Der iPhone-Hersteller ist Trendsetter, doch ist Apple auch so verrückt, um in einem Markt einzusteigen, der eigentlich schon als tot galt, aber in den letzten Jahren wieder enorme Wachstumsraten vorweisen konnten? GIGA präsentiert ein faszinierendes, bebildertes Gedankenspiel.

 

Apple

Facts 

Einst war Apple DER Totengräber physischer Medien, nicht zuletzt der iPod und später natürlich auch das iPhone sorgten für den Durchbruch beim digitalen Vertrieb von Musik. Ernsthaft: Wer kauft denn bitte heute noch CDs oder gar Schallplatten?

Gibt's schon von Sony: Bluetooth-Plattenpieler bei Amazon kaufen

Gar nicht mal so wenig, wie der Blick auf die Statistik zeigt. Unser Fokus gilt dem Vinyl, denn Schallplatten erfreuen sich so großer Beliebtheit wie schon lange nicht mehr. Den Tiefpunkt musste das Medium im Jahr 2006 erleiden, nur 300.000 Stück wurde da noch in Deutschland verkauft, 2019 waren es dagegen schon wieder mehr als zehnmal so viel – 3,4 Millionen. Sicherlich, im Vergleich zu Download- und Streaming-Titeln mag dies lachhaft sein, doch die Kundschaft von Schallplatten gehören zur „Elite“, Musikverrückte mit nicht wenig Geld in den Taschen. Viele sind wahrscheinlich sogar Apple-Nutzer.

Bild: Iván Antón

Plattenspieler von Apple: Verrückte Idee in Bildern

Die verrückte Idee: Warum diesen Menschen also nicht einen Plattenspieler (Turntable) von Apple direkt verkaufen? Genial, „Old Tech“ im neuen Gewand für den Musik-Freak mit iPhone in der Tasche. Apple könnte in seinen Stores und auch online sogar Platten verkaufen, spezielle Limited Editions von den Künstlern. Käufer bekommen dann auch gleich eine digitale Kopie der Songs auf ihre Apple ID gebucht, kostenfrei versteht sich, so wie bei „AutoRip“, dem Service von Amazon. Wer beim größten Onlinehändler der Welt CDs und Schallplatten kauft, der findet in seiner Musikbibliothek bekanntlich auch gleich das digitale Pendant.

Bild: Iván Antón

Wie ein solcher Plattenspieler von Apple aussehen könnte, präsentiert uns der aus Madrid stammende Produktdesigner und 3D-Künstler Iván Antón. Sein „WhiteBox“ genannter Plattenspieler könnte so direkt aus Cupertino stammen, selbst wenn man, wie aktuell auf dem Entwurf, noch das Apple-Logo vermisst.

Bild: Iván Antón

Klare Linien, eine Basis die der Form des Mac minis ähnelt. Dazu die weiße Färbung, eine Reminiszenz an den originalen iPod. Technische Details gibt's nicht direkt zu erfahren. Doch die liegen eigentlich auf der Hand: Trotz alter Technik dürfte die Verkabelung abseits des Stromanschlusses kabellos erfolgen. Eine direkte Verbindung zum HomePod und HomePod mini ist eigentlich logisch, die AirPods könnte man ebenso verbinden. Wie genial wäre diese denn, wenn man mit den AirPods Max direkt Vinyl hören könnte. Aber auch mit dem Mac wäre eine Verbindung möglich. So könnte man beispielsweise Songs rippen, eben von älteren Platten ohne AutoRip.

Schon heute zu haben: Bluetooth-Plattenspieler von Sony

Von Sony kann man so etwas schon jetzt kaufen:

Von Sony schon da: Der neue Bluetooth-Plattenspieler

Zugegeben: Stand heute handelt es sich nur um eine verrückte Idee, doch die hat ihren ganz bestimmten Reiz. Nur müsste jetzt noch Apple überzeugt werden, damit die Frage aus unserer Artikelüberschrift am Ende mit einem „Ja“ beantwortet werden könnte. Wer übrigens auf ein solches Gerät direkt von Apple verzichten kann, der findet im „Sony PS-LX310BT“ schon heute eine mögliche Alternative – kostet momentan bei Amazon unter 200 Euro. Nicht ganz so stylish wie das Konzept von Antón, aber mit der verbauten Bluetooth-Schnittstelle lassen sich auch kabellose Verbindungen zu Kopfhörern, Lautsprechern und Soundbars aufbauen.