Windows vs Linux: Vorteile- und Nachteile der Betriebssysteme erklärt

Robert Schanze

Linux oder Windows? Welches Betriebssystem ist besser? – Das ist die falsche Frage. Es kommt vielmehr darauf an, welche Vorteile ihr haben oder welche Nachteile ihr nicht haben möchtet. Unser Linux-Ratgeber klärt auf.

Windows vs Linux: Vorteile und Nachteile

Windows 10 Linux (abhängig von Distribution)
Oberfläche (GUI) Benutzerfreundliche Oberfläche.
Geringe Anpassbarkeit.
Einfache Windows- oder Unix-ähnliche Benutzeroberfläche (KDE, Gnome), professionelle aber kompliziertere Benutzeroberfläche (i3), völlig ohne GUI (Terminal)
Startmenü Lange App- und Programmliste mit animierten Kacheln. Einteilung von Programmen in übersichtliche Kategorien.
Betriebssystem-Geschwindigkeit Wird mit der Zeit immer langsamer. Bleibt gleich schnell (wegen anderer Architektur).
Spiele-Vielfalt Maximale Auswahl an Spielen. Reduziertes Linux-Gaming (die meisten Spiele gibt es bei Steam).
Antivirus-Programm Zwingend notwendig (Defender oder Drittanbieter). In der Regel nicht nötig.
Multitasking Rudimentäre virtuelle Desktops. Besseres Multitasking durch Anpassung der Arbeitsflächen.
Hardware und Treiber-Unterstützung Für fast jede Hardware gibt es Treiber. Stark von Distribution abhängig. Manjaro und Linux Mint haben gute Treiber-Unterstützung. Neue Hardware meistens erst später unterstützt (Drucker, WLAN, Grafikkarte, …).
Software-Vielfalt Sehr große Auswahl an aktueller Software. Teils nicht so spezialisierte Software, aber gute Alternativen, Beispiele: Photoshop vs Gimp, MS Office vs LibreOffice.
Je nach Distribution aktuell oder älter (aber stabiler).
Software-Installation Kann von Webseiten heruntergeladen werden.
Kein einheitliches System, das die Sicherheit und Richtigkeit der Programme gewährleistet.
Kann selten von Webseiten heruntergeladen werden.
Einheitliches Store-System (Repositories), aus denen geprüfte und sichere Software installiert werden kann.
Software-Deinstallation Oft unvollständig und nicht immer offensichtlich. Einfache und vollständige Software-Deinstallation über Software-Center.
Updates Zwangsupdates, die automatisch installiert werden und nur begrenzt aufschiebbar sind.
Risiko von Systemausfällen durch fehlerhafte Updates in Windows 10.
Volle Kontrolle, ob und welche Updates installiert werden. Dennoch erhöhtes Risiko durch Updates, die Systemkomponenten zerschießen können.
Stabilität In der Regel stabil, wenn Updates den Zustand nicht beeinflussen. Debian ist stabil. Manjaro und Linux Mint laufen sehr stabil.
Ansonsten abhängig von genutzter Hardware und Software.
Backup Grundlegende Systemwiederherstellung durch Wiederherstellungspunkte.
Image-Backup-Erstellung vorhanden.
Mehrere Backup-Programme an Bord:
Timeshift für System-Backups. Datensicherungswerkzeug für Daten-Backups.
Source-Modell Closed-Source / Shared Source (Quellcode nicht einsehbar) Open Source (Quellcode ist einsehbar)
Kosten Lizenzkosten für Endanwender und Unternehmen. Kostenlos für private Zwecke.
Für Unternehmen können Lizenzkosten anfallen.
Ausprobieren Muss installiert werden, um es zu testen. Kann als Live-System von USB-Stick oder CD ausprobiert werden.

Anpassbarkeit von Windows und Linux

Während Windows mit einer einzigen Benutzeroberfläche kommt, können Linux-Distributionen in der Regel unterschiedliche Desktop-Umgebungen nutzen, sodass man sich seine Lieblingsoberfläche auswählen kann. Linux Mint unterstützt etwa die Desktop-Umgebungen Cinnamon, Mate, Xfce und KDE. Die Unterschiede seht ihr in unserer Bilderstrecke:

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7 Bilder
Desktop-Unterschiede von Linux Mint, Ubuntu, Manjaro und Debian.

Auch die Linux-Betriebssystemen selbst lassen sich in den Einstellungen oft sehr gut anpassen. Windows lässt das ohne Drittanbieter-Programme in dem Maße nicht zu.

Software-Situation

Es gibt sehr viel kostenlose Software für Windows, aber auch sehr viel kostenpflichtige und spezialisierte Programme (vor allem in der Medienerstellung und -bearbeitung). In Linux bekommt man als Endanwender so gut wie alle Programme kostenlos. Hier seht ihr unsere Top-Auswahl:

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19 Bilder
Unsere Top-18 Linux-Software für 2018.

Wenn man von Windows kommt, muss man sich unter Umständen etwas umgewöhnen, wenn es ein bestimmtes Programm nicht unter Linux gibt. Oft kann man mit Wine aber auch Windows-Programme in Linux installieren:, wie wir hier am Beispiel von Photoshop unter Linux zeigen:

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8 Bilder
Anleitung: Photoshop in Linux installieren.

Ebenso lässt sich Linux auch in Windows nutzen oder testen:

Vertrauen oder Kontrolle

Aus IT-Sicht ist besonders interessant, dass Linux (meistens) auf das Open-Source-Modell setzt. Das bedeutet, dass der Quellcode einsehbar ist und (jemand, der Ahnung davon hat) sehen kann, was die Software genau tut oder ob Hintertüren eingebaut sind, die nichts mit der eigentlichen Programmfunktion zu tun haben.

Fazit

  • Wer seinen Rechner für Büro-Arbeiten und das Surfen im Internet nutzt, kann Windows oder Linux gleichermaßen nutzen.
  • Wer volle Anpassbarkeit und Kontrolle über sein Betriebssystem, sowie weniger Wartungsaufwand mit Updates und Co. haben möchte, sollte sich Linux näher anschauen.
  • Gamer und Medienschaffende müssen in der Regel Windows nutzen, da sie beispielsweise auf proprietäre Software wie Adobe Premiere (Schnittprogramm) angewiesen sind.

Ich habe mit Windows 3.1 angefangen und finde Windows 7 immer noch sehr gut. Mittlerweile ist Linux Mint (Cinnamon) mein Favorit, da Windows 10 Wege geht, die ich nicht immer gut finde. Welches Betriebssystem findet ihr heute am besten?

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