Fluch oder Segen? Neue Google-Technik könnte In-App-Käufe überflüssig machen

Simon Stich 1

Google möchte das Konzept rund um In-App-Käufe neu überdenken: Statt Nutzer wie bisher einfach zur Kasse zu bitten, sollen sie sich lieber Werbung anschauen. Dafür bekommen sie Punkte, die sie dann in Zusatzleistungen innerhalb der App umwandeln können. Kann das funktionieren?

Fluch oder Segen? Neue Google-Technik könnte In-App-Käufe überflüssig machen
Bildquelle: GIGA.

Play Store: Werbung anschauen statt Geld ausgeben

Im Android Developers Blog hat Google eine weitreichende Änderung bekannt gegeben, die sowohl Nutzer als auch Hersteller von Android-Apps betrifft. Ab sofort bekommen App-Hersteller die Möglichkeit, Video-Werbung in Apps zu schalten. Falls sich Nutzer dazu entscheiden diese anschauen – sie sollen sie Wahl haben – bekommen sie Credits, die bei Google „Prämien“ heißen. Mit eben diesen Prämien soll es möglich sein, Inhalte der App zu kaufen, ohne wie bisher Geld dafür zu überweisen. In Zukunft möchte Google nach diesem Prinzip auch andere Werbeformate anbieten. Möglich wäre es hier zum Beispiel, dass Nutzer zum Teilnehmen an einer Umfrage aufgefordert werden. Sagen sie zu, bekommen sie Prämien.

In-App-Käufe sind derzeit in vielen Android-Apps zu finden, besonders bei Spielen. Oft wird die App oder das Game selbst zunächst kostenlos angeboten. Zusätzliche Funktionen oder bessere Items in Spielen können gegen Geld hinzugekauft werden. Das Prinzip ist nicht unumstritten, da sich viele der „Freemium“-Spiele an Kinder richten, die im schlimmsten Fall schnell den Überblick über In-Game-Währung und echte Euros verlieren. Durch den Verzicht auf In-App-Käufe und die Verlagerung auf Werbevideos würde die Problematik zumindest an Schärfe verlieren. Bei der Einrichtung von Prämien müssen Entwickler von Apps eine Altersfreigabe selbst bestimmen.

Die Entscheidung darüber, ob In-App-Käufe angeboten oder Werbung geschaltet wird, liegt weiterhin bei den Entwicklern der Apps und Spiele. Ob In-App-Käufe in Zukunft verdrängt werden, dürfte einzig von der Höhe der neuen Werbeeinnahmen abhängen. Google zufolge soll die Implementierung von Werbevideos mit Prämien-Bonus einfacher sein als das bisherige Management von In-App-Käufen.

Wie lässt sich der Play Store aktualisieren? Schaut euch dazu unser kurzes Tutorial an;

So aktualisiert ihr den Play Store.

Play Store: In-App-Käufe lassen sich auch einschränken

Um sich selbst oder Familienmitglieder von In-App-Käufen bei Android-Apps fernzuhalten, gibt es verschiedenen Möglichkeiten. Die radikalste Vorgehensweise besteht darin, im Play Store einfach keine Zahlungsmethode anzugeben. Alternativ können Gutscheine für Google Play innerhalb der Familie verteilt werden, um In-App-Käufe zumindest einzudämmen. Ist der Gutschein aufgebraucht, können keine neuen Items mehr gekauft werden. Noch feiner lässt sich mit der Einrichtung von Familiengruppen im Play Store unterscheiden, wer eine Erlaubnis zum Kauf von In-App-Inhalten bekommt und wer nicht. In diesem Fall wird vor Käufen nach einem Passwort gefragt. Mehr zum Thema findet ihr in unserem Artikel „In-App-Käufe deaktivieren (Android und iOS) – so geht’s“.

Was haltet ihr von Googles Plan, In-App-Käufe durch Werbung zu ersetzen? Würdet ihr euch lieber ein Werbevideo anschauen, statt direkt ins Portemonnaie zu greifen? Schreibt eure Meinung dazu in die Kommentare.

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