Schwerer Vorwurf: Verspricht Samsung bei Galaxy-Smartphones zu viel?

Peter Hryciuk 3

Sind Samsungs Galaxy-Smartphones wirklich so wasserdicht, wie es das Unternehmen in der Werbung verspricht? Die australische Wettbewerbsbehörde ACCC denkt das nicht und verklagt Samsung nun wegen falscher Versprechungen. So reagiert das südkoreanische Unternehmen auf die Vorwürfe.

Schwerer Vorwurf: Verspricht Samsung bei Galaxy-Smartphones zu viel?
Bildquelle: GIGA.

Samsung-Smartphones in der Werbung zu wasserdicht?

IP65, IP67 und IP68: Wer diese Schutzklassen bei Präsentation von neuen Smartphone hört oder auf den Produktseiten liest, fühlt sich eigentlich sicher. Diese Smartphones sind wasserdicht und können teilweise bis zu 30 Minuten bei einer Tiefe von 1,5 Metern überstehen. Das stimmt, gilt aber nur für Süßwasser. Wenn ihr mit dem Smartphone also im Meer baden geht, wo man Salzwasser hat, oder es im Pool unter Wasser nutzt, wo man chlorhaltiges Wasser hat, ist der Schutz nicht mehr gegeben.

Der australische Wettbewerbsbehörde ACCC ist das ein Dorn im Auge, denn Samsung soll in über 300 Werbeanzeigen genau so einen Einsatzzweck dargestellt haben. Sollten die Kunden ihr Smartphone im Meer, Pool oder in anderen Flüssigkeiten nutzen, könnte das Gerät beschädigt werden. Genau diesen Schaden deckt die Garantie nicht ab und Samsung würde kaputt Handys, die einen Wasserschaden auf diese Weise erleiden, nicht anerkennen. Während Samsung den Einsatz im Meer oder im Pool bewerben würde, steht im Kleingedruckten, dass der Einsatz dort eben nicht sicher sei. Das ist laut ACCC ein klarer Widerspruch.

Samsung soll sich durch diese Art von Werbung einen Wettbewerbsvorteil verschafft haben. Andere Hersteller werben zwar mit der gleichen Schutzklasse für ihre Smartphones, aber nicht in bei einem Einsatzzweck, der den nicht abdeckt. Besonders für australische Kunden seien die wasserdichten Eigenschaften, wie sie Samsung bewirbt, ein wichtiges Kaufkriterium – so ACCC.

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Diese Samsung-Smartphones sind betroffen

Die australische Wettbewerbsbehörde ACCC möchte mit der Klage nicht nur ein Bußgeld gegen Samsung und ein Ende solcher Werbung bewirken, sondern auch die Verbraucherrechte der geschädigten Kunden stärken, die das Kleingedruckte nicht gelesen und der Werbung von Samsung vertraut haben. Betroffen sind fast alle aktuellen Samsung-Smartphones mit wasserdichten Eigenschaften: Galaxy S10e, Galaxy S10, Galaxy S10 Plus, Galaxy S9, Galaxy S9 Plus, Galaxy S8, Galaxy S8 Plus, Galaxy S7, Galaxy S7 edge, Galaxy Note 9, Galaxy Note 8, Galaxy Note 7, Galaxy A8, Galaxy A7 und Galaxy A5, die zwischen 2016 und 2019 gebaut wurden.

Samsung äußert sich zu dem Vorfall

Samsung sieht das natürlich nicht so. Reuters berichtet, dass Samsung den Vorwürfen widerspricht, australisches Recht eingehalten hat und allen Gewährleistungsverpflichtungen nachgekommen ist. Sollte das Gegenteil bewiesen werden können, dann drohen Samsung Strafzahlungen in Millionenhöhe.

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