Fortnite: Mutter von „Orange Shirt Kid“ verklagt Epic, weil sie seinen Tanz geklaut (?) hätten

Marina Hänsel

Es gibt Dinge, die Epic Games vielleicht und vielleicht auch nicht geklaut haben. Aber was sie sicher nicht ohne Zustimmung verwenden ist ein Tanz, der ganz ohne ein ominöses Vielleicht von einem Kind in orangenfarbenem T-Shirt bei einem offiziellen Fortnite-Tanzwettbewerb vorgetragen wurde. Und du denkst (vielleicht): Wie bitte?

Die Saga des Orange Shirt Kids („Orange Justice„) ist vergleichbar mit einer typischen Heldenreise: Das kleine Kind in orangefarbenem Hemd trat mit einem ganz besonderen Tanz zum Fortnite-Tanzwettbewerb Boogie Down auf; ein schnelles Wippen mit den Beinen und ein Auf-und-ab-Gleiten der Arme:

Sieht cool aus und ist schnell zu erlernen. Dann entschied Epic Games, statt ihm oder anderen Teilnehmern die Chance zu geben, einen professionellen Tänzer auf den ersten Platz zu schieben und … nun.

Das gefiel der Community nicht. Und dann erinnerte sich jemand an das Orange Shirt Kid.

Über Petitionen, Bittschreiben und Beiträge in Foren wurde das Kind mit dem orangen T-Shirt plötzlich zum Helden auserkoren; zu jenem Tänzer, der einzig über den schieren Willen der Fans zum Gewinner gekürt werden sollte. 14.452 Nutzer haben die Petition unterschrieben und wer ist schon Epic Games, diesen knapp 15.000 Menschen zu widersprechen?

Huch: Was ist da nur los bei Fortnite? Wieso verklagt jeder Epic Games wegen der Tänze und Emotes? Und – sind die überhaupt rechtlich geschützt? Victoria erklärt euch, wie verzwickt die ganze Angelegenheit ist.

Epic entschied, sich zu beugen und erwählte den einst unbedeuteten Jungen zum Gewinner des Boogie Down. Ist das nicht ein schönes Märchen? Aber was wäre eine Heldenreise ohne den plötzlichen Sturz ins Nichts; das kurze High des Triumphs gefolgt vom sofortigen Rückschlag.

Denn die Mutter des Jungen entschied sich, zu kämpfen – gegen Fortnite, gegen Epic, gegen fast 15.000 Fans, die Orange Justice in Fortnite tanzen sehen wollen. Sie verklagte Epic Games, denn die hätten ja seinen Tanz geklaut.

Warte kurz: Haben sie ihn geklaut? Aber hat Orange Shirt Kid nicht absichtlich während des Wettbewerbs getanzt, um im Spiel verewigt zu werden? Wie Varity schreibt, würde die Mutter des Kindes mit orangefarbenem Hemd nun behaupten, das alles wäre ganz anders gewesen: Orange Shirt Kid hätte ganz zufällig zur selben Zeit ein Video mit seinem Tanz veröffentlicht, den die Fans ohne seine Zustimmung zum Gewinner vom Boogie Down wählten.

Fortnite sollte eigentlich etwas ganz anderes werden – ganz ohne Emotes, lustige Skins und Comic-Grafik:

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Die Entstehung von Fortnite: Vom düsteren Zombie-Spiel zum Battle-Royale-Hit.

Das Kind hätte demnach auch nie sein Recht über den Tanz abgegeben; alle Tweets und Videos des Kindes, die – vielleicht – andere Dinge beweisen würden, sind auf verblüffende Art und Weise verschwunden. Wohin wird die Reise unseren Helden führen? Wird das Fortnite-Emote Orange Justice das Spiel verlassen müssen? Oder wird Epic Games diese doch recht seltsame Anklage abwenden können? Wir werden es bald erfahren, da bin ich mir sicher.

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