Huawei-Handys: Anwalt äußert sich zu Rechten von Kunden in Deutschland

Peter Hryciuk 3

Die Huawei-Krise ist noch lange nicht ausgestanden. Immer mehr Partner des chinesischen Konzerns kündigen die Zusammenarbeit, nachdem die US-Regierung Huawei auf eine schwarze Liste gesetzt hat. Doch welche Rechte hat man als deutscher Kunde jetzt? Ein Anwalt hat sich zu diesem Thema geäußert.

Huawei-Handys: Anwalt äußert sich zu Rechten von Kunden in Deutschland
Bildquelle: GIGA – Huawei P20 Pro.

Huawei-Handys in Deutschland: Diese Rechte habt ihr

Seit Beginn der Woche überschlagen sich die Ereignisse. Google hat Huawei die Android-Lizenz entzogen und somit ein großes Fragezeichen an die Zukunft der chinesischen Smartphones gesetzt. Zwar wurde mittlerweile übergangsweise die Zusammenarbeit für drei Monate wieder erlaubt, das betrifft aber nur bereits im Umlauf befindliche Geräte. Was danach passiert, steht in den Sternen, wenn die US-Regierung die Sanktionen nicht in der Zeit beendet.

Doch welche Rechte hat man als Besitzer eines Huawei-Smartphones in Deutschland eigentlich? Der Medienrechtsanwalt Christian Solmecke, der auf YouTube einen Kanal seiner Kanzlei betreibt, hat sich dazu geäußert und macht wenig Hoffnung auf Entschädigung:

Kurz zusammengefasst:

  • Laut den AGBs von Huawei KANN das Unternehmen Updates anbieten, MUSS es aber nicht. Huawei sichert weder zu, dass die Software funktioniert noch eine dauerhafte Pflege für die Zukunft.
  • Huawei müsste laut Solmecke aber innerhalb der zwei Jahre nach dem Kauf des Geräts sicherstellen, dass das Handy im Kaufzustand ordnungsgemäß funktioniert. Sollte der Zugang zum Play Store innerhalb der Zeit nicht mehr möglich sein, liegt ein Mangel vor. Diesen müsste Huawei beheben, was laut aktuellem Stand schwierig wäre. Sollte dieser Fall eintreten, könntet ihr den Kaufpreis zurückbekommen, müsstet euch aber den Wertersatz für die Nutzung anrechnen lassen. Ihr würdet also nicht den vollen Kaufpreis erhalten, wenn ihr das Gerät längere Zeit verwendet habt. Das ist zumindest jetzt aber nicht der Fall, da Huawei und Google zugesichert haben, dass der Google Play Store und alle weiteren Funktionen auf bereits verkauften Smartphones erhalten bleiben.

Wer sein Huawei-Smartphone also bereits längere Zeit besitzt, hat aktuell keinen Anspruch auf eine Entschädigung und kann aufgrund der aktuellen Situation auch nicht vom Kauf zurücktreten. Das geht nur, wenn ihr das Handy online gekauft habt und das nicht länger als 14 Tage her ist. Dann könnt ihr natürlich ohne Angabe von Gründen vom Kauf zurücktreten und das Gerät einfach zurückschicken. Außerdem ist euer Ansprechpartner in dem Fall nicht Huawei, falls ihr das Handy nicht direkt beim Hersteller gekauft habt, sondern der jeweilige Händler oder Provider. Mehr dazu in diesem Artikel.

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Für Huawei- und Honor-Kunden sind die US-Sanktionen aktuell ein schwer zu verstehendes Thema. Eigentlich zanken sich die USA und China, ausgetragen wird dieser Zweikampf aber auf dem Rücken der europäischen Kunden. Sollte die US-Regierung Huawei innerhalb der dreimonatigen Schonfrist nicht von der schwarzen Liste nehmen, wird es für Huawei schwer. Mittlerweile hat sogar ARM Huawei die Zusammenarbeit gekündigt, wodurch das chinesische Unternehmen zukünftig keine neuen Smartphone-Prozessoren mehr bauen kann.

Wer ein Huawei- oder Honor-Smartphone besitzt, sollte nicht in Panik geraten und versuchen das Gerät jetzt auf Teufel komm raus zum Schleuderpreis zu verkaufen. Die Geräte werden, so wie es aktuell ausschaut, weiterhin funktionieren. Jetzt noch ein neues Gerät dieser Hersteller zu kaufen empfehlen wir aber nicht. Man sollte zunächst abwarten, wie sich die Situation entwickelt. Alle Details zum Huawei-Bann findet ihr in dieser Übersicht. Was sagt ihr zu dem Thema?

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