iPhone XS Max: Verdient Apple etwa noch mehr am Premium-Handy?

Sven Kaulfuss 29

Das iPhone XS Max ist Apples bisher teuerstes Handy – ein echtes Premium-Smartphone. Die Produktionskosten sind allerdings verhältnismäßig niedrig. Eine weitere Materialkostenanalyse mehrt nun den Verdacht, Apples Gewinnmarge könnte noch höher ausfallen.

iPhone XS Max: Verdient Apple etwa noch mehr am Premium-Handy?
Bildquelle: GIGA (iPhone XS Max) und pixabay (Hosen).

Update vom 27. September 2018, um 11:20 Uhr: Die Branchenexperten von IHS Markit legen eine weitere Kalkulation der Materialkosten des iPhone XS Max vor. Diese offenbart: Apples Stückkosten dürften sich für das Premium-Handy auf nur noch 390 US-Dollar (333 Euro) belaufen – 53 US-Dollar weniger als die vorherige Rechnung von Tech Insights. Fairerweise muss man allerdings erwähnen, IHS Markit rechnet auf Basis der 64-GB-Version, Tech Insights hingegen kalkuliert mit der 256-GB-Variante. Der Speicheraufpreis würde trotzdem nur 23,75 US-Dollar ausmachen. Unterm Strich verbleibt IHS Markit mit dem günstigsten ermittelten Stückpreis fürs iPhone XS Max. Ergo: Apple verdient wohl noch mehr am neuen iPhone XS Max als wie zuvor angenommen.

Quelle: IHS Markit via phoneArena.com

Originalartikel:

iPhone XS Max: Materialkosten von nur 376 Euro!

Das iPhone XS Max mit einer Kapazität von 256 GB kostet bei Apple 1.249 US-Dollar vor Steuern (in Deutschland 1.419 Euro inklusive Mehrwertsteuer beziehungsweise 1.192,44 Euro netto). Dem stehen veranschlagte Materialkosten von nur 443 US-Dollar (376 Euro) entgegen, wie die Branchenexperten von Tech Insights gegenwärtig eindrucksvoll vorrechnen. Für das iPhone X mit 64 GB Speicher (ursprünglich für 999 US-Dollar vorgestellt) fallen dagegen nur knapp 50 US-Dollar weniger Materialkosten an. Ergo: Apple hält insbesondere beim iPhone XS Max in beschriebener Konfiguration ordentlich die Hand auf.

Kosten für Apple weniger als man denkt, sind aber trotzdem teuer – die neuen iPhones in unserem Hands-On:

iPhone XS (Max) im Hands-On.

iPhone XS Max: Kostenoptimierung à la Apple

Überraschend: Die Komponenten des iPhone XS Max sind nochmals effizienter seitens Apple kalkuliert. Beste Beispiel das Display, dessen Kosten für das größere Modell mit 6,5-Zoll-OLED-Bildschirm sind mit 80,50 US-Dollar gegenüber dem 5,8-Zoll-OLED-Bildschirm des iPhone X nicht wesentlich höher. Dieses kostet nämlich 77,27 US-Dollar und damit nur knapp 3 US-Dollar weniger. Apple schafft dies durch Produktionsoptimierungen beim 3D-Touch-Modul des iPhone XS Max. Dem fehlen jetzt einige Komponenten, die jedoch keinen negativen Einfluss auf die eigentliche Funktion haben.

Tatsächliche Gewinnspanne: Geringer, aber immer noch unfassbar hoch

Doch verdient Apple wirklich über 800 Dollar am iPhone XS Max, wie die Rechnung von Tech Insights Glauben machen möchte? Nicht ganz, denn am Ende sind dies allein die Materialkosten. Gehälter aller Apple-Mitarbeiter, Entwicklung, Marketing, Lizenzen und vieles mehr werden bei dieser Rechnung eben nicht berücksichtigt. Schon 2015 äußerte Apple-Chef Tim Cook sich über derartige Materialkostenzusammenstellungen und merkte an, dass diese nicht annähernd die tatsächlichen Kosten abbilden: „Ich habe noch nie eine gesehen, die annähernd genau ist“.

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Am Hungertuch nagt Apple aber nicht, denn mit einer gegenwärtigen Brutto-Marge von fast 40 Prozent über alle Produkte steht der iPhone-Hersteller blendend da und schlägt alle Mitbewerber um Längen. Am Ende dürfte Apple also gut und gerne circa 500 US-Dollar Gewinn am besagten iPhone XS Max herausholen – noch immer unfassbar viel. Doch solange der Kunde bereitwillig zahlt, gibt’s kein zu teuer in der Marktwirtschaft. Man kann dem iPhone-Hersteller also nur gratulieren. Mitbewerber Xiaomi dagegen hat sich bewusst gegen solche hohen Gewinnmargen gestellt – wir berichteten. Allerdings gehören bei Xiaomi günstige Preise auch zum eigentlichen Markenkern, höhere Preise lassen sich da eben am Markt nicht durchsetzen. Apple hingegen kann dies und tut es auch.

Mal „ketzerisch“ an Kunden des iPhone XS Max gerichtet: Fühlt ihr euch von Apple „geschröpft“ oder aber zahlt ihr gerne den Mehrpreis?

Quelle: Tech Insights

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