Der Rundfunkbeitrag in Deutschland soll schon im Jahr 2021 steigen. Eine Kommission empfiehlt, die monatliche Abgabe für alle Beitragszahler zu erhöhen. ARD und ZDF gehen die mögliche Erhöhung aber nicht weit genug.

 

Beitragsservice (ehem. GEZ)

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Rundfunkbeitrag: Bald 18,36 Euro pro Monat?

Derzeit fällt für jeden Haushalt in Deutschland pro Monat eine Gebühr von 17,50 Euro an. Damit werden die öffentlich-rechtlichen Sender bezahlt, also ARD (mit allen Regionalsendern), das ZDF und das Deutschlandradio. Wie hoch der Rundfunkbeitrag ausfällt, darüber berät die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) alle zwei Jahre. Die Kommission ist nun zu dem Schluss gekommen, dass der Beitrag auf 18,36 Euro steigen sollte, um den Finanzbedarf zu decken.

Ab Januar 2021 könnte der neue Betrag von 18,36 Euro zur Pflicht für alle deutschen Haushalte werden. Sollte es dazu kommen, dann würde es sich um die erste Erhöhung seit dem Jahr 2009 handeln. Zwischenzeitlich war der ehemalige „GEZ-Beitrag“ von 17,86 auf die derzeitigen 17,50 Euro gefallen.

Rundfunkbeitrag: Sender fordern mehr Geld

Die Intendanten von ARD und ZDF haben sich bereits zu Wort gemeldet. Tom Buhrow von der ARD zufolge gäbe es jetzt bereits einen Finanzbedarf von 18,35 Euro. Die mögliche Erhöhung im nächsten Jahr wäre also gar keine echte Erhöhung, da den Sendern tatsächlich nur ein einziger Cent mehr zur Verfügung stehen würde. Schon jetzt würden die Öffentlich-Rechtlichen auf Rücklagen zurückgreifen, da der aktuelle Rundfunkbeitrag nicht ausreiche, heißt es laut Computer Bild.

Was wir über den Rundfunkbeitrag denken, seht ihr hier:

Das denken wir über den Rundfunkbeitrag

Die ARD überlegt bereits, ob Einschnitte beim Programm trotz steigendem Rundfunkbeitrag nötig sind: „Wenn es jetzt sozusagen noch weniger sein soll und wir noch mehr wirtschaften sollen, dann sind wir an einem Punkt, an dem wir auch im Programm Prioritäten setzen müssen“. Der Etat für die Übertragung von Sportveranstaltungen sei bereits eingefroren worden.

Rundfunkbeitrag: Mehr Einnahmen durch Autos?

In dem rund 400 Seiten starken Bericht der KEF wird auch ein weiterer Aspekt hervorgehoben. Da Besitzer gewerblich genutzter Autos und Kleinbusse ebenfalls den Rundfunkbeitrag zahlen müssen, sei hier mit einer Steigerung der Einnahmen zu rechnen. Da der Trend Richtung Carsharing gehe – die Autos gelten als gewerblich genutzt – ist hier in Zukunft von höheren Einnahmen auszugehen.

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Auch eine weitere gesellschaftliche Entwicklung dürfte dazu führen, dass die Einnahmen noch mehr sprudeln als jetzt schon. Da es immer mehr Single-Haushalte gibt, steigt auch die Summe der Beitragszahlenden. Die Befreiung von Zweitwohnungen vom Rundfunkbeitrag hat hingegen nicht zu hohen Ausfällen geführt, heißt es in dem Bericht der KEF.

In der Bilderstrecke: Rundfunkbeiträge im europäischen Vergleich.

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Rundfunkbeiträge zu hoch? So viel zahlen Deutsche im europäischen Vergleich

Bevor der Rundfunkbeitrag 2021 steigen kann, müssen alle 16 Ministerpräsidenten dem Konzept zustimmen. Ob das der Fall sein wird, ist noch offen. Insbesondere die Landesregierung in Sachsen-Anhalt von Ministerpräsident Reiner Haseloff gilt als Gegner.