Bewegt sich Nvidias Streaming-Dienst in eine Krise? Nachdem bereits einige namhafte Publisher dem Grafikkartenhersteller den Laufpass gegeben haben, folgen nun weitere Absagen. Es gibt aber auch einige Lichtblicke.

Update vom 21.04.2020: Obwohl sich Nvidia sichtlich bemüht, immer mehr Publisher und Spielehersteller für GeForce Now an Bord zu holen, hagelt es weiter Absagen für den Grafikkartenhersteller. In einem Blog-Eintrag gab man nun bekannt, dass nun auch Warner Bros. Interactive Entertainement, die XBOX Game Studios sowie Codemasters und Klei Entertainement ihre Spiele aus dem Portfolio von GeForce Now zurückziehen.

Ab dem 24. April stehen dann keine Spiele der besagten Unternehmen mehr den Nutzern von GeForce Now zur Verfügung. Darunter fallen unter anderem Spiele wie die Dirt- oder F1-Reihe, Don't Starve, Cuphead, Minecraft, die Batman-Arkham- und Mittelerde-Spiele. Wie immer bedauert Nvidia die Entscheidung der Publisher und hofft, dass man sie bald wieder überzeugen kann, GeForce Now beizutreten.

Doch immerhin gibt es auch einen Lichtblick: Jeden Donnerstag stellt Nvidia Spiele vor, die frisch dazugekommen sind. So haben nun etwa die Assassin's-Creed- und Far-Cry-Spiele ihren Weg auf GeForce Now gefunden. Weitere Ubisoft-Titel sollen in den kommenden Wochen folgen.

Update vom 11.03.2020: Aus zwei mach drei. Nachdem bereits Activision Blizzard und Bethesda Softworks ihre Spiele aus dem Streaming-Portfolio von Nvidias neuem Service GeForce Now gestrichen haben, hat nun auch Publisher 2K Games den Grafikkartenhersteller hängen lassen. Das hat Nvidia kürzlich in einem kurzen Blog-Eintrag bekanntgegeben.

Ab sofort können die Titel der Borderlands-, BioShock- oder XCOM-Reihe nicht mehr über GeForce Now gespielt werden. Auch Spiele wie Civilization 6, Mafia 3 oder NBA 2K20 sind von der Einschränkung betroffen.

Nvidia gibt im Blog-Eintrag an, dass man bereits mit 2K Games in Verbindung steht, um an einer Lösung zu arbeiten. Wann man damit rechnen kann, dass die betroffenen Titel wieder im Portfolio sind, kann man zum aktuellen Zeitpunkt jedoch nicht sagen.

Originalartikel:

GeForce Now: Streaming-Dienst für Spiele streicht immer mehr Titel

Einige Jahre schon konnten Beta-Tester GeForce Now bereits testen, seit Anfang Februar ist Nvidias Streaming-Dienst nun offiziell für alle verfügbar. Zum Startschuss bewarb Nvidia die Plattform damit, dass mehrere Hundert Spiele von mehr als 50 Publishern sofort zum Spielen bereitstehen würden. Solange man die Spiele gekauft und seinen entsprechenden Account mit GeForce Now verknüpft hatte, konnte man problemlos zocken.

Schon 2017 kündigte Nvidia GeForce Now in einem kurzen Video an:

Geforce NOW for Mac and PC – Teaservideo

Inzwischen haben sich jedoch einige Studios bei Nvidia gemeldet, um ihre Spiele aus der Liste der unterstützten Spiele streichen zu lassen, darunter unter anderem Activision Blizzard und Bethesda Softworks. Mit anderen Worten: Spiele dieser Studios können nicht mehr über GeForce Now gespielt werden. Darunter fallen unter anderem bekannte Titel wie: Call of Duty: Modern Warfare, Overwatch, die kompletten Dishonored-, Fallout- und „The Elder Scrolls“-Reihen sowie die Wolfenstein-Spiele, mit Ausnahme des neuen Spin-Offs Wolfenstein: Youngblood. Einen Grund für den Absprung der Studios nennt Nvidia nicht.

Fehlende Spiele in GeForce Now: Fans sind sauer

Obwohl Nvidia in diesem Fall nichts dafür kann, dass die entsprechenden Spiele gestrichen wurden – schließlich handelt es sich hierbei um die Entscheidung der entsprechenden Entwicklerstudios/Publisher – entlädt sich der Frust in den Foren des Herstellers. Die Nutzer erklären, dass sie genau für diese Spiele das GeForce-Now-Abo abschließen wollten oder sich sogar eine neue Nvidia Shield TV Pro zugelegt haben – und nun entsprechend gefrustet sind.

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Immerhin: Es gibt eine 90-tägige Einführungsphase für Nutzer mit „Founders“-Mitgliedschaft. In diesem Zeitraum kostet der Streamingservice kein Geld. Danach steht den Nutzern weiterhin die Möglichkeit offen, das Abo zu kündigen und stattdessen die abgespeckte Gratis-Mitgliedschaft zu nutzen.

Andere Nutzer scheint es noch härter zu treffen. Da sie selbst keinen entsprechenden Gaming-PC ihr Eigen nennen, haben sie sich die entsprechenden Spiele extra für GeForce Now gekauft und haben nun keinerlei Möglichkeit, sie überhaupt zu spielen.

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In der Zwischenzeit stellen die Leute im Forum bereits Vermutungen an, wer das GeForce-Now-Programm als Nächstes verlässt. Doch es gibt auch einige Fans, die weiterhin zu Nvidia halten und dem Grafikkartenhersteller Mut machen:

Zitat von Westminster611: „Im Moment sind die Publisher in der Lage, GFN hinter ihnen herlaufen zu lassen. Aber das Blatt wird sich wenden. Sobald sich das Cloud-Gaming etabliert und GFN die Mehrheit der Spieler hinter sich versammelt hat, werden die Publisher hinter ihnen herlaufen.“

Ob die entsprechenden Studios und damit auch die Spiele später wieder ins Programm aufgenommen werden, lässt Nvidia bislang offen. Der direkte Konkurrent Google Stadia oder andere Alternativen wie Shadow dürften sich über diese Meldungen jedoch freuen – sie können davon im Moment nur profitieren. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiter entwickelt.

Wer weitere Fragen zur Entwicklung des Spieleangebotes von GeForce Now hat, kann diese im entsprechenden Thread im Nvidia-Forum stellen – dort findet man auch ein kleines Q&A, in dem die wichtigsten Fragen beantwortet werden.