Mit einem Smartphone habt ihr Zugang zu zahlreichen Apps für verschiedene Zwecke.  Um zu verhindern, dass das Smartphone zur persönlichen Bankrott-Maschine wird, sollte man eine Drittanbietersperre einrichten.

 
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Mit dieser Sperre wird verhindert, dass ihr durch den Download einer App in die Kostenfalle tretet, indem zum Beispiel ungewollt ein Abo abgeschlossen wird oder Abzock-Praktiken per SMS an euch verübt werden. Die Sperre ist ein effektiver Schutz gegen teure Abofallen. Die Sperre muss direkt bei eurem Mobilfunkanbieter in Auftrag gegeben werden.

Drittanbietersperre: keine Abzocke mehr per App oder SMS

Die Einrichtung der Drittanbietersperre unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter. Das Smartphone wird zum Beispiel zur Kostenfalle, indem etwa ungewollt und unbewusst kostenpflichtige SMS vom eigenen Gerät versendet werden. Auch innerhalb von zwielichtigen Apps können Banner eingebunden sein, nach deren Klick man plötzlich unbewusst einen Vertrag abgeschlossen hat. Abkassiert wird dann über die Mobilfunkrechnung.

Häufig ist die erste Rechnung gleichzeitig das erste Bewusstwerden mit der Kostenfalle. Bereits durch das Ansteuern eines Werbebanners kann die benötigte Handynummer für die Abbuchung automatisch übermittelt werden. Mit der Drittanbietersperre wird der ungewollten Abbuchung ein Riegel vorgeschoben. Mobilfunkanbieter müssen eine Drittanbietersperre anbieten. Diese kann durch einen Antrag eurerseits angefordert werden. Die Einrichtung ist kostenlos. In §45d TKG heißt es demnach:

Der Teilnehmer kann von dem Anbieter öffentlich zugänglicher Telefondienste und von dem Anbieter des Anschlusses an das öffentliche Telekommunikationsnetz verlangen, dass die Nutzung seines Netzzugangs für bestimmte Rufnummernbereiche im Sinne von § 3 Nummer 18a unentgeltlich netzseitig gesperrt wird, soweit dies technisch möglich ist. Die Freischaltung der gesperrten Rufnummernbereiche kann kostenpflichtig sein.

Drittanbietersperre: Schluss mit Abzocke und Abofalle

Je nach Anbieter unterscheidet sich die Methode, um kostenpflichtige Dienste und Abos am eigenen Gerät sperren zu lassen:

Drittanbietersperre bei o2

Bei o2 habt ihr verschiedene Möglichkeiten, um eine Drittanbietersperre einzurichten:

  • Besonders schnell richtet ihr die Sperre über euren Online-Account oder in der „Mein o2“-App ein. Wählt die SIM-Karte aus, für die der Zugriff blockiert werden soll. Hier findet ihr die Option „Drittanbieterdienste verwalten“.
  • Alternativ könnt ihr die Sperre über den o2-Kundenservice unter der Rufnummer 55222 aktivieren lassen.
  • Ihr könnt dabei entscheiden, ob ihr Dienste jeder Art oder nur in bestimmten Kategorien wie „Abos“ oder „Apps“ ausschalten lassen wollt.
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Haltet eure o2-Kundennummer beim Anruf bereit, damit der Kundenservice schnell reagieren kann.

Drittanbietersperre bei Vodafone

Auch bei Vodafone wird die Sperre im Kundenkonto gesetzt:

  • Loggt euch bei MeinVodafone ein.
  • Klickt auf „MeinMobilfunk“-„Rechnungen“-„Mobiles Bezahlen„.
  • Hier könnt ihr das Bezahlen per Handy sperren.
  • Dabei steht euch zur Auswahl, ob nur Abos oder Abos und Einzelkäufe bei Drittanbietern gesperrt werden sollen.
  • Alternativ könnt ihr die Drittanbietersperre bei Vodafone unter der Nummer 1212 aktivieren.

In der Vodafone-App wählt ihr das Menü „Mein Vertrag“, steuert hier die „Optionen“ an und aktiviert die Option „Drittanbieter-Abos sperren„.

Drittanbietersperre bei Telekom

  • Bei einem Mobilfunkvertrag mit der Telekom könnt ihr telefonisch Kontakt mit dem Telekom-Service aufnehmen, um die Drittanbietersperre zu aktivieren.
  • Ruft hierfür die Kurzwahl 2202 an.
  • Daneben steht auch hier die Option im Online-Kundenkonto zur Verfügung. Ihr findet die Einstellung unter „Meine Mobilfunknummer„.
  • Hier steht euch zur Auswahl, ob ihr Spiele, Chats, „Ab 16“-Inhalte und mehr sperren wollt.

Drittanbietersperre bei Mobilcom-Debitel

  • Auch bei Mobilcom-Debitel müsst ihr euch an die Hotline wenden, um eine Sperrung von Drittanbietern einzurichten.
  • Verwendet hierfür die 040 – 55 55 41 000.
  • Mobil könnt ihr auch die Nummer 22 24 0 verwenden.
  • Alternativ könnt ihr den Weg in eine Mobilcom-Debitel-Filiale auf euch nehmen, um die Sperrung vor Ort durchzuführen.
  • Bei E-Plus ruft ihr die Kurzwahl 1000 an.
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Um zu verhindern, dass unbekannte Posten auf der Handy- oder Kreditkartenrechnung auftauchen, sollte man die Sperre einrichten. Bild: Kerkez / iStock

Natürlich könnt ihr auch bei anderen Anbietern wie ALDI Talk, den Drillisch-Anbietern, 1&1 und Co. die Drittanbietersperre einrichten. Kontaktiert hierzu einfach den entsprechenden Service, um zu vermeiden, dass euer Smartphone zum Kontograb wird. Bei einigen Anbietern wie DeutschlandSIM ist die Drittanbietersperre sogar von vornherein aktiviert.

Ist der Handyvertrag allgemein zu teuer? Hier gibt es gute und günstige Angebote:

Drittanbietersperre bei 1und1

Um Premium-SMS und Premium-Nummern bei 1und1 zu sperren, müsst ihr die 1&1-Control-Center-App aufrufen. Loggt euch mit Hilfe der 1&1-Kundennummer und dem Passwort in das Control-Center ein. Wählt den entsprechenden Mobilfunktarif und steuert in der Vertragsübersicht die „Einstellungen & Services“ an. Hier finden sich die „SIM-Karten-Dienste“. In der Übersicht können die „Premiumdienste“ ausgewählt werden. Dort könnt ihr separat „Premium-SMS“ und „Premium-Kurzwahlen“ deaktivieren, um euch vor ungewollten Kosten zu schützen. Über das Control-Center könnt ihr die Dienste auch wieder entsperren. Auch 1&1 bietet den Service natürlich auch über die eigene Hotline an.

Wie kann ich feststelle, ob ich eine Drittanbietersperre habe?

Nicht immer haben Drittanbieter natürlich Böses im Sinn. Habt ihr die Sperre eingerichtet, kann es passieren, dass ihr auf eigentlich sinnvolle Dienste nicht mehr zugreifen könnt. Ob eine Sperre aktiviert ist, erfahrt ihr spätestens dann, wenn eine von euch durchgeführte Aktion in einer App oder einem Online-Service nicht funktioniert. Daneben könnt ihr in der Service-App eures Mobilfunkanbieters oder im Online-Kundenkonto feststellen, ob die Sperre aktiviert ist. Dort könnt ihr sie auch wieder ausschalten, falls ihr doch nicht darauf verzichten wollt.

Die Sperre eignet sich auch und vor allem bei Smartphones für Kinder. So kann man vermeiden, dass für Apps und Spiele ungewünscht Geld ausgegeben wird.

Beachtet, dass kostenpflichtige Rufnummern durch die Sperre nicht blockiert werden. Hier müsst ihr eine zusätzliche Einstellung an eurem Smartphone vornehmen, die wir euch im Video erklären:

Spam-Anrufe blockieren – So geht's bei iOS und Android Abonniere uns
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Habt ihr die Drittanbietersperre zu spät eingerichtet und seid bereits in eine Kostenfalle getappt, könnt ihr den Rechnungsposten beanstanden und in der Regel Widerspruch einlegen. Die Beanstandung muss beim Anbieter der Forderung erfolgen.

 

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