Chiphersteller Intel hat einen folgenschweren Entschluss gefasst und streicht einige Prozessoren, die bald auf den Markt kommen sollten, restlos aus dem Portfolio. Doch dafür gibt es gute Gründe, wie sich zeigt.

Intel streicht einige Server-CPUs aus der aktuellen Roadmap

Während Privatanwender bereits gespannt auf Intels neue Core-i-Prozessoren der zehnten Generation warten, ist man im Business-Sektor eher an neuen Lösungen für Server interessiert.

Auch Intel wollte dieses Jahr einige neue Chips der CPU-Familie Cooper Lake auf den Markt werfen, hat das Portfolio jedoch überraschenderweise deutlich zusammengestrichen, wie ComputerBase berichtet.

Laut Intel sollen die Prozessoren für die Cedar-Lake-Plattform mit vier oder acht Sockeln weiterhin erscheinen. Hier rechnet man aktuell noch mit einem Marktstart im ersten Halbjahr 2020. Die Chips für Systeme der Whitley-Plattform hingegen, die mit einem oder zwei Sockeln für CPUs ausgestattet sind, wurden aus der aktuellen Roadmap entfernt – und das aus gutem Grund.

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Ice Lake statt Cooper Lake: Intel setzt auf neues Fertigungsverfahren

Inzwischen scheint die Entwicklung von Intels neuem 10-nm-Fertigungsverfahren so weit fortgeschritten zu sein, dass man lieber auf die kommenden Ice-Lake-Chips setzt, anstatt für kurze Zeit noch Cooper-Lake-Prozessoren mit 14-nm-Mikroarchitektur zu verkaufen.

Die Ice-Lake-Prozessoren sollen erst in der zweiten Jahreshälfte an den Start gehen, bis dahin will man weiterhin auf den bekannten Cascade-Lake-Refresh setzen.

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Für Intel könnte sich diese Entscheidung trotzdem als Fehler herausstellen. Schließlich soll auch AMD noch in diesem Jahr mit neuen Chips für den Server-Markt an den Start gehen. Mit Milan steht uns die dritte Generation der Epyc-Prozessoren ins Haus – obwohl auch dieser Release aktuell aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus auf der Kippe steht.

Der Schlagabtausch zwischen Intel und AMD bleibt also auch in diesem Jahr wieder spannend.