Mit Monster Hunter Rise erscheint der neueste Teil der Kult-Reihe exklusiv für die Nintendo Switch und bietet neben einer Handvoll neuer Monster auch innovative Spielmechaniken. Im Test erklären wir euch, ob die neuen Inhalte ihren Preis wert sind.

 

Monster Hunter Rise

Facts 
Monster Hunter Rise

In Japan war Monster Hunter bereits seit dem 2004 veröffentlichten ersten Teil ein Massenphänomen. Während die meisten Spiele der Reihe auf Handheld-Konsolen erschienen, schwappte die Begeisterung für die Reihe 2018 endgültig auch in den Westen über. Grund dafür war Monster Hunter World, das statt auf dem Nintendo 3DS auf den hier so populären Heimkonsolen PlayStation 4 und Xbox One erschien.

Mit Monster Hunter Rise geht Capcom einen Mittelweg und veröffentlicht das Spiel zeitexklusiv für die Nintendo Switch, bevor 2022 ein PC-Port folgen soll. Wir haben Monster Hunter Rise bereits durchgespielt und verraten euch, ob sich die Jagd erneut lohnt.

So spielt sich Monster Hunter Rise

Was ist Monster Hunter Rise?

Das Grundprinzip von Monster Hunter ist schnell erklärt: Monster besiegen, aus dem Loot mächtige Ausrüstung herstellen, stärkere Monster besiegen, noch bessere Items fertigen, das nächste Monster herausfordern und so weiter und so weiter. Auch Monster Hunter Rise ändert nichts an dieser bewährten Formel.

So simpel das Spielprinzip jedoch auch sein mag, so anspruchsvoll ist die Umsetzung. Ein einzelner Kampf kann gut und gerne 20 Minuten und länger dauern, mit einem Maximum von 50 Minuten. Gerade bei hochstufigen Monstern ist das Zeitlimit eine fast so große Herausforderung wie die Hiebe und Bisse eurer Beute. Um dennoch die Oberhand zu behalten habt ihr Zugriff auf unzählige Items, 14 unterschiedliche Waffenbäume, treue Tierbegleiter, eine Kantine, die euch vor jeder Jagd mit nützlichen Buffs ausstattet und vieles mehr.

All das gilt für Monster Hunter im Allgemeinen, Monster Hunter Rise im Speziellen hat aber dennoch ein paar spannende Neuerungen parat. Die nützliche Seilkäfer helfen euch nicht nur im Kampf sondern ermöglichen euch auch ganz neue Wege beim Erkunden der Spielwelt. Die Randale hetzt ganze Horden von Monstern auf euch, die ihr in einem an Tower Defense erinnernden Modus abwehren müsst.

Monster Hunter Rise Aufträge
Die Charaktere in Monster Hunter Rise haben jede Menge Quests für euch. Immer gibt es etwas zu tun.

Test-Fazit mit Stärken und Schwächen

Nach ganzen 500 Stunden in Monster Hunter World und der Erweiterung Iceborne war meine Vorfreude auf Monster Hunter Rise groß. 40 Stunden später kann ich beruhigt feststellen, dass sich das Warten gelohnt hat. Der gleiche Gameplay-Loop, der mich bereits in Monster Hunter World bis in die Nacht vor den Bildschirm gefesselt hat, funktioniert auch in Monster Hunter Rise wieder einwandfrei.

Die Seilkäfer sind eine fantastische Neuerungen, die sich so flüssig in das Kampfgeschehen integrieren, dass ich sie regelrecht vermisse, wenn ich doch wieder bei Monster Hunter World vorbeischaue. Ebenso war ich überrascht, dass mein Palamute nicht nur ein Reittier, sondern auch ein nützlicher Kampfgefährte ist.

Monster Hunter Rise - [Nintendo Switch]

Monster Hunter Rise - [Nintendo Switch]

Die Randale ist als Endgame-Beschäftigung definitiv eine interessante Alternative zu den regulären Jagden, allerdings merkt man dem Modus deutlich an, dass er für den Multiplayer entwickelt wurde. Im Einzelspielermodus kann das Management der Verteidigungsanlagen nicht nur mühsam, sondern auch frustrierend ausfallen.

Ebenfalls eher fummelig ist die Bedienung im Handheld-Modus, was in erster Linie mit den bekannten Schwierigkeiten rund um die JoyCons zusammenhängt. Aus diesem Grund empfehle ich, das Spiel im Docking-Modus und mit Pro Controller zu starten, um in den präzisen Kämpfen maximale Kontrolle zu garantieren.

Die Stärken von Monster Hunter Rise

  • Die Jagd nach neuer Ausrüstung ist so motivierend wie eh und je.
  • 5 große, detailreiche Gebiete.
  • Die Seilkäfer fügen sich organisch in den Spielablauf inner- und außerhalb der Kämpfe ein.
  • Verbessertes Monsterreiten.
  • Kostenlose Inhalts-Updates nach Release.

Die Schwächen von Monster Hunter Rise

  • Nerviges Mikromanagement der Randale-Quests im Einzelspieler-Modus.
  • Präzise Steuerung nur mit Pro Controller.
  • Kaum echte Herausforderungen für jene, die den Schwierigkeitsgrad von Iceborne gewöhnt sind.

Die wichtigste Neuerung: Die Seilkäfer

Das spannendste Feature in Monster Hunter Rise sind die Seilkäfer. Diese dienen einerseits als Greifhaken, um die auffällig vertikalen Gebiete zu erkunden und im Nu von A nach B zu gelangen. Andererseits sind die Seilkäfer unverzichtbare Helfer im Kampf, da jede Waffe mehrere Seilkäferangriffe ermöglicht.

Diese wollen so früh es geht gemeistert werden, da sie nicht nur deutlich mehr Schaden austeilen als herkömmliche Angriffe, sondern die Monster auch zunehmend in klebrige Seide hüllen. Das ermöglicht euch, auf den Rücken des Monsters zu klettern und somit vorübergehend die Kontrolle zu übernehmen.

Die Seidenbinderangriffe bewirken außerdem, dass ihr auch nach Dutzenden Spielstunden noch immer Feinheiten eurer Waffe lernen könnt. Grund dafür sind die Wechselkünste, mit denen ihr die Seidenbinderangriffe eurer Waffe austauschen könnt und euren Spielstil somit drastisch verändert.

Monster Hunter Rise Seilkäfer Seidenbinder
Die Seilkäfer ermöglichen nicht nur mächtige Attacken sondern können auch im Kampf euer Leben retten.

Ein Beispiel: Der Seidenbinder-Sakura-Hieb des Langschwerts erhöht bereits beim ersten Treffer den Elanbalken der Waffe. Dadurch könnt ihr fast komplett auf den Elan-Rundhieb verzichten, der nur als Abschluss einer zeitaufwendigen Kombo verfügbar ist. Dadurch teilt ihr bereits innerhalb der ersten Minuten des Kampfgeschehens maximalen Schaden aus. Im Gegenzug müsst ihr dafür jedoch auf den mächtigen Himmelhohen Tritt (auch bekannt als Helm Breaker) verzichten – einem der stärksten Angriffe des Langschwerts.

Da ihr die Wechselkünste erst nach und nach im Laufe des Spiels freischaltet und dafür teils besondere Quests absolvieren müsst, werdet ihr mit den Entscheidungen nicht überfordert, sondern könnt euch Schritt für Schritt an euren persönlichen Lieblingsstil herantasten.

Nicht überwältigen lassen: Die Randale

Im Endgame von Monster Hunter Rise werdet ihr wie gewohnt nach Waffen und Ausrüstung farmen, allerdings werdet ihr euch auch der Randale stellen müssen. Nur hier könnt ihr einzigartige Materialien sammeln, die ihr für das Augmentieren eurer Waffen benötigt. In der Randale stürmt eine ganze Horde Monster auf das Dorf zu. Eure Aufgabe ist es, Verteidigungsanlagen zu errichten und die Monster daran zu hindern, eine Reihe von Barrieren zu durchbrechen.

Monster Hunter Rise Randale
In der Randale müsst ihr euch gegen eine ganze Horde von Monstern wehren.

Obwohl es eine Handvoll Randale-Quests gibt, die ihr alleine bewältigen müsst, wird schnell klar, dass der Modus vor allem für Multiplayer-Partien konzipiert wurde. Zwischen und teilweise auch während der Angriffsphasen seid ihr ständig mit der Bemannung und Instandhaltung der Verteidigungsanlagen beschäftigt. In der Gruppe fallen diese Arbeiten definitiv deutlich stressfreier aus. Da Online-Partien während der Testphase jedoch nur sehr eingeschränkt möglich waren, musste ich mich bislang allen Randalen alleine stellen, was den Spielmodus bis jetzt nicht in das allerbeste Licht gerückt hat.

Dennoch bin ich zuversichtlich, dass die Randale nach der Veröffentlichung in prall gefüllten Online-Lobbys ihr volles Potential entfalten kann. Beachtet jedoch, dass dafür eine „Nintendo Switch Online“-Mitgliedschaft nötig ist. Die Anschaffung lohnt sich jedoch, da Monster Hunter auch unabhängig von der Randale schon immer im Koop mit Teammitgliedern am meisten Spaß gemacht hat.

Welche Waffe musst du in Monster Hunter World noch unbedingt ausprobieren?

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Wertung

8.4/10
“Die bewährte Formel ist nicht totzukriegen und motiviert auch auf der Nintendo Switch so sehr wie eh und je. Für den vollen Spielgenuss kommt ihr jedoch um einen Pro Controller und eine "Nintendo Switch Online"-Mitgliedschaft nicht herum.”