WhatsApp-Konversationen nerven

Kamal Nicholas 23

Während früher wichtige Gespräche vor allem persönlich oder am Telefon durchgeführt wurden, finden heutzutage nicht selten einige Konversationen über WhatsApp & Co. statt. Und das nervt.

WhatsApp-Konversationen nerven

Nein, ich möchte WhatsApp und andere Messenger-Apps nicht verteufeln, denn natürlich haben sie auch einige positive Aspekte. So lassen sich damit schnell Bilder und sogar Videos an Freunde und Verwandte verschicken, man kann kostenlos mit Menschen in Kontakt treten, die sich auf der anderen Seite der Welt befinden und mehr. Auch für kurze Absprachen oder einen schnellen Gruß finde ich die Messenger-Dienste wirklich sehr gut. Doch in letzter Zeit bin ich immer mehr davon genervt, wenn eine Kurznachricht zu einem ausgedehnten Gespräch wird.

Wenn die Kommunikation auf WhatsApp nervig wird

Als ich 1998 mein erstes Handy bekam (als Weihnachtsgeschenk meiner Mutter,  ich war 19), waren einzelne SMS ziemlich teuer, noch im Jahr 2001 bezahlte man dafür etwa 39 Pfennig. Wer jemandem also tatsächlich eine Nachricht schrieb, der überlegte sich genau, was diese beinhalten sollte. Alle Informationen wurden möglichst aussagekräftig in 160 Zeichen gepackt.

Später wurden die Preise dann günstiger, Inhalte damit gefühlt auch bereits weniger relevant. Tja, und dann kamen die SMS-Flatrates (ab 2008 hatte so gut wie jeder große Mobilfunkanbieter eine solche im Angebot), die dafür sorgte, dass man sich über sein Geschwafel eigentlich schon keine Gedanken mehr machen brauchte. Man konnte ja endlos viele Nachrichten verschicken. Allerdings kostetet diese zu Beginn noch etwa 25 Euro, ein Betrag, der einigen noch zu teuer war. So ist die folgende Entwicklung auch nicht verwunderlich:

Und es sollte sich noch mehr ändern. Im Jahr 2009 wurde WhatsApp gegründet, doch erst in den folgenden Jahren wurde der Dienst immer populärer, was natürlich auch mit den immer günstigeren Internet-Flatrates und der größeren Verbreitung von Smartphones zusammenhängt.

Nachdem WhatsApp anfangs für Android und für iOS kostenlos war, kostet die Mitgliedschaft mittlerweile nach dem ersten Jahr 89 Cent pro Jahr. Im Vergleich zu SMS immer noch ein Witz und auch die geringe Datenmenge, die beim Versenden von Nachrichten entsteht, ist kaum der Rede wert (vor allem dann nicht, wenn man eine Internet-Flatrate hat). Alternativ gibt es mittlerweile sogar eine WhatsApp SIM, die in Zusammenarbeit mit e-plus angeboten wird.

zum Angebot *

Und was bedeutet das nun für unsere Kommunikation? Nun, mittlerweile kann genau so geschrieben werden, wie viele sprechen: Anstatt schnell auf den Punkt zu kommen, werden erst zig Nachrichten hin und her geschrieben, bis man endlich zum eigentlichen Kern seiner Aussage kommt.

Damit ist das Gespräch dann aber nicht beendet, denn der andere hat dazu ja auch noch etwas zu sagen und so kann es schnell mal zu einer (freundlichen) Diskussion kommen. Ich gebe es zu, auch ich habe das eine Zeitlang selbst gemacht und etliche Nachrichten hin und her geschickt, mittlerweile ist mir das aber einfach zu dumm.

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Vatertag 2019: 20 Sprüche für WhatsApp und Co. – für die besten Papas der Welt.

Meine Zeit ist mir zu wichtig

Seit kurzem greife ich einfach wieder zum Hörer, wenn ich etwas klären will. Eine Absprache, was ich mit zum Grillabend bringen soll? Ein kurzer Anruf klärt die Sache, anstatt zahlreiche zeitverzögerte Nachrichten hin- und herzuschicken. Mit meiner Frau klären, was wir noch brauchen und was nicht? Bitte nicht in Nachrichtenform, das ist einfach zu anstrengend. Ein kurzer Anruf ist einfach schneller, spart dabei Nerven und Zeit. Außerdem hat es den Vorteil, dass der Gegenüber (und man selbst) schneller eine Entscheidung trifft, anstatt den anderen immer wieder mit Überlegungen zu vertrösten. Und es soll ja sogar Leute geben, die behaupten, sie hätten eine Nachricht nicht erhalten, die man verschickt hat. Bei einem Gespräch kann so etwas nicht passieren.

whastapp

Ich bin zwar kein großer Telefonierer, das hat allerdings auch wieder den Vorteil, dass ich möglichst schnell zu einer Entscheidung oder zu einer Abstimmung kommen möchte. Geredet wird dann richtig, wenn ich meine Freunde oder meine Familie in echt sehe. Wie gesagt, Nachrichten via Messenger und SMS haben auch ihre Vorteile, für ein echtes Gespräch ist mir meine Stimme und die meines Gegenübers aber doch wesentlich lieber.

Zum Thema: Alle Infos zur WhatsApp SIM-Karte

Artikelbild: sodahead,bearbeitet von Kamal Nicholas, Grafik: Bitkom

Wie WhatsApp-süchtig bist du? (Quiz)

An WhatsApp kommt kaum noch jemand vorbei. Zeige uns, ob WhatsApp bei dir zum "täglich Brot" gehört und du ohne den Messenger nicht mehr leben kannst, oder ob WhatsApp dir eigentlich völlig wumpe ist.

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