Apple Maps kommt ins Web – Kartendienst bald womöglich für alle nutzbar

Kaan Gürayer 8

Konkurrenz für Google Maps: Offenbar will Apple den hauseigenen Kartendienst öffnen und ins Web bringen. Damit könnten auch Nutzer jenseits von iOS und OS X übers Internet Zugriff auf Apple Maps erhalten. 

Apple Maps kommt ins Web – Kartendienst bald womöglich für alle nutzbar

Stellenanzeigen sind nicht nur für jene von Nutzen, die einen neuen Job suchen – sie können auch als Hinweisquelle für zukünftige Features beliebter Internetdienste und Anwendungen dienen. Das neueste Beispiel dieses modernen Orakellesens kommt von Apple, genauer: einer Stellenausschreibung, die der kalifornische Hersteller veröffentlicht hat. Dort wird nach einem „Maps JavaScript Engineer“ gesucht, der vollzeit in Cupertino arbeiten und dabei helfen solle, Apple Maps ins Web zu bringen. Das kann man getrost als Hinweis verbuchen, dass Apple Maps früher oder später nicht mehr an die entsprechenden iOS und OS X-Anwendungen gebunden sein und über das Web womöglich allen Nutzern zugänglich gemacht werden könnte. Bis dato können lediglich Nutzer von iOS und OS X auf den hauseigenen Kartendienst zugreifen, alle anderen schauen in die sprichwörtliche Röhre.

Mit maps.apple.com besitzt der iPhone-Hersteller bereits eine entsprechende URL, die bisher aber lediglich zur Apple-Seite weiterleitet und dort Apple Maps und die Funktionen des Kartendienstes ausführlich vorstellt. In Zukunft könnte unter der Adresse aber das Webinterface von Apple Maps zu finden sein. Selbstredend kommt eine Web-App nicht mit den Komfortfunktionen daher, die eine native Anwendung besitzt – Turn-by-Turn-Navigation ist damit neben vielen anderen Features beispielsweise nicht möglich – aber zur Planung von Ausflügen im Voraus ist der Kartendienst allemal in der Lage.

Dass sich Apple nun offenbar ein wenig öffnet, kommt so überraschend übrigens auch nicht: Bereits der Streaming-Dienst des Unternehmens, der durch die Übernahme von Beats Audio möglich und zur WWDC vorgestellt werden soll, soll angeblich auch auf Android landen.

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Scott Forstall wurde wegen des Apple Maps-Debakels gefeuert

Apple Maps wurde im Juni 2012 unter großen Beifall auf der WWDC, der Entwicklerkonferenz Apples, vorgestellt. Die Anwendung löste Google Maps als Standard-Kartenanwendung auf iOS ab, geriet nach dem Start aber aufgrund zahlreicher Fehler und ungenauer Karten ins Kreuzfeuer der Kritik. Schlussendlich sah sich sogar Apple-CEO Tim Cook zu einer öffentlichen Entschuldigung gezwungen und empfahl iOS-Nutzern, auf Konkurrenzprodukte wie Google Maps umzusteigen, bis Apple die Kinderkrankheiten behoben habe. Im Zuge des Maps-Debakels wurde auch Scott Forstall, damaliger Chefentwickler von iOS, entlassen.

Bisher nicht bekannt, wann die Apple Maps ins Web kommen sollen. Da Apple aber gerade erst nach passenden Entwicklern sucht, dürfte wohl noch einige Zeit ins Land gehen, bis der Kartendienst auch im Netz verfügbar sein wird. Aber zumindest ein passender Termin zur Ankündigung steht bereits an: die WWDC 2015, die am 8. Juni im kalifornischen San Francisco stattfindet. Unsere Kollegen von GIGA Apple berichten in einem Live-Ticker über alle relevanten Entwicklungen der Konferenz.

Quelle: Appleinsider

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