Wie geht es für Huawei und Android weiter? Auf der Developer Conference 2020 hat das chinesische Unternehmen einen Ausblick gegeben und der sieht eine Abkehr von Android vor. GIGA verrät euch, was jetzt kommt.

 

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Huawei setzt auf Android-Alternative HarmonyOS 2.0

Für Huawei sieht es aktuell gar nicht gut aus. Nicht nur das Fehlen von Google-Diensten macht dem chinesischen Unternehmen beim Absatz von Android-Handys zu schaffen. Jetzt wird bald auch die Beschaffung von Hardware zur Fertigung von Smartphones erschwert. Zulieferer wie Samsung, LG oder SK Hynix dürfen ab dem 15. September keine Komponenten mehr liefern. Chinesische Unternehmen, die das ausgleichen könnten, werden ebenfalls attackiert. Die Folgen zeigen sich mittlerweile deutlich.

Huawei hat zwar diese Woche stolz EMUI 11 mit vielen Verbesserungen für seine Smartphones vorgestellt und verspricht schnell Updates. Als Basis dient aber Android 10. Normalerweise müsste es Android 11 sein. Die Anpassung des Betriebssystems ist ohne Zusammenarbeit mit Google vorab nicht möglich, wie es Xiaomi, Oppo und Co. gemacht haben. Huawei muss auf die Veröffentlichung im AOSP warten und kann erst dann mit der Arbeit beginnen. So kann es nicht weiter gehen – und das weiß auch Huawei. Die Zukunft liegt in HarmonyOS.

Was Android 11 an Neuerungen mitbringt:

Android 11: Neue Features im Überblick

Im Rahmen der Developer Conference 2020 hat Huawei deswegen HarmonyOS 2.0 angekündigt. Das Betriebssystem soll Android komplett ersetzen können und in vielen Bereichen sogar besser sein. Entwickler können bereit auf eine Beta zugreifen. Im Dezember soll HarmonyOS 2.0 für Smartphones zur Verfügung stehen. Ab 2021 werden dann auch bestehende Smartphones unterstützt und können, was viele überrascht hat, direkt von Android zu HarmonyOS 2.0 wechseln. EMUI 11 soll als Schnittstelle dienen. Es wird spannend sein zu sehen, wie gut das klappt und ob es dann noch einen Weg zurück geben wird.

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Huawei: HarmonyOS 2.0 ist besser als Android

HarmonyOS ist im Gegensatz zu Android kein für Smartphones entwickeltes Betriebssystem, das später für andere Geräte angepasst wurde. Das neue Betriebssystem von Huawei ist darauf ausgelegt, überall zu laufen und die Geräte, die auf HarmonyOS setzen, sollen untereinander perfekt kommunizieren können. So soll beispielsweise ein Handy mit einer Waschmaschine verbunden und diese darüber gesteuert werden können. Das wäre tatsächlich etwas, was Android nur mit zusätzlichen Apps schafft. Demonstriert hat Huawei HarmonyOS 2.0 im Übrigen noch nicht wirklich auf einem Smartphone. Zunächst werden Geräte mit bis zu 128 MB RAM unterstützt – ja, Megabyte nicht Gigabyte. Im April 2021 folgen Geräte mit bis zu 4 GB RAM. Ende des Jahres 2021 dann High-End-Hardware.

So schnell werden der Wechsel und Abschied von Android also nicht funktionieren. Und dann bleibt immer noch das Problem mit der Fertigung von Smartphones und den Apps, die dann auch auf HarmonyOS-Geräten fehlen werden. Huawei denkt bei der Entwicklung aber noch weiter. Das Betriebssystem ist Open Source und sollte die US-Regierung weitere chinesische Hersteller angreifen, haben diese mit HarmonyOS eine Alternative, auf die sie zugreifen können.