Wie schnell ist das neue iPad? – Zahl des Tages

Stefan Bubeck

Nur 349 Euro: Gestern hat Apple ein besonders erschwingliches iPad speziell für Schüler und Studenten vorgestellt. Da stellt sich die Frage, wo da gespart wurde und ob der verbaute Prozessor aus dem Jahr 2016 heute überhaupt noch ausreicht.

„64‑Bit Architektur. Mit vier Kernen. Über 3,3 Milliarden Transistoren. Mit anderen Worten: Das iPad ist unglaublich schnell.“ Das ist Apples eigene Beschreibung des A10-Fusion-Chips, der im neuen iPad verbaut ist. Der Prozessor dürfte einigen Apple-Kunden bekannt vorkommen: Er wurde nämlich bereits im September 2016 vorgestellt, zusammen mit dem iPhone 7. Der A10 war Apple erstes SoC mit vier Kernen.

Apple A10: Damals der Spitzenreiter

Mit diesem Chip konnten sich iPhone 7 und 7 Plus klar an die Leistungsvergleiche setzen und alle damals erhältlichen Smartphones aus dem Android-Lager überholen. Die Leistung des neuen iPad (2018) ist im Vergleich zum Vorgänger iPad (2017) deutlich gestiegen: Der A10 im aktuellen Modell ist laut Apple 40 Prozent schneller als der A9 im alten Modell – und 120 Mal so schnell wie der Chip im allerersten iPhone von 2007.

Okay – das neue iPad dürfte also locker mit Smartphone-Flaggschiffen aus den letzten eineinhalb Jahren mithalten können und viele davon auch schlagen. Aber eigentlich ist so ein Tablet doch eher ein Computer-Ersatz, wie uns Apple suggeriert. Wenn man sich weitere Benchmarks anschaut, stößt man auf einen interessanten Aspekt: Der A10 Chip zieht auch locker an älteren Macbook Air und sogar Macbook Pro vorbei, die mit den damals aktuellen Intel Core-i5-Prozessoren ausgestattet waren.

In der Disziplin Single-Core kann ein iPhone 7 mit A10 Fusion Chip sogar einen Mac Pro (2013) schlagen – eine Workstation, die seinerzeit mehrere tausend Euro gekostet hat und auch heute noch vielen Kreativ-Profis und Wissenschaftlern treue Dienste leistet. Mag sein, dass dieser letzte Vergleich technisch nicht ganz hieb- und stichfest ist, aber auch er führt uns ein Stückchen näher zum Fazit. Das lautet: Das neue und besonders günstige iPad hat zwar einen Prozessor aus dem Jahr 2016, ist aber auch 2018 zweifellos allen Apps und damit verbundenen Anwendungen gewachsen. Man muss wirklich sich keine Sorgen machen, dass das „Schüler-iPad“ eine lahme Ente sein könnte.

Quellen: Geekbench, Trustedreviews

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