Drittanbietersperre einrichten bei o2, Telekom, Vodafone und mehr

Martin Maciej 3

Mit einem Smartphone habt ihr Zugang zu zahlreichen Apps für verschiedene Zwecke. Bei Android-Geräten wird das Angebot im Google Play Store und weiteren alternativen App-Stores nicht so strikt kontrolliert, wie es in Apples App Store der Fall ist. Um zu verhindern, dass das Smartphone zur persönlichen Bankrott-Maschine wird, sollte man eine Drittanbietersperre einrichten.

Drittanbietersperre einrichten bei o2, Telekom, Vodafone und mehr

Mit einer Drittanbietersperre wird verhindert, dass ihr durch den Download einer App in die Kostenfalle tretet, indem z. B. ungewollt ein Abo abgeschlossen wird oder Abzock-Praktiken per SMS an euch verübt werden. Die Sperre ist ein effektiver Schutz gegen teure Abofallen.

Deutsche Mobilfunknetze.

Drittanbietersperre: keine Abzocke mehr per App oder SMS

Die Einrichtung der Drittanbietersperre unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter. Der Schutz gegen Kostenfallen muss direkt beim Netzanbieter beantragt werden.

  • Besonders in der Hochzeit der nervigen Klingeltonanbieter wurden die Rufe nach einer Drittanbietersperre laut.
  • Heute kann das Smartphone zur Kostenfalle werden, indem z. B. ungewollt und unbewusst kostenpflichtige SMS vom eigenen Gerät versendet werden, die die Telefonrechnung in die Höhe schnellen lassen.
  • Auch innerhalb von zwielichtigen Apps können Banner eingebunden sein, nach deren Klick man plötzlich unbewusst einen Vertrag abgeschlossen hat. Abkassiert wird dann über die Mobilfunkrechnung. Häufig ist die erste Rechnung gleichzeitig das erste Bewusstwerden mit der Kostenfalle. Bereits durch das Ansteuern eines Werbebanners kann die benötigte Handynummer für die Abbuchung automatisch übermittelt werden. Mit der Drittanbietersperre wird der ungewollten Abbuchung ein Riegel vorgeschoben.
  • Zum Mai 2012 wurde das Telekommunikationsgesetz abgeändert.
  • Die Änderung schreibt vor, dass Mobilfunkanbieter nun eine Drittanbietersperre einrichten müssen.
  • Diese kann durch einen Antrag eurerseits angefordert werden. Die Einrichtung ist kostenlos.

In §45d TKG heißt es demnach:

Der Teilnehmer kann von dem Anbieter öffentlich zugänglicher Telefondienste und von dem Anbieter des Anschlusses an das öffentliche Telekommunikationsnetz verlangen, dass die Nutzung seines Netzzugangs für bestimmte Rufnummernbereiche im Sinne von § 3 Nummer 18a unentgeltlich netzseitig gesperrt wird, soweit dies technisch möglich ist. Die Freischaltung der gesperrten Rufnummernbereiche kann kostenpflichtig sein.

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Drittanbietersperre: Schluss mit Abzocke und Abofalle

Je nach Anbieter unterscheidet sich die Methode, um kostenpflichtige Dienste und Abos am eigenen Gerät sperren zu lassen:

Drittanbietersperre bei o2

Bei o2 habt ihr gleich drei verschiedene Möglichkeiten, um eine Drittanbietersperre einzurichten:

  • Komplettsperre: Alle Premiumdienste werden gesperrt (z. B. Klingeltöne, Musikdownloads, Download kostenpflichtiger Apps etc.)
  • Nur Drittanbieter: Nur o2-Dienste funktionieren weiterhin, aber keine App Stores
  • Nur Drittanbieter: Fremdanbieter-Premiumdienste sind gesperrte, o2-Dienste, App Stores und mypass sind möglich.
  • Um die Drittanbietersperre bei o2 einzurichten, nehmt Kontakt mit dem Kundenservice unter der Nummer 55222 auf.

Haltet eure o2-Kundennummer beim Anruf bereit, damit der Kundenservice schnell reagieren kann.

Drittanbietersperre bei Vodafone

  • Loggt euch bei MeinVodafone ein.
  • Klickt auf „MeinMobilfunk“-„Geräte“-„Mobiles Bezahlen“-„Mobile Zahlungen“.
  • Hier könnt ihr das Bezahlen per Handy sperren.
  • Dabei steht euch zur Auswahl, ob nur Abos oder Abos und Einzelkäufe bei Drittanbietern gesperrt werden sollen.
  • Alternativ könnt ihr die Drittanbietersperre bei Vodafone unter der Nummer 1212 aktivieren.

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Drittanbietersperre bei Telekom

  • Bei einem Mobilfunkvertrag mit der Telekom könnt ihr telefonisch Kontakt mit dem Telekom-Service aufnehmen, um die Drittanbietersperre zu aktivieren.
  • Ruft hierfür die Kurzwahl 2202 an.
  • Hier steht euch zur Auswahl, ob ihr Spiele, Chats, „Ab 16“-Inhalte und mehr sperren wollt.

Drittanbietersperre bei Mobilcom-Debitel und E-Plus

  • Auch bei Mobilcom-Debitel müsst ihr euch an die Hotline wenden, um eine Sperrung von Drittanbietern einzurichten.
  • Verwendet hierfür die 040 – 55 55 41 000.
  • Mobil könnt ihr auch die Nummer 22 24 0 verwenden.
  • Alternativ könnt ihr den Weg in eine Mobilcom-Debitel-Filiale auf euch nehmen, um die Sperrung vor Ort durchzuführen.
  • Bei E-Plus ruft ihr die Kurzwahl 1000 an.

Natürlich könnt ihr auch bei anderen Anbietern wie Base, 1&1 und Co. die Drittanbietersperre einrichten. Kontaktiert hierzu einfach den entsprechenden Service, um zu vermeiden, dass euer Smartphone zum Kontograb wird. Bei einigen Anbietern wie DeutschlandSIM ist die Drittanbietersperre sogar von vornherein aktiviert.

Drittanbietersperre bei 1und1

Um Premium-SMS und Premium-Nummern bei 1und1 zu sperren, müsst ihr die 1&1-Control-Center-App aufrufen. Loggt euch mit Hilfe der 1&1-Kundennummer und dem Passwort in das Control-Center ein. Wählt den entsprechenden Mobilfunktarif und steuert in der Vertragsübersicht die „Einstellungen & Services“ an. Hier finden sich die „SIM-Karten-Dienste“. In der Übersicht können die „Premiumdienste“ ausgewählt werden. Dort könnt ihr separat „Premium-SMS“ und „Premium-Kurzwahlen“ deaktivieren, um euch vor ungewollten Kosten zu schützen. Über das Control-Center könnt ihr die Dienste auch wieder entsperren.

Habt ihr die Drittanbietersperre zu spät eingerichtet und seid bereits in eine Kostenfalle getappt, könnt ihr den Rechnungsposten beanstanden und in der Regel Widerspruch einlegen. Die Beanstandung muss beim Anbieter der Forderung erfolgen.


Bei uns erfahrt ihr auch, was man tun kann, wenn der PUK vergessen wurde. Zudem zeigen wir euch, wie man Apps verschenken sowie In-App-Käufe deaktivieren kann.

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Logo-Quiz: Erkennt ihr die Smartphone-App allein am Icon?

Kennt ihr Apples Appstore und Googles Play Store in- und auswendig? Installiert ihr nahezu jede neue App, die auch nur einen Hauch Innovation versprüht oder euch etwas Neues bieten könnte? Dann sollte man geradezu durch dieses Quiz hindurch segeln. Benutzt ihr euer „Telefon“ aber nur zum SMS-schreiben und Anrufen, dürftet ihr vor einer wahren Herausforderung stehen. Teste euch selbst und findet heraus, wie viele Logos und Icons euch sofort etwas sagen, und was für euch doch noch böhmische Dörfer sind.

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