Spekuliert wurde über diesen Schritt schon seit Jahren, nun aber bestätigt der bestinformierte Apple-Experte tatsächlichen Plänen. Dem Mac – gleich ob MacBook oder iMac – steht eine unfassbare Zukunft bevor.

Update vom 27. März 2020: Der Switch des Mac hin zu Apples eigenem ARM-Prozessor steht wohl tatsächlich bevor, denn der anerkannte und gut informierte Apple-Experte Ming-Chi Kuo bekräftigt und erweitert seine Aussage vom Februar diesen Jahres. Wie MacRumors berichtet, sagt Kuo für das Jahr 2021 nun nicht nur einen Mac mit ARM-CPU voraus, sondern gleich eine ganze Armada von Rechnern – MacBooks, aber auch Desktop-Macs. Kuo zufolge verspricht sich Apple vom Wechsel die Unabhängigkeit von Intel, die Reduzierung der Prozessorkosten um 40 bis 60 Prozent und eine stärkere Unterscheidung der Hardware von Windows-PCs.

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Kuo weiß darüber hinaus, dass „ASMedia Technology“ Apples exklusiver Zulieferer für USB-Controller wird, eben für jene ARM-basierte Macs. In diesem Zusammenhang verspricht Kuo die Einführung von USB4 für Macs im Jahr 2022 – der neue, auf Thunderbolt basierende Übertragungsstandard mit Geschwindigkeiten von bis zu 40 Gbps. Dies bedeutet dann aber auch, dass die ersten ARM-Macs 2021 wohl noch zunächst auf USB4 verzichten müssen.

Ursprünglicher Artikel vom 25. Februar 2020:

2021: Apple baut ARM-Mac im 5nm-Verfahren

Ein MacBook, iMac oder ein Mac mini ohne Intel-Prozessor? Was zunächst ziemlich unglaublich klingt, soll aber im Jahr 2021 tatsächlich wahr werden. Zu diesem Schluss kommt der wohl bekannteste und verlässlichste Apple-Experte der Welt. Wie MacRumors berichtet, verspricht uns Ming Chi Kuo innerhalb der ersten Jahreshälfte 2021 nämlich den ersten Mac mit ARM-Prozessor. Gerüchte zu diesem spektakulären Schritt Apples gab es schon vorher jede Menge, doch die Erwähnung seitens Kuo kommt quasi einer vorgezogenen Bestätigung gleich.

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Keine gute Nachrichten für Intel, der Prozessor-Primus hat aktuell auch schon genug andere Probleme:

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Der renommierte Apple-Experte geht ferner davon aus, dass der noch unbekannte ARM-Chip von Apple im 5nm-Verfahren gefertigt wird. Diese Bauweise soll ferner schon für die Chips der neuen iPhones und der iPad Pros mit 5G-Modem in der zweiten Jahreshälfte 2020 verwendet werden. Weitere, konkrete Details gibt’s aber noch nicht zum bevorstehenden „ARM-Switch“ von Apple.

Offene Fragen zum „ARM-Switch“: GIGA antwortet

Raum für Spekulationen ist demnach vorhanden. Ebenso bleiben viele Fragen zunächst vom Experten unbeantwortet. GIGA versucht sich schon mal in einer Interpretation:

  • In welchem Mac werden wir den ersten ARM-Prozessor sehen? GIGA meint: Prädestiniert dafür wäre sicherlich ein MacBook, denn vor allem für eine mobile Anwendung sind Apples eigene Chips ausgelegt – Stichpunkt: Energieverbrauch. Vielleicht steht ja das kleine MacBook mit 12-Zoll-Display so wieder auf?
  • Wann werden wir vom „ARM-Switch“ offiziell erfahren? GIGA meint: Apple sollte die Entwickler mindestens ein halbes Jahr vor der Umstellung informieren. Insofern wäre der frühestmögliche Zeitpunkt die diesjährige Entwicklermesse WWDC im Juni. Auch der Intel-Switch wurde 2005 in diesem Rahmen verkündet, Anfang 2006 gab es dann die ersten Intel-Macs zu kaufen.
  • Plant Apple einen Switch für alle Macs? GIGA meint: Schwer zu sagen, am Anfang sicherlich nicht. Ein Mac Pro mit ARM-Architektur liegt wohl noch in weiter Ferne, zunächst dürften Consumer-Produkte wie ein kleines MacBook oder aber auch ein Mac mini die neue CPU erhalten.
  • Bedeutet der Schritt das Ende von Windows (Boot Camp) auf dem Mac? GIGA meint: Nicht unbedingt, immerhin existiert ja Windows 10 für ARM, eine Anpassung für einen derartigen neuen Mac wäre denkbar. Allerdings scheidet das wichtigste Argument für Windows dann aus – die Vielfalt der Software, denn es gibt kaum Apps die Windows-ARM-Architektur auch unterstützen. Anderseits, ein Mac mit ARM-CPU könnte hierfür ein wichtiger „Motivator“ für die Entwickler sein. Aber warum dann nicht gleich nativ nur für macOS entwickeln?
  • Apropos, welches Betriebssystem wird auf dem ARM-Mac laufen? GIGA meint: Sicherlich eine angepasste Version von macOS, die aber immer mehr Anleihen bei iOS nehmen wird. Erst macOS macht den Mac zum Mac, diesen Vorteil wird Apple nicht fallen lassen. Andernfalls könnte man auch gleich ein iPad Pro stattdessen kaufen.

Wer weiß, vielleicht kommt dann nach 2021 auch dieser iMac gleich mit ARM-CPU? In jedem Fall beeindruckend:

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iMac macht die Biege: Apple verblüfft mit Zukunftsvision

Der dritte „Switch“

Übrigens: Für den Mac wäre es dann schon der dritte Architekturwechsel. Die ersten Macs ab 1984 besaßen noch einen 68k-Prozessor, auch die Rechner von Atari und Commodore Amiga verwendeten die CISC-CPU von Motorola. Ab 1994 erfolgte dann die Umstellung auf den schnelleren PowerPC – ein RISC-Prozessor und eine Gemeinschaftsarbeit von Apple, Motorola und IBM. Der geriet dann später aber in eine Sackgasse, es folgten 2006 die ersten Macs mit Intel-Prozessor. Netter Nebeneffekt: Macs konnten ab da Windows und entsprechende Programme nativ benutzen, ohne Emulator.