Pixel 3 (XL) in der Kritik: Googles verblüffende Rechtfertigung für fehlende Features

Simon Stich 1

Kein Bug, sondern ein Feature: Besitzer eines Pixel 3 (XL) werden von Google weiter gegängelt, was die Erstellung von Videos angeht. Das Smartphone entscheidet einfach selbst, was richtig ist. Ein manuelles Eingreifen ist nicht möglich. Jetzt ist vielleicht Abhilfe in Sicht.

Pixel 3 (XL) in der Kritik: Googles verblüffende Rechtfertigung für fehlende Features
Bildquelle: GIGA - Google Pixel 3.

Pixel 3 (XL): Videos mit 60 FPS nicht immer möglich

Wer ein Video mit seinem Pixel 3 (XL) erstellen möchte, der muss sich auf die Algorithmen von Google verlassen – ob er möchte oder nicht. Das Top-Smartphone entscheidet nämlich nach wie vor selbst, aus wie vielen Bildern pro Sekunde das Video besteht. Nutzer können nicht selbst entscheiden, ob es 30 oder 60 Bilder pro Sekunde sein werden. Das Pixel 3 (XL) macht diese wichtige Unterscheidung davon abhängig, wie viel Licht bei der Aufnahme in die Linse der Kamera fällt. Bei bester Beleuchtung kommen 60, bei eher schlechten Verhältnissen nur 30 Bilder pro Sekunde zum Einsatz.

Als wäre das nicht schon kurios genug, wechselt die Anzahl der Frames mitunter während der Aufnahme. Am Ende kommt dann ein Video heraus, das aus verschiedenen Frame-Raten besteht. Das wiederum kann zu Problemen führen, wenn das Endresultat nicht mit den Google-eigenen Apps geschnitten wird, da nicht jede App oder jedes Programm damit umgehen kann.

Eine manuelle Einstellung ist wie erwähnt nicht möglich. Da sich bereits mehrere Nutzer bei Google über diese unnötige Gängelung beschwert haben, gab es nun ein erstes Statement des Konzerns. Demnach sieht Google diesen Fehler eher als Feature an. Es wurde bewusst auf eine manuelle Einstellung verzichtet, um weniger versierte Nutzer nicht zu verwirren. Dennoch möchte Google die Beschwerden jetzt an das Entwicklerteam weitergeben. Weitere Informationen sollen folgen. Eine Bestätigung darüber, dass sich der Automodus bald abschalten lässt, wurde nicht gegeben.

Was wir von der Kamera des Pixel 3 XL halten, seht ihr hier in der Bilderstrecke:

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21 Bilder
Google Pixel 3 XL im Kamera-Test: Natürlich schön – aber nicht perfekt.

Künstliche Intelligenz als Allheilmittel?

Googles automatischer Wechsel zwischen 60 und 30 Bildern pro Sekunde kann durchaus Sinn ergeben. Wenn die Lichtverhältnisse zu Wünschen übrig lassen, führt eine doppelte Belichtungszeit zu weniger Rauschen im Video. Gegen die Umstellung selbst ist also nichts zu sagen. Das Problem liegt stattdessen eher darin, dass Nutzern keine Wahl gelassen wird. Die Algorithmen entscheiden, was besser ist – unabhängig davon, ob die Person hinter dem Smartphone zum ersten Mal im Leben ein Video erstellt oder doch ein langjähriger Profi ist, der genau weiß, was er macht.

Automatische Verbesserungen sind in vielen Fällen hilfreich, aber manchmal schießen die Hersteller eben über das Ziel hinaus. Neben Google war auch Apple vor wenigen Wochen in die Kritik geraten. Nutzer beschwerten sich, dass Selfies „zu gut“ aussehen würden. Die neue iPhone-Generation hat die Bilder automatisch verbessert, um die Gesichter der Fotografierten aufzuhübschen. Laut Apple war das nur ein Bug, der in einem kommenden iOS-Update entfernt werden soll.

Quelle: Google Issue Tracker via Android Police, Caschys Blog

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