Bildschirmzeit gibt es auf iPhone, iPad, Mac und vielleicht auch bald auf dem Apple TV. Wir klären im Folgenden, was man aus den Statistiken lesen kann und wie man die die Funktionen optimal nutzt.

 

iOS 12

Facts 

Bildschirmzeit (in der englischen Version Screen Time) von iOS, iPadOS und macOS zeigt dem Nutzer, wie er sein Gerät verwendet, wie lange er welche Apps nutzt und wie häufig er sich stören lässt. Eltern bekommen zudem einen Einblick, was ihre Kinder so mit dem Gerät treiben. Mit Sperren können sie die Smartphone-Zeit ihrer Sprösslinge begrenzen. Die Einstellungen gelten nicht für ein einzelnes Gerät, sondern für alle, die mit der jeweiligen Apple ID verknüpft sind.

Einschalten und Ausschalten von Bildschirmzeit auf iPhone, iPad & Mac

Damit die Statistiken überhaupt erst gebildet werden, muss man Bildschirmzeit aktivieren. Der Einrichtungsdialog von iOS 13 fragt, ob man die Funktion nutzen will. Wer hier verneint hat, kann sie in den Einstellungen -> Bildschirmzeit nachträglich einschalten (auf dem Mac: Systemeinstellungen -> Bildschirmzeit). Erst ab diesem Zeitpunkt erhebt das iPhone die Nutzungsstatistiken.

Ausschalten kann man Bildschirmzeit an der selben, oben genannten Stelle. Wen nur die wöchentlichen Berichte der Bildschirmzeit stören, der kann die Funktion weiter nutzen und nur die Mitteilung ausschalten: Nämlich in den Einstellungen -> Mitteilungen -> Billdschirmzeit.

Hier findet man Bildschirmzeit auf iPhone & iPad

Man möchte meinen, Bildschirmzeit ist eine App. Nein, man findet die Daten in den Einstellungen von iOS (Mac: Systemeinstellungen) als eigenen Unterpunkt.

Tippt man in Bildschirmzeit auf Alle aktivitäten anzeigen, gelangt man zu den Statistiken. Für den aktuellen Tag oder die vergangene Woche zeigt die Grafik die Gesamtnutzungszeit von Apps nach Kategorien gebündelt an. Ein Tipp auf die Balken verrät die genauen Werte.

Darunter listet Bildschirmzeit die einzelnen benutzten Apps. Wählt man eine Anwendung, sieht man den Tagesdurchschnitt und zu welchen Uhrzeiten man sie im Vordergrund genutzt hat. So kann man potentielle Zeitverschwendung aufspüren: Welche App kostet mich besonders viel Zeit? Und das vielleicht noch zu Zeiten, an denen ich eigentlich auf andere Dinge konzentriert sein sollte?

Sehr interessant ist das Kapitel unter den Apps, „Aktivierungen“. Es gibt Aufschluss über die Unterbrechungen, zu denen man sich den lieben langen Tag über vom iPhone verleiten lässt. Diesen Wert sollte man besonders analysieren: Schaltet man während der Arbeitszeit zu oft das Gerät an (obwohl man kein iPhone-Redakteur o. ä. ist)? Oder nur auf dem Weg zur Arbeit im Bus? Die Aktivierungen werden von den Mitteilungen gefolgt – auch sie können für Unterbrechungen stehen.

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Auszeit und App-Limits in Bildschirmzeit von iOS 13 festlegen

Bildschirmzeit bietet mehr als nur Statistiken, man kann auch Limits festlegen. Diese Punkte findet man auf der ersten Seite der Funktion, unter den Statistiken:

Auszeit definiert Sperren für feste Tageszeiten. Während dieser Zeit kann man nur Apps starten, die man vorher in Immer erlauben ... freigeschaltet hat. Die Vorgabe gilt für alle mit der Apple ID verbundenen Geräte. Auszeit aktiviert man am besten für die Nacht oder für die Arbeitzeit – wenn man sich zu oft vom Handy ablenken lässt, obwohl man es eigentlich nicht nutzen darf.

In App-Limits legt man maximale Nutzungszeiten von einer bis maximal 23:59 Minuten für einzelne App-Kategorien fest. In Tage anpassen lassen sich für einzelne Wochentage unterschiedliche Zeiten eingeben. Sind Spiele auf deinem iPhone ein unerwünschter Zeitfresser? Dann aktiviere ein Limit für die Kategorie Games – zum Beispiel in Höhe von einer Stunde.

Immer erlauben ... definiert Ausnahmen. Nimm zum Beispiel die Nachrichten-App, Google Maps, Kamera, Wetter und den Kalender aus den Beschränkungen heraus. Die Telefonfunktion ist immer aktiv.

In Beschränkungen schützt man mit einem Code das Festlegen und Nutzen von wichtigen Einstellungen, wie In-App-Käufe, Standort teilen, Account-Änderungen, maximale Lautstärke und mehr. Das ist nur dann notwendig, wenn zum Beispiel ein Elternteil Regelungen für ein Kind erstellt.

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Die Bildschirmzeit endet mit der Möglichkeit, Vorgaben für die Familie festzulegen. Hier kann man eine Apple ID „einladen“ oder einen neuen Kinder-Account erstellen. Über diesen Weg können Eltern die Einstellungen für ihr Kind direkt auf dem eigenen iPhone treffen. Doch schon bei der Einrichtung von iOS 13 kann man dies konfigurieren.

Bildschirmzeit hat Apple mit iOS 12 auf iPhone und iPad eingeführt, ein Jahr später kam sie mit macOS Catalina auf den Mac.

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Sebastian Trepesch
Sebastian Trepesch, GIGA-Experte für Apple-Produkte und -Software, Fotografie, weitere Technikprodukte.

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