Um nicht von Urheberrechtsklagen betreffen zu sein, empfahl Twitch den Streamern ihrer Plattform, doch einfach und Musik und Sound zu spielen. Gegen diesen recht unpraktischen Vorschlag protestierten die Streamer auf ihre Art.

 

Twitch

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Seit Anfang Oktober sehen sich Streamer auf Twitch mit Massen an Urheberrechtsansprüchen bezüglich Videos und Clips gegenüber. Viele Streamer löschten dann auch auf Anraten von Twitch, all ihre Videos und verloren dadurch ihren Content. Twitch sieht das im Nachhinein als Fehler ein, doch das bringt die Videos auch nicht zurück.

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13 Spiele, die erst durch YouTube und Twitch wirklich erfolgreich wurden

Eine Einigung mit der Musikindustrie ist zur Zeit nicht in Sicht. In einem Blogpost von Twitch heißt es, dass bis Mai 2020 gerade einmal 50 Beschwerden wegen Urheberrechtsverletzungen bei ihnen eingingen, diese Zahl ging aber dann in die Tausende.

Als Lösung empfahl Twitch, Spiele in Zukunft ohne Musik zu spielen oder den kompletten Sound auf lautlos zu stellen. Zwar schützt dieses Vorgehen vor Klagen, macht aber die Zuschauer-Erfahrung komplett zunichte. Wie absurd das ist, zeigen Streamer nun, indem sie unter dem Hashtag #DMCAsoundoff protestieren und mit Clips, die „selbst gemachte“ Sounds enthalten, zeigen wollen, wie stark dieser Vorschlag die Streams beeinträchtigt.

Es ist zwar ein wenig das Gegenteil vom Thema, aber schaut euch die Clips mit Sound an:

The Elder Scrolls: Skyrim [Nintendo Switch]

The Elder Scrolls: Skyrim [Nintendo Switch]

Obwohl dieses Video von Streamerin Jambo einen hohen Unterhaltungswert hat, einen kompletten Stream mit den eigenen Sound-Effekten zu Skyrim, wäre auf Dauer wohl nicht zu ertragen.

Diese interessante Neu-Vertonung von Resident Evil 2 durch DeadPirateBrandon ist ebenfalls preisverdächtig, wenn auch etwas gewöhnungsbedürftig:

Bei Spielen, deren Hauptinhalt Musik ist, wird das schon etwas problematisch. Beat Saber und Rocksmith verlieren irgendwie ein bisschen an Unterhaltungswert, auch wenn Streamer wie Chainbrain wirklich alles geben:

Am Ende muss eine Lösung zwischen Twitch und den Lizenzhaltern her. Die Kosten dafür werden sicher an die Streamer weitergegeben. Die aktuelle Situation schadet schlicht den Streamern und damit auch den Zuschauern.