„Alter Schwede, das ist ja mal ein Ding!“. Bestimmt hat jeder diesen oder einen ähnlichen Satz schon einmal gehört. Aber was bedeutet diese Redewendung eigentlich genau? Warum sagt man „alter Schwede“?

 
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Es gibt Redewendungen, die jeder kennt und auch häufig verwendet. Aber nur wenige können auch ganz genau sagen, was sie bedeuten. Zu diesen Ausdrücken  zählt sicherlich auch das geflügelte Sprichwort „Alter Schwede“. Die Redewendung mit dem Schweden gibt es schon seit langer Zeit. Anders als viele andere Sprüche ist sie also nicht erst durch soziale Medien bekannt geworden, sondern war schon vor den Hochzeiten des Internets im Sprachgebrauch zu lesen und zu hören. Die Bedeutung ist seit Jahrzehnten gleich geblieben.

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Alter Schwede: Bedeutung der Redewendung leicht erklärt

Alter Schwede ist ein umgangssprachlicher Ausdruck aus dem Niederdeutschen. Wenn man „Alter Schwede“ sagt, drückt man damit üblicherweise Überraschung aus. Man benutzt es also, wenn man verwirrt ist, etwas Unerwartetes passiert oder man etwas nicht fassen kann.

  • „Alter Schwede“ bezieht sich nicht auf eine konkrete Person aus dem skandinavischen Land. Stattdessen verwendet man den Begriff, um sein allgemeines Erstaunen über eine Sache auszudrücken.
  • Wenn man es auf eine Person bezieht, bezeichnet es meistens eine Empörung über jemanden, ähnlich wie bei den Begriffen „Freundchen“ oder „Mein lieber Scholli“.
  • Ist man überrascht, kann man statt „alter Schwede“ auch „Altobelli“ sagen.
  • Manchmal werden damit auch Freunde oder Kumpels bezeichnet, zum Beispiel in Sprüchen wie „Na, du alter Schwede!“

Bleibt die eine Frage: Woher stammt der Begriff eigentlich? Und hat es einen tieferen Sinn, warum man gerade „Alter Schwede“ und nicht zum Beispiel „Alter Isländer“ sagt?

Warum sagt man alter Schwede? Herkunft des Ausdrucks

Redewendungen und geflügelte Worte entstehen manchmal auf die witzigsten Arten und beziehen sich oft auf Personen oder geschichtliche Ereignisse, siehe etwa die Erklärung des Ausdrucks „Pappenheimer“. Genauso verhält es sich auch im Fall vom „alten Schweden“.

  • Die Redewendung „Alter Schwede“ stammt ursprünglich aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges.
  • Für die Protestanten, namentlich die Preußen unter ihrem König Friedrich Wilhelm, lief es damals nicht besonders gut. Das änderte sich erst, als erfahrene schwedische Soldaten eingriffen.
  • Nach dem Krieg wurden diese Schweden dann zu Ausbildern im preußischen Heer gemacht. Die Soldaten waren sehr angesehen. Dabei bezeichnete man sie respektvoll und bewundernd als „alte Schweden“.

Im Lauf der Zeit bürgerte sich der Ausdruck dann als Bezeichnung für einen „echten Mann“ und Haudegen in der Alltagssprache ein. Da solche Männer allerdings damals eher Mangelware waren, setzte sich die Bezeichnung schließlich als allgemeiner Ausdruck des Erstaunens durch, wenn man denn einmal so einen „alten Schweden“ zu Gesicht bekam.

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