Huawei wird in absehbarer Zukunft mit dem „Ark OS“ ein eigenes Betriebssystem als Alternative zu Android einführen. Nun hat das Unternehmen erstmals Meldungen dementiert, die falsche Hoffnungen bei den Nutzern hervorrufen könnten. Geht es doch nicht so schnell, wie es sich alle wünschen?

 
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Android-Alternative von Huawei erscheint nicht im Juni

Gestern soll ein hochrangiger Huawei-Mitarbeiter gegenüber TechRadar gesagt haben, dass die Android-Alternative des chinesischen Unternehmens bereits im kommenden Monat eingeführt wird. Angeblich war das Betriebssystem schon im Januar 2018 fertig, da Huawei mit einem Bann durch die US-Regierung gerechnet hat. Huawei wolle das eigene Betriebssystem zwar nicht veröffentlichen, und die Beziehungen zu Google und anderen Unternehmen so zerstören, wird es nun aber im Juni 2019 tun. Wie bereits zuvor berichtet, soll das Betriebssystem auf allen Produkten laufen, also nicht nur Smartphones, und mit Android-App kompatibel sein. Als Alternative zum Google Play Store würde die „Huawei AppGallery“ dienen.

Zumindest der Release im Juni 2019 stimmt nicht. Das hat Huawei sofort nach Aufflammen der Gerüchte gegenüber dem CNBC-Journalisten Arjun Kharpal erklärt:

Es soll sich dabei um einen „Scherz“ handeln. Huawei fordere die Medien auf, diese falschen Nachrichten nicht zu verbreiten. Zu den anderen Informationen, die der Bericht nannte, gab es keine Aussage. Nur die zügige Umsetzung, die im Raum steht, wurde dementiert.

Huawei hat sich in Europa zu einem der beliebtesten Smartphone-Hersteller gemausert, der eine echte Alternative zu Samsung und Apple dargestellt. Um so wichtiger ist es für Huawei, nun keine falschen Hoffnungen zu schüren. Es ist schlimm genug für die Kunden, dass sie nicht wissen, wie es um die Smartphones steht, die jetzt im Umlauf sind.  Sollten sich die USA und Huawei nicht innerhalb der 90-Tage-Schonfrist einigen können, sieht die nahe Zukunft düster aus.

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Ich bin mir da nicht so sicher, ob Huawei-Smartphones ohne Google überzeugen können. Auch wenn Huawei es schafft, ein brauchbares Betriebssystem zu entwickeln, das mit Android-Apps kompatibel ist, wird man es genau wie Microsoft und Amazon kaum schaffen, alle Entwickler dazu zu bringen, ihre Apps in den Huawei-App-Store zu stellen. US-Unternehmen dürften bei anhaltenden Sanktionen ihre Apps Huawei gar nicht bereitstellen, sodass große Namen wie WhatsApp und Co. fehlen würden.

Alternativen gibt es immer, doch will man sich umstellen, nur um bei einem Huawei-Smartphone zu bleiben? Vermutlich nicht. Außerdem: Was ist mit den vielen kleinen und regionalen Apps, beispielsweise dem Nahverkehr? All diese Anwendungen müssten im Huawei-App-Store landen oder per APK installiert werden. Jemand, der basteln möchte und sich auskennt, wird Letzteres hinbekommen. Alle anderen Nutzer, besonders von Mittelklasse-Handys, die bei Huawei den größten Verkaufsanteil ausmachen, werden sich einfach bei Samsung umsehen. Man kann nur hoffen, dass der US-Bann aufgelöst wird – und nie wieder eintritt. Bei dem aktuellen US-Präsidenten wäre das aber wohl immer ein Unsicherheitsfaktor.