Intel und AMD dominieren bislang zusammen den Markt für Prozessoren. China scheint jedoch die Schnauze voll vom Duopol zu haben und investiert bereits seit einigen Jahren in den Aufbau der landseigenen Chipproduktion. Die Pläne für die China-CPUs scheinen ambitioniert. Doch stellen sie eine ernstzunehmende Konkurrenz für Intel und AMD dar?

Neue China-Prozessoren: Das sind die ambitionierten Pläne

Das chinesische Unternehmen Zhaoxin arbeitet bereits seit einigen Jahren an x86-Prozessoren für den heimischen Markt. Bislang waren die China-Chips den Pendants von Intel und AMD haushoch unterlegen, im Sommer diesen Jahres konnten jedoch erste vorzeigbare Erfolge verbucht werden.

Und die sind auch bitter nötig. Wie das englische Fachmagazin Financial Times berichtet, hat Beijing entschieden, dass sowohl ausländische Software als auch Computer aus Büros der Regierung und öffentlichen Einrichtungen innerhalb der nächsten drei Jahren entfernt und gegen heimische Produkte ersetzt werden sollen.

Da dürfte es die Regierung freuen, dass der Chiphersteller Zhaoxin erst vor Kurzem einen vielversprechenden Ausblick auf die kommenden Jahre gegeben hat. Aktuell werden die Desktop- und Server-Prozessoren noch im 16-nm-Fertigungsverfahren hergestellt, das soll sich jedoch 2021 ändern. Dann will Zhaoxin mit einem neuen KH-7000-Chip für Desktop- und Mobilgeräte an den Start gehen, welcher auf ein 7-nm-Fertigungsverfahren setzen soll.

AMD Ryzen 3000: Neue Chip-Generation im Vorstellungsvideo.

Prozessoren aus China: Das sollen die neuen Chips leisten

Der KH-7000-Prozessor soll laut WikiChip Taktraten von mehr als 3,5 GHz erreichen, DDR5-Arbeitsspeicher und PCIe 4.0 unterstützen, sowie eine integrierte Grafikeinheit mit Unterstützung für DirectX 12 bieten. Sollte der Plan des China-Herstellers aufgehen, könnte das Unternehmen tatsächlich noch vor Intel 7-nm-Chips zum Verkauf anbieten. AMD hingegen setzt bereits seit der Ryzen-3000-Generation auf ein 7-nm-Fertigungsverfahren.

Gleichzeitig scheint Zhaoxin in Zukunft weiterhin am 16-nm-Fertigungsverfahren festhalten zu wollen. Der neue KH-4000-Chip für Server und Netzwerkgeräte soll zum Beispiel noch darauf setzen, dafür aber eine verbesserte Mikroarchitektur und maximal 32 CPU-Kerne besitzen. Das wäre ein großer Schritt für das Unternehmen, schließlich setzt das aktuelle Flaggschiff-Modell „nur“ auf 8 Rechenkerne.

AMDs aktuellen 32-Kern-Prozessor bei Mindfactory anschauen

Ersten Informationen zufolge sollte man damit rechnen können, dass die beiden Prozessoren im Laufe des Jahres 2021 an den Start gehen. Eine echte Konkurrenz für Intel und AMD werden die China-Chips jedoch in naher Zukunft höchstwahrscheinlich nicht darstellen. Vor allem in Sachen IPC und Energieeffizienz liegen die Prozessoren aus China noch weit hinter denen der westlichen Konkurrenz.

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Was sagt ihr zu Chinas Plänen, sich komplett von AMD und Intel loszusagen? Würdet ihr gerne eine solche China-CPU ausprobieren, wenn ihr die Möglichkeit dazu hättet? Denkt ihr, dass sich Zhaoxin im Laufe der Jahre vielleicht als echter Konkurrenz für Intel und AMD entpuppt? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare.