Wie fühlt es sich an, fast 48 Stunden aufs Mobilfunknetz verzichten zu müssen? Zu verdanken hatten ich und zig weitere Nutzer diese Zwangspause der Telefónica Deutschland, besser bekannt als Betreiber der Mobilfunkmarke „o2“.

Die Corona-Pandemie hat auch gute Seiten. Denn wer eh zu Hause sitzt und einen funktionierenden DSL-Anschluss besitzt, der ist aufs Mobilfunknetz weniger bis gar nicht angewiesen. Trotzdem staunte ich nicht schlecht, als mein iPhone mir klar machte, dass derzeit kein Netz anliegt. Zunächst nicht ungewöhnlich und so auch schon oftmals erlebt. Meist legt sich die Problematik kurze Zeit später, nicht so in meinem Fall.

Massiver Netzausfall bei o2: Wenn sich eine Basisstation verabschiedet

Noch Stunden später fehlte jedwede Verbindung. Was also tun? Flugmodus aktivieren, deaktivieren, ein Neustart ... nichts half. Muss also doch am Betreiber liegen. Glücklicherweise bietet o2 eine Möglichkeit zu prüfen, ob dem so ist. Vorausgesetzt man verfügt noch über einen alternativen Internetzugang (Stichpunkt DSL), bringt der Gang zur entsprechenden Webseite die Erkenntnis. Siehe da: Alarm Rot! Wobei die offizielle Umschreibung weniger dramatisch klingt: „Eine Basisstation in der Nähe funktioniert im Moment nicht einwandfrei.“

Zumindest informiert o2 auf der Webseite über entsprechende Störungen, vorausgesetzt man hat noch einen alternativen Internetzugang und kann den Live-Check nutzen. (Bild: Screenshot GIGA)

Nicht einwandfrei? In der Praxis bedeutete dies bei mir und allen anderen Kunden einen Totalausfall – hunderten, wenn nicht tausenden Menschen hier in der Gegend des oberen Elbtals wurde einfach mal so der Stecker gezogen. Laut o2 war man aber dran, denn „roter Alarm“ meint: „Bei diesem Ergebnis ist eine Netzstörung für deinen Standort bei uns bekannt und die Kollegen von der Netztechnik kümmern sich bereits um die Behebung.“ Gut zu wissen, lange kann es dann ja nicht mehr dauern, oder?

Tja, und so sollte es normalerweise funktionieren:

o2 - Wie funktioniert ein Mobilfunknetz?

Und ob, 24 Stunden später war nämlich noch immer keine Besserung in Sicht. Auch der nächste Tag brachte zunächst keine Rückkehr des geliebten Mobilfunknetzes. Erst nach fast 48 Stunden meldete sich die „bockige“ Basisstation überraschend wieder mit einem Lebenszeichen. Kurioserweise während ich diese Kolumne anfing zu schreiben – hört o2 etwa mit?

Mögliche Auswirkungen

Es war bis dato der wohl längste Netzausfall, den ich miterleben durfte, hoffentlich eine einmalige Angelegenheit. Ärgerlich in jedem Fall, wenngleich wie eingangs erwähnt in der aktuellen Situation weniger kritisch. Klassisch Telefonieren tue ich so gut wie gar nicht momentan und SMS gehören auch der Vergangenheit an. Dank des immerhin funktionierenden WLANs im Haus, ersetzen FaceTime und WhatsApp die üblichen Dienste. Doch dann komme ich ins Grübeln.

Immerhin habe ich seit Ende letzten Jahres nun LTE vor Ort:

Was wenn mich jemand über die Mobilfunknummer erreichen muss, beispielsweise eine Behörde? Oder was ist, wenn ich auf den Empfang einer SMS angewiesen bin? Etwa für die Zwei-Faktor-Authentifizierung bei diversen Diensten und Anbietern. Von all dem wäre ich abgeschnitten oder müsste kilometerweit in die nächste Funkzelle fahren, die noch funktioniert. Da merkt man erst mal, wie abhängig man tatsächlich von einem problemlos arbeitenden Mobilfunknetz ist. Uff ... gerade noch mal gut gegangen.

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