Google Pay und PayPal: Google stellt Situation klar und entwarnt

Simon Stich

Google soll PayPal als Zahlungsmittel innerhalb von Google Pay entfernt haben. Einige Nutzer berichten, dass sie PayPal nicht mehr als Zahlungsart hinzufügen können. Bestandskunden sollen aber weiterhin die Möglichkeit haben, auf PayPal zu setzen. Google hat sich mittlerweile zu dem Thema geäußert.

Update vom 27.02.2020, 15:30 Uhr: Google zufolge wurde PayPal als Zahlungsmittel innerhalb von Google Pay nicht deaktiviert beziehungsweise für Neukunden gesperrt. An der Partnerschaft zu PayPal habe sich nichts geändert, heißt es. Es muss sich dabei um einen Fehler gehandelt haben, der vereinzelt bei einigen Nutzern aufgetreten ist.

Originalartikel:

Google zieht die Notbremse: PayPal fliegt raus

Nachdem es Betrügern gelungen war, Geld von PayPal über Google Pay abzubuchen, hat Google nun die Notbremse gezogen. Berichten von Caschys Blog zufolge steht PayPal derzeit nicht mehr als mögliche Zahlungsart zur Verfügung, falls sie vorher nicht schon eingerichtet wurde. Allem Anschein nach betrifft die Änderung zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht die Bestandskunden. Wer also bereits in der Vergangenheit PayPal bei Google Pay eingerichtet hat, der kann den Bezahldienst dort auch weiterhin nutzen.

Google selbst hat sich zu diesem Schritt noch nicht geäußert. Neben Google Pay sind auch keine anderen Dienste von Google betroffen. Im Play Store kann zum Beispiel weiterhin PayPal als Zahlungsart hinzugefügt werden.

PayPal zufolge wurde die Sicherheitslücke bereits geschlossen. Dem Unternehmen zufolge seien „nur wenige“ Kunden von illegalen Abbuchungen betroffen gewesen. Persönliche Daten von Nutzern sollen nicht erbeutet worden sein. Sicherheitsforscher sagen aber dennoch, dass eine Lücke besteht und Kunden weiterhin nicht sicher seien.

Mehr Infos zu Google Pay gibt es hier im Video:

Was ist Google Pay?

PayPal: Unberechtigte Abbuchungen häufen sich

Seit ein paar Tagen häufen sich unberechtigte Abbuchungen, wenn Kunden ihren PayPal-Account mit Google Pay verbunden haben. Eine Lücke bei der virtuellen Kreditkarte soll dafür sorgen, dass Kriminelle vierstellige Summen in die USA überweisen können. Eine Zwei-Faktor-Authentifizierung soll dabei einfach umgangen worden sein.

PayPal erzeugt eine virtuelle Mastercard mitsamt 16-stelliger Nummer und Ablaufdatum. Es gilt als wahrscheinlich, dass Kriminelle die Kreditkartendaten per Brute Force erbeuten konnten. Ein Angriff über NFC, bei dem die Daten von einem zweiten Handy ausgelesen werden, gilt in diesem Fall als eher unwahrscheinlich. Nutzer berichten zudem, dass sie NFC auf ihrem Smartphone deaktiviert haben.

Was NFC alles kann, seht ihr in der Bilderstrecke zum Thema:

Bilderstrecke starten(9 Bilder)
NFC-Funktion: Was kann man damit machen?

Forscher: PayPal kennt die Lücke seit einem Jahr

Sicherheitsforscher Markus Fenske zufolge wurde PayPal bereits vor einem Jahr im Februar 2019 von ihm über die Sicherheitslücke informiert. Er soll sogar eine Belohnung von 4.500 US-Dollar erhalten haben, berichtet heise online. Auf die mehrfache Rückfrage, ob die Lücke von PayPal mittlerweile geschlossen wurde, erhielt er nach eigenen Angaben keine Antwort.

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Betroffene Nutzer sollten in jedem Fall die virtuelle Kreditkarte deaktivieren oder die Abbuchungsvereinbarung mit Google Pay auszusetzen. Wer nicht Opfer von unberechtigten Abbuchungen wurde, kann als Vorsichtsmaßnahme PayPal und Google Pay trennen.

Simon Stich
Simon Stich, GIGA-Experte für Smartphones, Mobilfunk und die Gerüchteküche.

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