Nvidia GeForce RTX 2080 Ti vorgestellt: Grafik-Revolution dank Raytracing?

Thomas Kolkmann

Im Vorfeld der gamescom 2018 hat Nvidia auf dem GeForce-Event in Köln ihre neue Grafikkarten-Generation der Turing-GPU-Architektur vorgestellt. Mit einer erneut ordentlichen Leistungssteigerung zur vorherigen Generation und Raytracing-Berechnungen in Echtzeit soll die GeForce RTX 2080 Ti zur wahren 4K-Wunderwaffe werden – natürlich mit dementsprechenden Preis.

Nvidia GeForce RTX – Graphics Reinvented (Trailer).

Nvidia GeFoce RTX 2080 Ti – Technische Details, Preis und Release

Am 20. September 2018 erscheinen mit der GeForce RTX 2080 Ti und ihrem kleinen Bruder, der GeForce RTX 2080 die ersten Turing-GPUs. Der Preis für die Founders Edition von Nvidia liegt dabei für die RTX 2080 Ti bei 1.259 Euro. Zwar hat Nvidia auf dem GeForce-Event erwähnt, dass es die RTX 2080 Ti von anderen Herstellern ab einem Einstiegspreis von 999 US-Dollar (zzgl. Steuer) geben soll, aktuell sind die Preise der Karten von ASUS, MSI, ZOTAC & Co. aber deckungsgleich oder gar teurer als die Founders Edition. Vorbestellen könnt ihr unter anderem bei , oder .

Gegenüber der GTX 1080 Ti hat sich beim neuen Flaggschiff, der RTX 2080 Ti einiges getan. Mit den zusätzlichen RT- und Tensor-Recheneinheiten können Lichteffekte und ähnliches in Echtzeit per Raytracing gerendert werden. Die Turing-Grafikchips entstehen in 12-Nanometer-Fertigung und setzten auf GDDR6 V-RAM. Der Basistakt ist etwas gesunken, dafür besitzt die Karte insgesamt nahezu 750 mehr Shader-Kerne und erreicht mit den 11GB GDDR6 V-RAM eine Speichergeschwindigkeit von 14 Gbit/s. Was die Leistungsaufnahme angeht, bleiben GTX 1080 Ti und RTX 2080 Ti mit 250 Watt gleichermaßen stromhungrig.

Einen absoluten Vergleich zwischen den beiden Grafikkarten-Generationen kann man bisher aber noch nicht ziehen, da Nvidia auf dem GeForce-Event noch keine konkreten Benchmarks gezeigt hat. Lediglich die Rechenleistung der RTX 2080 Ti wurde mit 14,2 TFlops benannt, was eine theoretische Leistungssteigerung von rund 23 Prozent gegenüber den 11,4 TFlops der GTX 1080 Ti bedeuten würde. Ansonsten hielt Nvidia die Leistungssteigerung vor allem durch die Raytracing-Leistung in sogenannten GigaRays/s fest. Da die Pascal-GPUs hierfür aber nicht ausgelegt sind, ist die „Leistungssteigerung“ zur neuen Grafikkarten-Generation natürlich enorm – jedoch nicht sehr aussagekräftig.

GeForce RTX 2080 Ti vs. RTX 2080 vs. GTX 1080 Ti

  GeForce RTX 2080 Ti (FE) GeForce RTX 2080 (FE) GeForce GTX 1080 Ti
Fertigung 12 nm 12 nm 16 nm
Shader-Kerne 4.352 2.944 3.584
Basistakt GPU (MHz) 1.350 1.515 1.480
Boosttakt GPU (MHz) 1.545 (1.635) 1.710 (1.800) 1.582
V-RAM 11 GB GDDR6 8 GB GDDR6 11 GB DDR5X
Speichergeschwindigkeit 14 Gbit/s 14 Gbit/s 11 Gbit/s
Speicher-Interface 352 Bit 256 Bit 352 Bit
Speicherbandbreite 616 GB/s 448 GB/s 484 GB/s
Leistungsaufnahme (TDP) 250W (260W) 215W (225W) 250W
Anschlüsse DisplayPort 1.4, HDMI 2.0b, USB-Typ-C DisplayPort 1.4, HDMI 2.0b, (USB-Typ-C) DL-DVI, HDMI 2.0b, DisplayPort 1.4 „ready“

Nvidia GeForce RTX – Grafik-Revolution dank Raytracing?

Nvidia hat sich auf dem GeForce-Event und bei der Bewerbung der neuen RTX-Karten nicht gerade zurückgehalten. Sie sprechen von einer „Revolution“ und werben mit dem Slogan „Grafik neu erfunden“.

Die Turing-Grafikchips enthalten dabei spezielle Rechneinheiten, sogenannte RT-Kerne, die auf Raytracing spezialisiert sind. Diese sind nur dafür da, um naturgetreue Lichtverhältnisse, Reflexionen und Schatten zu berechnen. Dazu besitzt die RTX-Reihe nun neben den Profi-GPUs der Volta-Serie sowie der Titan V die sogenannten Tensor Cores. Die Tensor-Recheneinheiten führen KI-Grafikalgorithmen aus und können so im Zusammenspiel mit den RT-Kernen die Raytracing-Rendertechnik in Echtzeit berechnen.

Spiele komplett per Raytracing zu rendern, wird auch die RTX 2080 Ti nicht schaffen, stattdessen setzt Nvidia auf eine Hybrid-Lösung. So sollen die Spiele weiterhin größtenteils mit der herkömmlichen Rasterisation-Technik gerendert werden. Effekte wie Licht, Schatten und Reflexionen werden dabei aber in Echtzeit per Raytracing gerendert. Dafür müssen die Spiele jedoch speziell über Nvidias RTX-Framework für die Raytracing-Schnittstelle Microsoft DXR angepasst werden. Aktuelle und ältere Spiele profitieren also nicht von den RT- und Tensor-Kernen.

Bleibt also abzuwarten, wie die RTX-Grafikkarten in den herkömmlichen Benchmarks abschneiden und ob sich das Rendern mit Raytracing möglichst schnell durchsetzt. Einige große Grafikengines wie die Unreal Engine 4 und Frostbite unterstützen Raytracing bereits. Sollte die nächste Konsolengeneration und AMD vermehrt auf Raytracing setzen, dürfte die Grafik-Revolution vielleicht wirklich mit der RTX-Reihe beginnen. Möglicherweise wiederholt sich die Geschichte aber nur und wir stehen erneut vor einer PhysX- oder GameWorks-Situation.

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