PS5 und Xbox Two: Warum AMD und nicht Nvidia oder Intel die neue Konsolengeneration anführt

Robert Kohlick 2

Wir schreiben das Jahr 2019: Der Konsolenkrieg tobt noch immer. Während PlayStation- und Xbox-Fanboys sich gegenseitig verbal niedermetzeln, profitiert ein Unternehmen von den Verkäufen beider Konsolen: AMD. Der Hersteller hat den Konsolenmarkt fest im Griff – und das hat gute Gründe.

PS5 und Xbox Two: Warum AMD und nicht Nvidia oder Intel die neue Konsolengeneration anführt
Bildquelle: AMD.

Never change a running system: AMD bleibt Spitzenreiter im Konsolensegment

Egal ob PS4 oder Xbox One, beide Konsolen der aktuellen Generation setzen auf Hardware von AMD. Während der amerikanische Halbleiterhersteller im Vergleich zum Konkurrenten Intel im PC-Segment nur die zweite Geige spielt, hält AMD im Heimkonsolenmarkt das Monopol. Das wird sich auch mit der kommenden Konsolengeneration nicht ändern.

Erst vor Kurzem wurde bestätigt, dass Sony auch bei der PlayStation 5 wieder die Herstellung von Prozessor und Grafikchip in die Hände von AMD legen wird. Eine Ryzen-CPU der dritten Generation mit acht Rechenkernen und ein Grafikchip auf Basis der Navi-Architektur mit Unterstützung für Raytracing werden in der neuen Heimkonsole verbaut. Das klingt schon mal vielversprechend.

Wer sich einen Eindruck davon machen will, was Raytracing in modernen Spielen für Auswirkungen auf die grafische Qualität hat, der findet hier das passende Video: 

Metro Exodus: So schön sieht die Beleuchtung dank Raytracing aus.

PS5 und Xbox Two: Darum haben Intel und Nvidia aktuell keine Chance

Doch warum werfen weder Intel noch Nvidia ihren Hut mit in den Ring, wenn es um die Hardware-Herstellung für Konsolen geht? Schließlich ist das Geschäft mit Heimkonsolen schon lange kein Nischenmarkt mehr. Ein Blick auf die PC-Sparte bietet eine erste Erklärung: In diesem Bereich sticht Nvidia AMD bei den Grafikkarten-Verkäufen aus, während Intel als Platzhirsch den Großteil der Nachfrage an Prozessoren bedient. In beiden Segmenten muss sich AMD mit dem zweiten Platz zufrieden geben.

Doch genau das kommt dem Unternehmen im Konsolenmarkt zu Gute. Anstatt sich auf einen der beiden Bereiche zu spezialisieren, hat AMD sowohl bei der Entwicklung von Grafikkarten als auch bei Prozessoren ein großes Maß an Expertise aufgebaut und kann auf diese Weise beide Komponenten besser miteinander kombinieren – CPU und GPU werden „miteinander verschmolzen“ und landen am Ende auf einem Chip, der sogenannten APU.

Das spart Geld in der Herstellung der Komponenten und zeitgleich einiges an Platz im Konsolen-Chassis – beides Faktoren, die bei der Herstellung von Heimkonsolen eine immense Rolle spielen. Zwar setzt auch Intel bei den Prozessoren der i-Reihe auf eine integrierte Grafikeinheit, diese können jedoch nicht mit der Grafikleistung aktueller Ryzen-APUs von AMD mithalten. Das könnte sich in den nächsten Jahren zwar ändern, für den Einsatz in der kommenden Konsolengeneration ist Intel aber schlichtweg zu spät dran.

Während die Hardware der PlayStation 5 bereits bekannt ist, steht das Design noch in den Sternen:

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So stellen sich Spieler die PS5 vor - Design, Aussehen und Bilder.

Und wie sieht das bei Nvidia aus? Das Unternehmen hat mit den Tegra-Prozessoren auch Ein-Chip-Systeme mit Grafikprozessor im Portfolio, diese werden bislang jedoch hauptsächlich für den Einsatz in mobilen Endgeräten wie der Nintendo Switch entwickelt. Am Ende des Tages bleiben Sony und Microsoft also nur drei Möglichkeiten übrig:

  1. Sie versuchen eigene CPUs und GPUs herzustellen und in ihr System einzubauen.
  2. Sie bedienen sich der Hardware von unterschiedlichen Herstellern wie Intel und Nvidia und müssen sich eventuell mit Inkompatibilitäten und anderen Problemen rumschlagen.
  3. Sie lehnen sich zurück und lassen AMD ganz in Ruhe ihre Arbeit machen.

Ich weiß, für welche Variante ich mich entscheiden würde. Doch nicht nur Sony weiß, dass AMD der richtige Partner für die Produktion der Konsolen-Chips ist. Auch in der Xbox Two von Microsoft werden wir wahrscheinlich ähnliche Komponenten wiederfinden.

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