Da war die Kritik zu groß: OnePlus hat angekündigt, in Kürze eine Funktion zu deaktivieren, die es in dieser Form gar nicht erst hätte geben dürfen. Damit steht der Smartphone-Hersteller aber vor einem ganz neuen Problem.

 

OnePlus 8 Pro

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OnePlus 8 Pro
Update, 17:35 Uhr: Im hauseigenen Forum hat sich ein Konzernmitarbeiter zu Wort gemeldet. Demnach wird das Feature nur in der chinesischen Variante des Betriebssystems des OnePlus 8 Pro, genannt HydrogenOS, deaktiviert. Die internationalen Versionen, die auf OxygenOS laufen, sind davon nicht betroffen. Besitzer des OnePlus 8 Pro in Deutschland und Europa können also weiterhin auf die Farbfilter-Kamera zugreifen.

Originalartikel: 

Auf den ersten Blick haben Superman und das neue OnePlus 8 Pro nur wenig gemeinsam. Eine Eigenschaft teilen sich der „Mann aus Stahl“ und das Top-Handy aber dann doch: den Röntgenblick. Zugegeben, so ausgefeilt wie bei der Comicbuchfigur ist die Funktion nicht, dennoch kann man mit der Farbfilter-Kamera des neuen OnePlus-Smartphones durch bestimmte Materialen sehen – zumindest bisher.

OnePlus 8 Pro: Farbfilter-Kamera wird deaktiviert

Denn das chinesische Unternehmen hat jetzt angekündigt, die Funktion in einem Update kommende Woche zu deaktivieren. Das berichtet Android Police unter Berufung auf einen Post von OnePlus, den der Konzern im chinesischen Social Network Weibo verfasst hat. Die Deaktivierung sei nur vorübergehend, verspricht OnePlus. Man wolle sich Gedanken machen, wie man das Feature in Zukunft wieder zurückbringen könne.

Damit reagiert der Hersteller offenbar auf Sorgen. Seit Bekanntwerden dieser – wohl ungewollten – Nebenfunktion gab es Kritik an OnePlus, dass der „Röntgenblick“ der Farbfilter-Kamera auch zweckentfremdet und für unredliche Zweck eingesetzt werden könnte.

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Im Laufe seiner Geschichte hatte OnePlus viele tolle Smartphones: 

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OnePlus‘ Problem mit der Werbung

Zwar ist die schnelle Reaktion seitens OnePlus lobenswert, sie stellt das Unternehmen aber jetzt vor ein neues Problem: Das OnePlus 8 Pro wird als Smartphone mit vier Kameras beworben. Wird nun eine davon mittels Softwareupdate deaktiviert, ist diese Werbebehauptung strenggenommen nicht mehr korrekt. Das könnte sich im Extremfall sogar negativ auf die Verkaufszahlen des aktuellen Top-Smartphones auswirken, das mit einem Preis von 899 Euro ohnehin schon viel Kritik einstecken musste, da es nicht mehr viel günstiger als die vergleichbare Konkurrenz aus der Oberklasse ist.