Solid Explorer: Funktionsreicher Dateimanager im Test

Sven Kloevekorn 13

Die Macher des Solid Explorer sind recht überzeugt von Ihrer App, denn die Schnellstartanleitung begrüßt den Nutzer mit der Ankündigung, dass man nun den intuitivsten und schicksten Dateimanager für Android vor sich habe. Und in der Tat zeigt unser nachfolgender Test, dass der Solid Explorer dank einiger Besonderheiten wie der zwei Spalten im Dateibrowser, aber auch der logisch aufgebauten Bedienung, dem großem Funktionsumfang und seiner dezenten Optik absolut in der ersten Liga der Dateimanager mitspielt und Vergleiche mit anderen Top-Apps aus diesem Bereich nicht zu scheuen braucht.

Solid Explorer: Funktionsreicher Dateimanager im Test

Dateimanager mit zwei Spalten dürften PC-Veteranen schon seit DOS-Zeiten bekannt sein, als der Norton Commander (Bild unten) dieses Prinzip erstmals auf den PC brachte und so für viele Nutzer schnell unentbehrlich wurde. Auch heute noch hat die gleichzeitige, nebeneinander angeordnete Darstellung von Quell- und Zielverzeichnis viele Freunde; und so setzt auch der Solid Explorer für Android auf dieses Prinzip.

Norton-Commander

Zwei Spalten im Browser

Allerdings bekommt man die zwei Spalten des Solid Commander nur auf Tablets oder auf im Querformat gehaltenen Smartphones zu Gesicht; im Hochformat wird nur eine der beiden Spalten angezeigt, während man die andere durch horizontales Wischen erreicht. Dateien lassen sich zwischen den verschiedene Verzeichnisse darstellenden Spalten durch einfaches Drag and Drop verschieben.

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Lesezeichen, Navigation und Archive

Die oberste Zeile des Interfaces zeigt ausgehend vom Quellverzeichnis den Pfad zu dem Verzeichnis an, in dem man sich gerade befindet. So gelangt man schnell auf übergeordnete Verzeichnisse zurück. Wischt man vom linken Rand aus nach rechts, öffnet sich eine Liste mit Geräten und Lesezeichen, die automatisch angelegt werden, nachdem man sich etwa mit einem Cloud-Dienst wie Dropbox verbunden hat. Manuell kann man hier Lesezeichen zu beliebigen Ordnern ablegen, die sich dann ohne Umwege ansteuern lassen.

Für spätere Operationen lassen sich Elemente auswählen, indem man kurz auf die entsprechenden Symbole bzw. Vorschauen tippt. Neben oder unter dem Symbol befindet sich ein Beschreibungsbereich, der immer den Namen und bei den detaillierten Ansichten weitere Einzelheiten zu den Dateien, Ordnern oder Verzeichnissen enthält. Tippt man hier kurz, öffnet sich das Objekt, während ein langer Druck ein Kontextmenü zum Vorschein bringt, das z.B. anbietet, das Objekt auszuschneiden, zu einem bestimmten Ziel zu verschieben, zu löschen oder mithilfe einer anderen App zu versenden. Als Besonderheit bietet Solid Explorer unter dem ebenfalls hier zu findenden Punkt Eigenschaften neben ausführlichen Informationen einige Statistiken mit Kreisdiagrammen an.

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Solid Explorer beherrscht schreibend die Archivformate ZIP und TAR, lesend kommt noch RAR hinzu. Archive werden einfach wie Ordner durch Antippen des Beschreibungsbereiches geöffnet. Sie lassen sich verschlüsseln und mit Passwörtern schützen.

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Die Funktionsleiste

Ganz unten bzw. im Querformat ganz rechts ist eine Reihe von Schaltflächen angeordnet, die die Bezeichnungen Neu, Aktionen, Filter, Gehe zu und Menü tragen. Unter Neu werden neue Dateien, Verzeichnisse und Verbindungen über FTP, SFTP, SMB, WebDAV und zu Cloud-Diensten angelegt, die wie oben beschrieben automatisch in die Lesezeichen übernommen werden.

Hinter Aktionen verbergen sich noch einmal die üblichen Dateioperationen wie Kopieren, Einfügen und Löschen. Hier kann man sich auch die Eigenschaften von Dateien ansehen und alle Files und Ordner eines Verzeichnisses auf einmal markieren oder eine getroffene Auswahl umkehren. Eine Besonderheit stellt die Aktion Markieren dar, die eine zusätzliche Leiste mit Schaltflächen einblendet, die direkten Zugriff auf einige der sonst im Aktionen-Menü versteckten Optionen bietet und zusätzlich noch die Möglichkeit eröffnet, eine vorgenommene Auswahl umzukehren oder Ordner direkt zu teilen. Diese zusätzlichen Schaltflächen kommen auch zum Vorschein, wenn man Objekte markiert.

Unter Filter lassen sich Zeichenketten eingeben, nach denen das aktuelle Verzeichnis durchsucht wird. Gehe zu ist im Prinzip nur ein Sammlung von Verknüpfungen, mit denen man schnell ins Rootverzeichnis, zu Netzwerkverbindungen sowie zu Fotos, Downloads und Lesezeichen gelangt.

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Unter Menü kann man eine indexierte Suche starten, die Ansicht ändern (Liste, detaillierte Liste, Raster etc.), das aktuelle Verzeichnis nach verschiedenen Kriterien sortieren, Lesezeichen verwalten und Verzeichnisse freigeben. Schön wäre es, wenn sich die App merken würde, welches Verzeichnis man in welcher Ansicht bevorzugt. So lassen sich Fotos besser in der Rasteransicht überblicken, während man sonst wohl der Listenansicht den Vorzug geben würde. Da die Ansicht leider stets global auf die ganze Spalte angewandt wird, kommt man um häufige Anpassungen nicht herum. Zusätzlich finden sich hier noch der Punkt Operationen, unter dem sich gerade ausstehende sowie ein Verlauf der letzten Vorgänge einsehen lässt, und nicht zuletzt das Einstellungsmenü.

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Ausgewählte Einstellungen

Unter Aussehen wählt man zwischen zwei vorinstallierten Themes (hell und dunkel) oder passt das Farbschema manuell an. Die Größe der Icons kann über den Eintrag Dateiliste verändert werden. Unter Sicherheit lässt sich ein Master-Passwort zum Schutz der Passwörter eingerichteter Verbindungen setzen.

Fazit

Man merkt sofort, dass der Solid Explorer mit viel Sorgfalt und Liebe zum Detail programmiert wurde und der Entwickler sich ausgiebig Gedanken über eine möglichst intuitive Benutzerführung gemacht hat, die allerdings nicht ganz ohne Redundanzen auskommt. Das Interface ist funktional, übersichtlich und wirklich schick ausgefallen, wozu auch die netten und dezenten Animationen beitragen. Leider merkt sich die App nicht die bevorzugte Ansicht von Verzeichnissen.

Das altbewährte, übersichtliche Konzept mit den zwei gegenüberliegenden Spalten ist besonders auf Tablets sehr praktisch. Super funktioniert die Verwaltung von eingerichteten Verbindungen etwa in die Cloud oder über FTP, die automatisch in die stets schnell erreichbaren Lesezeichen übernommen werden und mit einem Master-Passwort geschützt werden können. Lobenswert ist auch die Unterstützung vieler Protokolle wie FTP, SFTP und SMB sowie der gängigsten Archivformate. Bluetooth-Filetransfer wird bisher nicht unterstützt. Auf bei anderen Dateimanagern zu findenden Ballast wie die zahlreichen Manager des ES Explorers, die letztlich nur ohnehin vorhandene Systemfunktionen nachbilden, verzichtet der Solid Explorer komplett, was wir nicht als Nachteil empfunden haben.

Der Solid Explorer bringt eigentlich alles mit, was man von einem Dateimanager auf Android erwarten darf und überzeugt dabei fast auf ganzer Linie. Ob die 1,54 Euro teure App gegenüber Gratis-Dateimanagern wie dem ebenfalls komfortablen und ausgereiften, jedoch deutlich weniger schicken ES Explorer einen dem Preis entsprechenden Mehrwert bietet, kann jeder innerhalb des Testzeitraums von 14 Tagen selber ausprobieren, in dem die App ohne Einschränkungen läuft.

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