Studie: Gebrauchte iPhones zerstören den Smartphone-Markt

Simon Stich 7

Der Markt rund um gebrauchte iPhones boomt. Erstmals soll jedes zehnte verkaufte Gerät ein wiederaufbereitetes Smartphone sein. Was Apple nützt, bringt Hersteller von günstigen Geräten ins Wanken. Was steckt dahinter?

Studie: Gebrauchte iPhones zerstören den Smartphone-Markt

140 Millionen aufbereitete Geräte verkauft

Einer neuen Untersuchung von Counterpoint Research zufolge  kannibalisiert sich der Smartphone-Markt immer mehr. Erstmals sollen im vergangenen Jahr knapp 140 Millionen Geräte von den Herstellern wiederaufbereitet erneut in den Verkauf geschickt worden sein. Das entspricht einer Steigerung von 13 Prozent. Vor allem Apple und Samsung machen es den Kunden schmackhaft, ihre alten Geräte einzuschicken. Diese werden dann auf Funktionsfähigkeit geprüft, eventuell repariert und mit einem frischen Betriebssystem wieder zurück in den Kreislauf gebracht. Insbesondere bei iPhones gilt diese Praxis, doch auch Samsungs Galaxy-Reihe wird häufiger gebraucht offiziell weiterverkauft. Apple und Samsung dominieren den Refurbished-Markt mit 80 Prozent des Umsatzes bei einem Marktanteil von etwa 75 Prozent.

Im letzten Quartal des vergangenen Jahres ist der Smartphone-Verkauf weltweit um fünf Prozent eingebrochen – die Experten von Counterpoint Research sehen vor allem Refurbished-Geräte als Grund für den Rückgang bei neu verkauften Smartphones. Anders als noch vor ein paar Jahren unterscheiden sich neue Modelle kaum noch von den Vorgängern, weshalb eine gewisse Sättigung bei den Kunden eingesetzt habe. Dies wiederum führt zu der Annahme, dass ein wesentlich günstiger angebotenes älteres iPhone oder Galaxy-Modell die bessere Wahl sei. „Ein zwei Jahre altes Flaggschiff-Modell ist bei Design und Funktion vergleichbar mit den jüngsten Mittelklasse-Smartphones“, sagt Forschungsdirektor Tom Kang.

Billig-Smartphones werden kannibalisiert

Was den Platzhirschen wie Apple und Samsung nützt, führt zu Absatzproblemen bei anderen Herstellern, die keine High-End-Modelle vertreiben. Insbesondere in den USA und Europa entscheiden sich mehr und mehr Kunden für ein wiederaufbereitetes Spitzen-Smartphone, statt sich für ein neues, aber günstigeres Gerät zu entscheiden. Auch in Indien, Südostasien und Afrika wird ein Anstieg beim Verkauf gebrauchter Geräte prognostiziert.

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Der Untersuchung nach bekommen heute nur etwa 25 Prozent aller verkauften Smartphones noch eine offizielle „zweite Chance“ und werden wieder in den Handel gebracht. Hier nicht mit einberechnet sind private Verkäufe über Ebay oder andere Online-Marktplätze. Samsung bietet zum Start des neuen Galaxy S9 eine Tauschaktion an, bei der Kunden für ein Altgerät bis zu 450 Euro bekommen.

Quelle: Counterpoint Research via heise online

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