Deutsche Telekom: Der langsame Rückzug beginnt

Simon Stich

Die Deutsche Telekom möchte viele ihrer Shops schließen und das Geschäft mit Privatkunden insgesamt neu ausrichten. Als Grund dafür werden die Digitalisierung und ein damit einhergehendes geändertes Kundenverhalten angegeben. Doch es gibt noch mehr Neuerungen.

Telekom: Viele Shops werden geschlossen

Die Deutsche Telekom hat angekündigt, den Vertrieb mit Privatkunden hierzulande neu aufzustellen. Mit einem Maßnahmenpaket soll der zunehmenden Digitalisierung Rechnung getragen werden. Von den derzeit 504 Telekom-Shops in Deutschland sollen deswegen bis Ende 2021 nur noch 405 übrig bleiben. Kunden würden, so die Telekom, weniger den stationären Handel nutzen und lieber online auf die Produkte des Konzerns zugreifen. Die Schließung von 99 Telekom-Shops sei deshalb nur folgerichtig, da die Kundenfrequenz jetzt schon rückläufig ist, während der Umsatz im Online-Handel „boomt“.

Zu den MagentaMobil-Tarifen der Telekom*

Die Telekom hat sich ein Transformationsprogramm auferlegt, bei der es nicht nur um die stationären Shops geht. Die Vertriebsregionen sollen laut ComputerBase von derzeit sechs auf vier angepasst werden. Dabei werden auch Mitarbeiter der Telekom ihre Stelle verlieren. Wie viele Mitarbeiter entlassen werden, wurde dabei allerdings nicht kommuniziert. Die Anzahl der Stellen soll „sozialverträglich reduziert“ werden. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben.

Trotz der Schließung von Telekom-Shops sollen Kunden dadurch keinen Nachteil haben, heißt es. Auch in Zukunft sollen es 86 Prozent aller Kunden weniger als 20 Kilometer zum nächsten Telekom-Shop haben. Die Shops selbst sollen durch lokalen Service glänzen, mehr regionales Marketing betreiben und „erlebnisorientiert“ werden.

Telekom: Magenta-Formate werden ausgebaut

Während Shops geschlossen werden, soll die Zusammenarbeit mit Elektronikhändlern ausgebaut werden. Hier sollen Magenta-Formate des Konzerns im Mittelpunkt stehen. Björn Weidenmüller, der bei der Telekom als Geschäftsführer für das operative Geschäft tätig ist, glaubt an das neue Konzept: „Wir handeln aus einer Position der Stärke heraus, daher ist jetzt der richtige Zeitpunkt, uns für die Zukunft gut aufzustellen. Wir glauben dabei an die Kraft der persönlichen Beratung, auch mittelfristig wird so noch 80 Prozent unseres Vertriebes erfolgen.“

Auch beim 3G-Netz steht die Deutschen Telekom vor großen Änderungen. Alles Wissenswerte dazu gibt es hier im Video:

3G wird abgeschaltet. Und jetzt?

Dennoch sieht die Telekom die Zukunft eher im Online-Handel. Der Vertreib über das Internet soll ausgebaut werden und das Einkauferlebnis für Kunden an erster Stelle stehen, heißt es. Potenzial für Optimierungen wird insbesondere beim Zusammenspiel von stationären und digitalen Kanälen gesehen. Bei der steigenden Glasfaservermarktung sollen Strukturen und Abläufe angepasst werden, um den Festnetzausbau effektiver zu gestalten.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung