Microsoft hat angekündigt, mit einem Update von Office 365 Pro einfach mal Google als Standardsuche aus dem Chrome-Browser zu entfernen. Wer das Paket nutzt, der bekommt automatisch eine Chrome-Erweiterung installiert, die Bing zum neuen Standard macht. Nun macht der Konzern einen Rückzieher

Microsoft: Bing wird automatisch zum Standard

Update vom 12.02.2020: Gute Nachrichten: Microsoft hat im offiziellen Blog mitgeteilt, dass die Suchmaschine doch nicht von Chrome zu Bing geändert wird.

Originalartikel:

Wer Microsoft Office 365 Pro nutzt und zusätzlich auf den Chrome-Browser setzt, der könnte sich ab Mitte Februar wundern, warum plötzlich mit Bing statt mit Google gesucht wird. Wie Microsoft angekündigt hat, soll mit einem Update von Office 365 Pro auch eine Chrome-Erweiterung automatisch installiert werden – ohne, dass der Abonnent dem zugestimmt hat – über die Bing zum neuen Suchstandard bei Chrome wird. Nur in einem Fall soll auf die ungefragte Installation verzichtet werden: Wenn Bing bereits als Standard eingerichtet ist.

Microsoft begründet die Änderung damit, dass Abonnenten von Office 365 Pro damit direkt bei Chrome auf Dateien sowie Inhalte des Cloud-Dienstes Microsoft OneDrive zugreifen können. Das Update wird laut ZDnet ab Mitte Februar verteilt, allerdings nicht in allen Märkten. Deutschland ist auf der Liste allerdings zu finden, ebenso wie Frankreich, die USA und Großbritannien.

Dass die Zwangsumstellung von Google zu Bing nicht bei allen Nutzern zu Jubelstürmen führt, wird Microsoft klar sein. IT-Admins können die Installation der Erweiterung verhindern, indem sie entsprechende Einstellungen der Gruppenregeln vornehmen. Abonnenten von Office 365 Pro müssen die Installation zunächst in jedem Fall über sich ergehen lassen, könne die Erweiterung bei Chrome anschließend aber einfach entfernen. Bing ist dann nicht mehr länger als Standardsuchmaschine bei Chrome eingestellt.

Microsoft Office gibt es natürlich auch mobil:

Office Mobile App von Microsoft für iOS und Android

Office 365 Pro: Wieder ein Fall für die EU-Kommission?

Da Nutzern bei der Umstellung auf Bing keine Wahl gelassen wird, könnte sich die Europäische Kommission unter Umständen mit dem Fall befassen. Zuletzt wurde Google zu einer Strafzahlung von 4 Milliarden Euro verdonnert, weil der eigene Suchdienst „zum Schaden der Konkurrenz“ eingesetzt wurde. Auch wenn es sich hier um eine anders gelagerten Fall als bei Office 365 Pro handelt, könnte die EU aktiv werden.

Wie Erweiterungen aus Google Chrome einfach wieder entfernt werden, zeigt die Bilderstrecke:

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Google-Chrome-Erweiterungen installieren, deaktivieren, löschen

Android muss nach Beschluss der Europäischen Kommission ab dem 1. März 2020 bei der ersten Inbetriebnahme von Handys alternative Suchmaschinen prominenter platzieren. In Deutschland wird es die Wahl zwischen DuckDuckGo, Info.com, GMX und natürlich Google geben.