Um Windows 11 installieren zu können, ist laut Microsoft zwingend ein TPM-Modul in Version 2.0 erforderlich. Was das genau ist, ob euer PC das hat, wie er es aktiviert und sogar umgehen könnt, erklären wir euch hier.

 

Windows 11

Facts 

Was ist TPM?

TPM ist ein kleiner Chip (meistens) auf dem Mainboard, der sicherstellen soll, dass man nur Betriebssysteme auf dem PC installieren kann, mit welchen der Hersteller einverstanden ist. Mit „Hersteller“ können OEM-Hersteller (Lenovo, HP, ...) oder Software-Hersteller (Microsoft) oder Mainboard-Hersteller (ASUS, MSI, Intel, ...) gemeint sein.

Die Abkürzung „TPM“ steht für „Trusted Plattform Module“. Das ist ein kleiner Chip, der auf dem Mainboard verbaut ist und ein Computersystem angeblich sicherer machen soll. Insbesondere verhindert der Chip eine Manipulation des Rechners. Das kann positiv als auch negativ sein. Wenn der Rechner vor der Installation von Malware geschützt wird, ist das gut. Wenn der Nutzer allerdings ein alternatives Betriebssystem wie Linux installieren möchte, und der TPM-Chip verhindert das, dann ist das schlecht. Man kann das TPM-Modul auch als Homebrew-Schutz bezeichnen.

Im Video erklären wir alles, was ihr zu TPM wissen solltet:

Was ist TPM und warum setzt Windows 11 es voraus? – TECHfacts

Was hat das mit Windows 11 zu tun?

Wenn euer Mainboard kein TPM-2.0-Chip verbaut hat (und auch nicht damit aufgerüstet werden kann), könnt ihr Windows 11 nicht nutzen.

  • Windows 11 benötigt neben aktiviertem „Secure Boot“ auch TPM 2.0 für die Installation – siehe Systemanforderungen.
  • Für Windows 10 genügte noch die ältere TPM-Version 1.2.
  • Glücklicherweise wird TPM 2.0 schon ab Windows 8 unterstützt.
  • Allerdings nützt das nichts, wenn das Mainboard keinen entsprechenden TPM-Chip verbaut hat.
  • Ob das bei euch der Fall ist, könnt ihr leicht herausfinden.

Unser Video zeigt, ob auf eurem PC Windows 11 läuft:

Läuft Windows 11 auf meinem PC?

Hat mein Computer TPM 2.0?

Wenn ihr euren Rechner im Jahr 2018 oder später gekauft oder selbst zusammengebaut habt, sollte auf eurem Mainboard ein TPM-Chip in der Version 2.0 vorhanden sein. Ihr könnt das wie folgt prüfen:

So öffnet ihr die Infos zu eurem TPM-Chip. Bild: GIGA
So öffnet ihr die Infos zu eurem TPM-Chip. Bild: GIGA
  1. Öffnet das Startmenü, tippt Sicherheitschip ein und klickt auf das Suchergebnis.
  2. Jetzt zeigt euch Windows die Infos eures TPM-Chips an.
  3. Neben „Spezifikationsversion“ sollte 2.0 stehen.
  4. Steht dort nur die Version 1.2, hat euer Computer nur den älteren TPM-1.2-Chip und ihr könnt Windows 11 nicht installieren.
Dieses Mainboard hat einen aktivierten TPM-2.0-Chip und unterstützt Windows 11. Bild: GIGA
Dieses Mainboard hat einen aktivierten TPM-2.0-Chip und unterstützt Windows 11. Bild: GIGA

Alternativ könnt ihr auch den Geräte-Manager öffnen, indem ihr die Tastenkombination [Windows] + [R] drückt, devmgmt.msc eintippt und mit [Enter] bestätigt. Klappt dann den Eintrag „Sicherheitsgeräte“ auf. Wenn dort „Trusted Platform Module 2.0“ steht, habt ihr TPM 2.0.

Der Geräte-Manager zeigt hier die TPM-Version an. Bild: GIGA
Der Geräte-Manager zeigt hier die TPM-Version an. Bild: GIGA

Eine dritte Methode: Öffnet das Ausführen-Fenster mit der Tastenkombination [Windows] + [R], tippt tpm.msc ein und drückt [Enter]. Hier werden euch ebenfalls die wichtigsten TPM-Infos angezeigt.

Hier seht ihr ebenfalls die TPM-Version 2.0. Bild: GIGA
Hier seht ihr ebenfalls die TPM-Version 2.0. Bild: GIGA

Es wurde kein kompatibles TPM gefunden

Wenn Windows euch anzeigt, dass kein kompatibles TPM gefunden wurde, ist TPM sehr wahrscheinlich in eurem BIOS deaktiviert. Unter Umständen könnt ihr es dann aber im BIOS aktivieren.

Hier ist das TPM-Modul vermutlich im BIOS deaktiviert. Bild: GIGA
Hier ist das TPM-Modul vermutlich im BIOS deaktiviert. Bild: GIGA

Wie kann ich TPM aktivieren?

  1. Startet euren PC neu, falls er gerade läuft.
  2. Beim Start drückt ihr schnell die richtige Taste, um das BIOS zu öffnen. Meistens ist das [F2] oder [Entf] oder [Del].
  3. Sucht im BIOS den Reiter oder Abschnitt „Sicherheit“.
  4. Sofern möglich, aktiviert TPM („TPM On“).
  5. Verlasst danach das BIOS und speichert die geänderten Einstellungen („Save Changes“).
  6. Wenn Windows hochgefahren ist, prüft ihr mit obigen Methoden erneut, welche TPM-Version euch angezeigt wird.
Ein TPM-Modul von Asus. Bild: Asus
Ein TPM-Modul von Asus. Bild: Asus

Nur TPM 1.2 – was tun?

Wenn ihr TPM nicht aktivieren konntet oder ihr nur TPM 1.2 habt, könnt ihr vielleicht einen TPM-2.0-Chip auf eurem Mainboard nachrüsten. Findet also zunächst heraus, welches Mainboard ihr habt. Unsere Bilderstrecke zeigt, wie das geht:

Sucht dann im in der zugehörigen Anleitung oder Internet nach eurem Modell im Zusammenhang mit TPM-Chips. Sofern ihr ein recht hochwertiges Mainboard habt, sollte sich dort ein TPM-2.0-Chip einsetzen lassen.

TPM umgehen

Wer kein TPM 2.0 hat, kann Windows 11 offiziell nicht installieren. Bei der Installation kann man dann nicht den Dev-Kanal auswählen, der nötig ist, um Windows 11 über die Update-Funktion von Windows 10 herunterzuladen. Allerdings kann man die TPM-Prüfung mit einem Trick umgehen, um so trotzdem Windows 11 auf Windows-10-Maschinen zu installieren. Das geht so:

  1. Folgt zunächst unserer Installationsanleitung für Windows 11 bis zu dem Punkt, wo man den „Dev Channel“ einstellen soll. Das wird bei euch aber nicht funktionieren wegen des fehlenden TPM-Moduls.
  2. Drückt nun in Windows 10 die Tastenkombination [Windows] + [R], um das Ausführen-Fenster zu öffnen.
  3. Gebt regedit ein und drückt [Enter], um den Registry-Editor zu öffnen.
  4. Bestätigt die Abfrage mit „Ja“.
  5. Navigiert zum Schlüssel: Computer\HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\WindowsSelfHost\UI\Selection
  6. Klickt doppelt auf den Eintrag „UIBranch“ und ändert den Wert auf „Dev“. Bestätigt mit „OK“.
    Stellt als Wert „Dev“ ein. Bild: GIGA
    Stellt als Wert „Dev“ ein. Bild: GIGA
  7. Wechselt zum Schlüssel Computer\HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\WindowsSelfHost\Applicability und stellt auch hier Folgendes ein:
    • BranchName“ doppelt anklicken und auf „Dev“ ändern.
    • ContentType“doppelt anklicken und auf „Mainline“ ändern.
    • Ring“ doppelt anklicken und auf „External“ ändern.
  8. Bei uns waren zwei der drei Einträge schon korrekt eingestellt.
    So sollten die Einträge bei euch jetzt aussehen. Bild: GIGA
    So sollten die Einträge bei euch jetzt aussehen. Bild: GIGA
  9. Nun habt ihr den „Dev Channel“ über die Registry ausgewählt.
  10. Startet Windows 10 neu und sucht nach neuen Updates.
  11. Nach wenigen Minuten sollte der Download von Windows 11 starten.
    Windows 11 wird trotz fehlendem TPM-Modul heruntergeladen und installiert. Bild: GIGA
    Windows 11 wird trotz fehlendem TPM-Modul heruntergeladen und installiert. Bild: GIGA

Ominöse TPM-Diagnose in Windows 11

In Windows 11 selbst gibt es ein Programm namens „TPM-Diagnose“, das nachinstalliert werden kann, wenn man den Einstellungen glaubt. Zwar gibt es dort dafür eine Option, allerdings funktionierte die Installation bei uns nicht. Vielleicht lag das aber auch daran, dass unser Rechner gar kein TPM-Chip verbaut hatte. Ob das Programm noch nötig ist, wenn man Windows 11 sowieso schon installieren konnte, hängt von euch ab. So gelangt ihr selbst zum erwähnten Programm:

  1. Drückt die Tastenkombination [Windows] + [i], um die Einstellungen zu öffnen.
  2. Navigiert zu „Apps“ > „Optional features“ und klickt oben auf den Button „View features“.
  3. Scrollt in der Liste herunter und setzt ein Häkchen hinter „TPM-Diagnose“.
  4. Mit „Weiter“ (Next) könnt ihr das Programm installieren.
  5. Bei uns hatte es allerdings nicht funktioniert.
Hier lässt sich die TPM-Diagnose in Windows 11 installieren. Bild: GIGA
Hier lässt sich die TPM-Diagnose in Windows 11 installieren. Bild: GIGA

Was denkt ihr über TPM 2.0? Sinnvoll oder ein Grund, um auf Linux zu wechseln? Schreibt es uns gerne in die Kommentare.

Welche Probleme bereitet iOS 13 auf deinem iPhone?

Du willst keine News rund um Technik, Games und Popkultur mehr verpassen? Keine aktuellen Tests und Guides? Dann folge uns auf Facebook (GIGA Tech, GIGA Games) oder Twitter (GIGA Tech, GIGA Games).