er Smartphones bis 310 Gramm.
  • Die Schwenks über den Joystick endeten uns oft zu hart.
  • Die Bildqualität von Videos ist gemessen an der Dateigröße schlecht. Die Vergleichsaufnahme der iOS-Kamera des iPhone 8 Plus zeigt weniger Kompressionsartefakte als die der Atom-App, obwohl die Datei nur einen Bruchteil des Speicherplatzes benötigt.
  • Die Snoppa-App nutzt (eventuell je nach Smartphone) nicht die maximale Videoauflösung und Audioqualität des Smartphones.

Was wir außerdem anmerken möchten

Größe, Gewicht und weitere technische Daten siehe auf unserer Produktseite zum Snoppa Atom.

Bemerkenswert: Theoretisch könnte Snoppa für den Gimbal noch locker eine Vier-Sterne-Bewertung holen. Eigentlich alle unsere Kritikpunkte könnte der Entwickler mit Firmware- und Software-Updates korrigieren. Die meisten Aufnahmen haben wir im Dezember geschossen. Doch auch die letzten Updates brachten noch nicht den erhofften Fortschritt.

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