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CAN-Bus: Auto-Diebstahl mit altem Nokia-Handy?

"Grand Theft Auto" neu gedacht: Autodiebe haben neue Tricks und müssen Fahrzeuge nicht mehr kurzschließen. (© IMAGO / Panthermedia)

In Großbritannien haben IT-Experten eine neue Methode entdeckt, mit der Diebe Autos klauen können. Dafür reicht ihnen oftmals schon ein altes Handy oder ein Bluetooth-Lautsprecher, um das CAN-Bussystem eures Kfz auszutricksen. Was das CAN-Bus überhaupt ist, wie sich Diebe Zugriff verschaffen und welche Autos verschont bleiben, das erfahrt ihr in diesem Artikel.

 
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CAN-Bussystem: Was ist das?

CAN steht hier für den englischen Begriff „Controller Area Network“. Unter Bussystem versteht man das Leitungssystem, das zur Datenübertragung zwischen Steuergeräten innerhalb des Autos verwendet wird. So sind drahtlos Motor- und Getriebesteuergerät miteinander verbunden.

Damit wurde die aufwendige, komplizierte Verkabelung mit dickem Kabelbaum ersetzt. Neu ist die Erfindung übrigens nicht, denn CAN-Bussysteme sind seit über 30 Jahren im Einsatz.

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Vorgehen der Diebe: Die CAN-Bus-Injection

Der Vorgang soll Autos in Sekunden öffnen können und braucht keine raffinierten Erfindungen. Mit der sogenannten „CAN-Bus-Injection“ wird ein einfaches Eingabegerät verwendet, um das Steuergerät des Autos mit Falschinformationen und Befehlen zu füttern. So können in kürzester Zeit die Türen entriegelt und der Motor gestartet werden.

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Dafür muss aber erst eine direkte Verbindung zwischen Eingabegerät und Auto hergestellt werden. Dafür gehen Verbrecher leider relativ rücksichtslos vor und entfernen notfalls auch gewaltsam Bestandteile des Fahrzeugs. Leidtragend ist dabei zumeist die Front eures Autos, das heißt Scheinwerfer und Verkleidungen werden herausgehebelt, abgebrochen oder anderweitig gelöst. Dahinter liegen nämlich die Stromstecker, über die Kriminelle die Eingabegeräte mit dem Auto verbinden können.

Nokia-Telefon und JBL-Lautsprecher: Unscheinbare Starthilfen

Uralte Technik wie die unkaputtbaren Nokia-Klötze und tragbare Bluetooth-Lautsprecher können nämlich mit Firmware modifiziert werden, die zum jeweiligen Fahrzeugtyp passt. Die Resultate gibt es im Darknet zu kaufen.

Telefonieren oder Musik abspielen können die Geräte nicht mehr, schließlich sollten die „emergency start devices“ bei einem Kostenpunkt von bis zu 5.000 Euro auch etwas mehr bieten. Unter diesem Namen, zu deutsch „Notstart-Geräte“, werden die Gadgets online nämlich angeboten.

CAN-Bussystem: Welche Autos werden geklaut?

Glücklicherweise ist nicht jeder Autobesitzer in Gefahr. Auf der Speisekarte stehen für Diebe Autos von Jeep, Maserati, Honda, Renault, Jaguar, Fiat, Peugeot, Nissan, Ford, BMW, Volkswagen, Chrysler, Cadillac, GMC und Toyota. Es ist also fast die ganze Industrie betroffen.

Ein Quäntchen Trost gibt es immerhin für die Besitzer von brandneuen Wägen. Diese sind nämlich ab Werk verschlüsselt. Wenn der Zugriff auf den CAN-Bus zu lange dauert, wird es den Dieben zu heiß. Sie brechen zumeist den Diebstahlversuch ab und flüchten. Das bedeutet allerdings im Umkehrschluss, dass jedes ältere Auto ohne enkodiertes CAN-Bussystem im Visier der Verbrecher sein könnte (Quelle: Canis Automotive Labs – CTO Blog).

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