Apple bewirbt das iPhone seit Jahren mit einem ganz bestimmten Feature, dies jedoch irreführend. So sieht dies zumindest die italienische Justiz und verdonnert den US-Hersteller zur Strafzahlung. Was stößt den Richtern böse auf?

 
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Seit vielen Jahren verspricht Apple für die verschiedenen iPhone-Typen (ab iPhone 7 aufwärts) einen gewissen Staub- und Wasserschutz, ein Feature, welches auch schon mal forciert in Werbespots beworben wurde. Dabei gelten die Werte für den Wasserschutz nur unter bestimmten Laborbedingungen, mit der Praxis hat dies am Ende nicht viel zu tun. So heißt es auch beim aktuellen iPhone 12 beispielsweise: „Nach IEC Norm 60529 unter IP68 klassifiziert (bis zu 6 Meter für bis zu 30 Minuten).“

Apple muss zahlen: iPhone-Werbung führt in die Irre

Italienische Richter sehen diese Bewerbung nun als irreführend an und verdonnern Apple kurzerhand zu einer Strafzahlung über 10 Millionen Euro. Auf den Plan gerufen wurde die Justiz, nachdem Kunden eine kostenlose Reparatur eines Wasserschadens, hervorgerufen unter den beworbenen Bedingungen, seitens Apple verwehrt wurde. In den Garantiebedingungen werden Schäden durch Flüssigkeiten nicht abgedeckt, anderseits bewirbt Apple die Wasserfestigkeit explizit. Für die Behörde ein unauflöslicher Widerspruch und Begründung für den millionenschweren „Strafzettel“.

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MacBook Air 2022: Apples Notebook-Pläne in Bildern

Tja, auch in diesem Werbspots des iPhone XR taucht das Handy förmlich unter – zu viel versprochen, meinen die Richter:

iPhone XR: Werbespot

Apple ist „Wiederholungstäter“

Apple ist übrigens kein „Ersttäter“, schon 2018 wurde der iPhone-Hersteller zu einer Strafe über 10 Millionen Euro verurteilt, damals wegen geplanter Obsoleszenz aufgrund der bekannten „iPhone-Drosselung“ bei zu schwachem Akku. Ähnliche Urteile mit noch höheren Strafzahlungen gab es zudem beispielsweise auch in Frankreich. Noch ist nicht bekannt, ob das Urteil für Apple noch weitere Konsequenzen haben wird und wie oder ob der iPhone-Produzent in Zukunft überhaupt noch das Feature der Wasserfestigkeit in Italien oder dem restlichen Europa bewerben wird. Fest steht: Das iPhone, oder besser gesagt Apple, versprach am Ende wohl zu viel.

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