Das neue Motorola Razr sieht mit seinem faltbaren Display zwar schick aus, doch um die Langlebigkeit ist es nicht besonders gut bestellt. Einer neuen Untersuchung zufolge hält das Scharnier nicht so lange durch, wie es der Hersteller beteuert. Das 1.600-Euro-Handy geht einfach viel zu schnell kaputt.

 

Motorola Razr 2019

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Motorola Razr im Test durchgefallen

Motorolas Neuauflage des Klassikers Razr ist in den USA bereits im Vorverkauf zu haben. Einer neuen Untersuchung des Magazins CNET zufolge hält das Handy mit seinem faltbaren Display aber nicht so lang durch, wie es der Hersteller gerne hätte. Statt 100.000 Faltvorgänge ohne Probleme zu überstehen – wie es das vergleichbare Galaxy Fold von Samsung schafft – machte das Razr von Motorola schon nach 27.000 Faltvorgängen schlapp. Die Prozedur wurde automatisiert über eine Maschine durchgeführt, die das Handy anschließend einfach nicht mehr zusammenklappen konnte.

Das sind natürlich keine guten Nachrichten für den Hersteller, zumal in der Praxis noch andere Faktoren hinzukommen dürften, die von einer Maschine nicht perfekt simuliert werden können. Ist von 30 Klappvorgängen pro Tag auszugehen, dann macht das Smartphone spätestens nach zweieinhalb Jahren schlapp. Wird das Razr hingegen 40 Mal pro Tag geöffnet und geschlossen, dann gibt das Scharnier schon nach zwei Jahren auf, wie golem.de ausgerechnet hat.

Motorola ist sich dabei durchaus bewusst, wie filigran das faltbare Display und der Klappmechanismus konstruiert sind. In einem hauseigenen Werbevideo, in dem Hinweise zum korrekten Umgang mit dem Handy gegeben wurden, war die Rede von „Beulen und Klumpen“ im Display, die angeblich ganz „normal“ wären. Wie es zu diesen Ausbuchtungen kommen könnte, verrät der Hersteller dabei aber nicht.

Motorola Razr macht unangenehme Geräusche

Der jetzt veröffentlichte Test zum Klappmechanismus ist nicht Motorolas einziges Problem. Schon einen Tag nach Vorabveröffentlichung des Smartphones machten bei Twitter einige Videos die Runde, in denen das Handy sehr unangenehme Geräusche macht. Nutzern zufolge würde sich das Scharnier des Smartphones „unsolide und billig“ anfühlen.

Wie sich das Motorola Razr anhört, erfahrt ihr hier:

Razr: Eine Katastrophe für Motorola?

Fest steht, dass es sich beim Motorola Razr um ein Falt-Handy der ersten Generation handelt. Die Technik ist noch nicht ausgereift und die Ingenieure verfügen nicht über jahrelange Erfahrung, auf die sie sich bei der Entwicklung stützen könnten. Auf der anderen Seite kostet das Motorola Razr satte 1.600 Euro – bei diesem Preis muss die Build-Qualität einfach stimmen.

So bewirbt der Hersteller das Motorola Razr:

Das neue Motorola Razr: Handy-Ikone mit Falt-Display

Hinzu kommt auch, dass es sich trotz des stolzen Preises nicht um ein Tophandy handelt. Insbesondere der Akku, der mit gerade einmal 2.510 mAh sehr knapp bemessen ist, dürfte im Alltag Probleme bereiten.

Handys von Motorola bei Amazon anschauen

Motorola möchte das Handy nach dem Start in den USA im ersten Halbjahr 2020 auch in Deutschland anbieten. Ein konkreter Termin für das faltbare Smartphone wurde allerdings noch nicht bekannt gegeben.

Simon Stich
Simon Stich, GIGA-Experte für Smartphones, Mobilfunk und die Gerüchteküche.

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