Seit geraumer Zeit versucht uns Apple eine Technologie mit dem iPad schmackhaft zu machen, doch die richtigen Zutaten hat der Chefkoch Tim Cook (was für ein Wortwitz) noch nicht parat. Meine Meinung in der aktuellen Ausgabe der Wochenendkolumne.

 

iPad Pro (2020)

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iPad Pro (2020)

Vorab kurz und knapp: Es geht um AR – augmented reality, verständlich auf Deutsch gemeint ist die erweiterte, computergestützte Realität. Dabei verschmelzen echte Bilder mit Darstellungen auf iPad und iPhone. Nützlich soll dies sein, lässt uns Apple glauben. Aber mal ernsthaft: Nutzt einer diese Spielerei auf dem iPad tatsächlich so, wie es uns Apple glauben lassen möchte? Immer wieder wird uns diese Technik als der heißeste Scheiß auf den Keynotes verkauft und in ellenlangen Demos vor Augen geführt. Ich persönlich schalte dann meist geistig ab und schreibe parallel an den „echten News“ der laufenden Produktvorstellungen.

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Apples iPad und AR: In Kombination wirklich sinnvoll?

Mein Eindruck ist: Bisher ist AR bei Apple nur eine Wunschvorstellung, aber wortwörtlich noch nicht Realität. Locker lässt man aber nicht. So wurde dem neuen iPad Pro kürzlich ein LiDAR-Scanner spendiert. Damit lassen sich dann Tiefenmessungen im Raum vornehmen, quasi wie Radar nur mir Laserstahlen. AR-Anwendungen werden so noch präziser. Schön und gut, aber brauchen wir so etwas wirklich auf dem iPad?

Apples aktuelle „AR-Maschine“ – ein iPad, keine Brille:

iPad Pro 2020: Apples Informationsvideo.

Wer hält und steuert denn sein iPad derart in der Luft? So etwas mag ja zunächst ganz witzig sein, entwickelt sich am Ende dann aber doch eher zum Totläufer. Dies erinnert mich irgendwie an die 3D-Fernseher vor Jahren. Auch ich kaufte ein derartiges Modell, dazu dann noch einige kompatible Blu-rays. Klar, am Anfang war das Erstaunen groß. Doch heutzutage verstauben Blu-ray-Player und die 3D-Brillen in der Ecke. Der 3D-TV ist für mich und die Familie nur noch ein schnöder 2D-Fernseher. Genügt, der Rest ist Spielerei.

Apples AR-Headset kommt erst in 2 Jahren: Zu spät?

So spannend AR auch sein mag, so nutzlos erscheint mir da ein iPad als passendes Werkzeug. Sinnvoll wäre für mich allein ein geeignetes AR-Headset. Über dieses wird ja auch bei Apple seit Jahren spekuliert. Jüngste Gerüchte beim Branchenmagazin DigiTimes versprechen uns eine Vorstellung nunmehr im Jahr 2022 – dies sind noch ganze 2 Jahre.

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

Ernsthaft? So lange möchte uns Apple also bei diesem Thema noch mit dem iPad als AR-Maschine hinwegtrösten. Da sehe ich persönlich schwarz, denn Apple läuft die Zeit davon. Klar, andere machen es auch nicht besser. Das vergleichbare Google Glass ist seit Jahren dem Prototypen-Status nicht wirklich entwachsen und auch sonst traut sich niemand so richtig ran.

Sowas kommt also frühestens in 2 Jahren von Apple:

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iPhone für die Augen: Konzept „Apple Lens“ schickt dich in die erweiterte Realität

Dennoch: Apple sollte sich sputen, sonst landet das gesamte Thema AR dort, wo die 3D-Brillen schon heute liegen – im Staub, verloren und vergessen.

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen stellen ausschließlich die Ansichten des Autors dar und sind nicht notwendigerweise Standpunkt der gesamten GIGA-Redaktion.