Soziale Medien wie Instagram können einen erheblichen Einfluss auf unsere (psychische) Gesundheit haben. Ein Like ist sichtbare Bestätigung, wer den Daumen hoch bekommt, weiß: Das habe ich gut gemacht. Doch was, wenn der Like auf einmal weg ist?

 

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Instagrams ewiges Problem: Was machen die Likes mit uns?

Eins vorweg: Das hier wird kein reines Abkanzeln sozialer Medien und ihrer Nutzer. Praktisch alles hat immer mindestens zwei Seiten und das gilt auch hier. Trotzdem, Instagram muss sich einiges an Kritik anhören – meiner Meinung nach zu Recht.

Dass der Umgang mit Instagram und vergleichbaren Apps Tücken, sogar Gefahren haben kann, zeigen Berichte von Suchterfahrungen, wie hier bei Welt, und Experimente, wie sie RTL jüngst im vielbeachteten „RTL Spezial: Angriff auf unsere Kinder“ unternommen hat. Selbstbestätigung per Like-Button, dass das auf Dauer nicht gesund sei, gerade für junge Nutzer – auch das müssen sich Instagram und Facebook öfter vorwerfen lassen.

Immerhin, man hört sich bei Facebook Kritik durchaus an und prüft, was man ändern kann: So hat Instagram vor kurzem seine Richtlinien für freizügige Bilder überarbeitet und lässt seitdem künstlerische oder medizinische Darstellungen zu. Und schon 2019 begann man mit einem Test: Bei einer kleinen Zahl der Nutzer weltweit hat man die Likes verborgen.

Die Likes sind wieder da! Wahlfreiheit als PR-Masche?

Und jetzt? Testet man wieder an den Likes: Wie Techradar berichtet, sucht Instagram die goldene Mitte. Laut Instagram-Chef Adam Mosseri habe man ursprünglich den „sozialen Druck“ verringern wollen, viele Likes für die eigenen Fotos zu sammeln. Aha! Und warum bleibt man dann nicht dabei? Im neuen Test will man den Nutzerinnen und Nutzern jetzt die Wahl lassen: Sie sollen entscheiden können, ob sie Likes anderer User sehen und auch über die Sichtbarkeit der Likes eigener Bilder.

Entscheidungsfreiheit, ja das ist was Gutes – auch gutes Marketing. Was dabei entweder vergessen oder ignoriert wird: Abseits von professionellen Social-Media-Persönlichkeiten, die auf Likes angewiesen sind um Geld zu verdienen, tummeln sich eben auch viele gerade jüngere Menschen privat bei Instagram und Co.

Ihr wollt trotz Kritik mit dabei sein? So fällt der Start bei Instagram leicht:

Einsteiger-Tipps für Instagram

Wenn ich an Teenager denke, deren soziales Leben auf Instagram oder TikTok stattfindet, frage ich mich, ob es nicht sogar noch mehr Druck aufbaut, wenn alle in der Schulklasse ihre Likes gegenseitig online bewundern, während das eine Kind sie lieber für sich behält. Die Frage, was der- oder diejenige buchstäblich zu verbergen hat, liegt auf der Hand.

Instagram macht jetzt also eher einen Schritt zurück. Stattdessen dürfte es für mich auch einfach ein Instagram ohne Likes geben. Bestätigung kann und sollte man besser offline finden, die ist meist auch nachhaltiger. Nur leider lässt sich im „real life“ mit Likes nicht so gut Geld verdienen.

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen stellen ausschließlich die Ansichten des Autors dar und sind nicht notwendigerweise Standpunkt der gesamten GIGA-Redaktion.