Das 9-Euro-Ticket ist zum September-Beginn abgelaufen. Jetzt müssen wieder die normalen Preise für den Personennahverkehr bezahlt werden. Die Kampagne „9 Euro Fonds“ will das 9-Euro-Ticket aber fortführen.

 
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Dabei bekommt man aber keinen richtigen Fahrausweis. Stattdessen soll es sich um eine „kollektive Ticketversicherung“ handeln. Wie funktioniert der 9-Euro-Fonds?

9 Euro Fonds: Kampagne will 9€-Ticket fortführen

Interessierte bezahlen hier ab September 9 Euro pro Monat in den Fonds ein. So wird man Mitglied. Fährt man nun ohne Fahrschein und wird kontrolliert, soll das erhöhte Beförderungsentgelt von dem Fonds übernommen werden. Dabei reicht es nach eigenen Angaben aus, die Zahlungsaufforderung des Verkehrsunternehmens an den Fonds per E-Mail (strafe@9eurofonds.de) weiterzuleiten, der die Zahlung übernimmt. Das soll auch bei mehrfachen Verstößen gehen. Das Geld stammt aus Spenden. Um euch anzumelden, reicht es, die entsprechende Seite zu öffnen und sich dort für das angebotene „9€ Ticket“ per Spende anzumelden. Daneben könnt ihr noch ein sogenanntes „Soli-Ticket“ buchen. Dabei handelt es sich um eine Spende, die für die Begleichung der Fahrschulden herangezogen wird.

Der 9-Euro-Fonds soll für „Schwarzfahrten“ in Bussen, U-Bahnen, Trams und S-Bahnen in Deutschland bereitstehen. Der Regionalverkehr der Deutschen Bahn ist explizit nicht abgedeckt, da hier regelmäßiger kontrolliert wird. Auch Fahrten ohne Ausweis im ICE werden nicht übernommen, da das „echte“ 9-Euro-Ticket hier auch nicht gültig war.

9 Euro Fonds: Das sollte man unbedingt beachten

Natürlich handelt es sich bei dem 9-Euro-Fonds nicht um eine offizielle Fortführung des 9-Euro-Tickets, das in den letzten drei Monaten verfügbar war. Die Verkehrsunternehmen unterstützen das Angebot nicht. Stattdessen steckt hierhinter eine Initiative, die auf die Nachfrage nach einem günstigen öffentlichen Nahverkehr aufmerksam machen will.

Das birgt einige Gefahren: Das Fahren ohne Fahrausweis gilt als Straftat. Zwar könnt ihr durch die Teilnahme am Fonds möglicherweise einer teuren Zahlung entgehen, es droht aber immer noch eine Anzeige durch das Verkehrsunternehmen. Das gilt besonders für Mitfahrende, die häufiger im Nahverkehr ohne gültigen Fahrausweis erwischt werden. Die Initiatoren erwähnen selbst, dass sie „nicht dazu aufrufen, ohne Fahrschein zu fahren“. Zudem wird hier auch darauf hingewiesen, dass das Fahren ohne Fahrschein als „Erschleichen von Leistungen“ gilt und strafbar ist, auch, wenn das erhöhte Beförderungsentgelt bezahlt wird.

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Jeder Interessierte soll daher selbst überlegen, ob einem das Risiko wert ist, erwischt zu werden und die Folgen zu tragen. Der 9-Euro-Fonds übernimmt nur die Kosten für das erhöhte Beförderungsentgelt und steht nicht bei weiteren rechtlichen Konsequenzen zur Seite.

Der 9-Euro-Fonds soll nicht dauerhaft bestehen, sondern angeboten werden, bis es einen richtigen Nachfolger des 9-Euro-Tickets gibt. Aktuell gibt es Planungen zu einem 49-Euro-Angebot. Vorbilder für das Angebot sind die schwedische Kampagne „Planka.nu“ sowie „Yo no pago“ („Ich zahle nicht“) aus Spanien, zwei Solidaritätsbewegungen, die bereits seit Jahren Kosten für Fahrten ohne Fahrausweis übernehmen. Unterstützt wird die Initiative von „Sanktionsfrei“, einem Verein zur Unterstützung von Hartz-4-Empfängern sowie vom Freiheitsfonds, der sich für Menschen einsetzt, denen eine Freiheitsstrafe wegen Erschleichens von Leistungen droht.

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