Ist Windows 7 noch sicher? Microsoft macht mir Angst

Robert Schanze 2

Microsoft hatte per Blogeintrag mitgeteilt, dass Windows 7 nicht mehr die Sicherheitsanforderungen von heute erfüllen kann und auf veralteten Sicherheitsarchitekturen beruht – und das 3 Jahre vor dem Support-Ende. Heißt das, Windows 7 ist nicht mehr sicher? Wir zeigen euch, wie sicher Windows 7 wirklich ist.

Der ursprüngliche Pressemitteilung von Microsoft „An Early Goodbye to Windows 7“ ist mittlerweile wieder verschwunden. Vielleicht, weil man gemerkt hat, dass er etwas übertrieben war und Windows 7 unnötig schlecht gemacht hat. Der Artikel ließ sich hier finden: news.microsoft.com/de-de/early-goodbye-windows-7-support-endet-drei-jahren/

4 einfache Tipps für Windows 7.

Das sieht man, wenn man den Microsoft-Artikel aufrufen möchte:

Ist Windows 7 noch sicher? – der ursprüngliche Microsoft-Blogpost

Im Blogpost von Microsoft stand unter anderem Folgendes:

Heute kann Windows 7 nicht mehr mit den gestiegenen Sicherheitsanforderungen mithalten. Vielmehr sorgt es für höhere Betriebskosten (…). Windows 7 basiert auf längst veralteten Sicherheitsarchitekturen. Drei Jahre vor dem Support-Ende sollten sich somit insbesondere Firmenkunden rechtzeitig mit dem Wechsel auf ein modernes Betriebssystem beschäftigen. Unternehmen wie Anwender, die mit ihren sensiblen Daten noch in drei Jahren auf Windows 7 unterwegs sind, sehen sich enormen Gefahren ausgesetzt. Bereits heute muss praktisch jedes Unternehmen mit Cyber-Angriffen rechnen (…).

Ich fasse also mal die Schlagwörter, die beim Drüber-lesen hängen bleiben, zusammen:

  • nicht mehr sicher
  • veraltet
  • rechtzeitig wechseln
  • sensible Daten in Gefahr
  • Cyber-Angriffe

Um es mal sanft auszudrücken: Microsoft suggeriert, das man doch bitte auf Windows 10 wechseln solle, weil es sicherer sei. Schauen wir uns mal an, wie (un)sicher Windows 7 ist.

So (un)sicher ist Windows 7 wirklich

Windows 7 bekommt weiterhin Sicherheitsupdates bis zum 14. Januar 2020 laut dem Windows-Lebenszyklus. Es ist demnach Microsofts Job, Windows 7 weiterhin sicher zu halten. Zu sagen, dass Windows 7 nun nicht mehr sicher genug sei, wäre in etwa so wie einzugestehen, seinen Job nicht machen zu können, oder?

Wenn man bedenkt, dass Windows 7 immer noch den größten Marktanteil bei den Desktop-Betriebssystemen hat (rund 48 Prozent) ist das schon eine Hausnummer. Demnach würden fast die Hälfte aller Nutzer mit einen unsicheren Betriebssystem unterwegs sein? Zum Vergleich: Windows 10 hat derzeit etwa 24 Prozent Marktanteil (Stand: Dezember 2016).

Die Sicherheitsexperten des CERT sehen das etwas anders: Im November 2016 haben sie festgehalten, dass Windows 7 im Zusammenhang mit dem Enhanced Mitigation Experience Toolkit (EMET) sicherer als Windows 10 sei. Ihr könnt das folgender Tabelle entnehmen:

Das heißt, falls ihr Bedenken bezüglich der Sicherheit von Windows 7 habt:

  1. Installiert euch Microsoft EMET unter Windows 7.
  2. Wählt die empfohlenen Einstellungen aus, wenn ihr euch nicht weiter damit befassen wollt.
  3. Fertig.

Warum ist Windows 7 + EMET sicherer als Windows 10?

Vielleicht stellt ihr euch nun diese Frage. Laut Will Dormann vom CERT sind in Windows 10 zwar bestimmte Sicherheitsfunktionen integriert. Das Problem wäre aber, dass die Software, die auf Windows 10 läuft speziell dafür kompiliert sein müsse, um den Vorteil auch ausnutzen zu können. EMET gleicht das teilweise aus, da es die auf eurem PC laufende Software (mit ihren Schwachstellen) vor Exploits und anderen Gefahren schützt.

Übrigens: Wenn ihr Windows 10 habt, könnt ihr EMET ebenfalls installieren, um noch sicherer zu sein.

Es ist richtig, das Unternehmen rechtzeitig planen müssen, wenn sie einen Wechsel von Windows 7 auf ein anderes Betriebssystem durchführen wollen. Allerdings muss der Wechsel nicht schon JETZT geschehen. Wer in Windows 10 keinen Vorteil gegenüber Windows 7 sieht, kann wie oben gezeigt bei Windows 7 bleiben.

Fakt ist: Für Microsoft lohnt es sich mehr, wenn die Kunden Windows 10 nutzen. Hier gibt es beispielsweise den Windows Store, der als zusätzliche Einnahmequelle dient. Dann sind da auch noch die ganzen Datenschutz-Einstellungen, mit denen sich wohl nicht alle befassen.

Die ursprüngliche URL-Bezeichnung des Microsoft-Artikels zeigt meiner Meinung nach, was sich Microsoft wünscht: Ein frühes Ende von Windows 7 (An Early Goodbye to Windows 7). Aber das liegt nun mal nicht (nur) in Microsofts Hand.

Achtung: Wir weisen an dieser Stelle auf das Support-Ende von Windows Vista hin. Vista ist nur noch bis zum 11. April 2017 sicher.

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Top 7 Windows-Wartungstools für Windows 10, 7 und 8.

Was war dein erstes Betriebssystem? (egal ob Desktop oder Mobile)

Mein erstes Betriebssystem war Windows 3.1. Danach kam Windows 98, ME, XP und 7. Vista, Windows 8 oder Windows 10 sind nicht meine Betriebssysteme. Mittlerweile bin ich bei Linux Mint Cinnamon gelandet. Wie sehen eure Erfahrungen aus? Schreibt sie uns gerne in die Kommentare.

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