iPhone 6 Plus im Langzeittest: Teil 3 – Leistung und Akkulaufzeit

Ben Miller 6

In diesem dritten Teil unseren Langzeittests des iPhone 6 Plus nehmen wir die Leistung und Akkulaufzeit des größten iPhone unter die Lupe.

iPhone 6 Plus im Langzeittest: Teil 3 – Leistung und Akkulaufzeit

iPhone 6 Plus im Langzeittest:

Das Herz des iPhone 6 Plus ist der neue Apple A8 Chip. Er stellt die zweite Generation von Apples hauseigener 64-Bit-Architektur dar, die in iOS-Geräten verbaut wird. Dank 20-Nanometer-Herstellungsverfahren passen auf den A8 rund 2 Milliarden Transistoren. Das sind fast doppelt so viele Transistoren wie beim Vorgänger, den Apple A7, aber auf kleinerer Fläche. Schlicht gesagt bietet der A8 mehr Leistung auf kleinerer Fläche und verbraucht auch weniger Strom.

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Der A8 ist ein SoC, ein „System on a Chip“, das mehrere Komponenten vereint. Enthalten sind eine Dual-Core-CPU mit 1,38 GHz, einen PowerVR GX6450 Quad-Core-GPU und 1 GB LPDDR3 Arbeitsspeicher.

Außerdem integriert sind die „Secure Enclave“, die die Daten von Touch ID verarbeitet, ein Bildsignalprozessor, der die Kameradaten verarbeitet, und noch ein paar kleinere Helferlein, die alles, was das iPhone kann, erst ermöglichen.

Auf dem Papier klingen Dual-Core-Prozessor und 1 GB Arbeitsspeicher jetzt nicht besonders aufregend, besonders im Vergleich zu den Spezifikationen der Konkurrenz.

Doch so wie auch mehr Megapixel kein besseres Foto machen, machen auch mehr Arbeitsspeicher und Prozessorkerne ein System nicht unbedingt schneller. Es spielen viele Faktoren eine Rolle, beispielsweise beim Arbeitsspeicher. Was für eine Art RAM ist es? Wie ist er in die Hardware, etwa den Chip integriert? Wie schnell ist er in das System eingebunden? Wie gut wird er vom Betriebssystem verwaltet? Selbiges gilt im Grunde auch für die CPU und andere Komponenten.

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Trotz Dual-Core-CPU und „nur“ einem Gigabyte Arbeitsspeicher lässt das iPhone 6 Plus seine Konkurrenz, die mit Quad-Core-CPU und deutlich mehr RAM aufwartet, in Benchmark-Vergleichen hinter sich. Das neue Galaxy Note 4 beispielsweise, der Hauptkonkurrent des iPhone 6 Plus,  besitzt eine Quad-Core-CPU, die auf 2,7 GHz getaktet ist, und drei Gigabyte Arbeitsspeicher. Trotz dieser imposanten Zahlen hat das Note 4 nur beim Multi-Core-Ergebnis knapp die Nase vorn, hinkt aber sonst dem iPhone 6 und 6 Plus und teilweise sogar dem iPhone 5s hinterher. Wohlgemerkt testet Geekbench nur CPU und RAM. (Links zu den Ergebnissen: iPhone 6 Plus, iPhone 6, iPhone 5s, Galaxy Note 4)

Benchmarks repräsentieren nicht das Nutzererlebnis. Sie zeigen aber in diesem Fall, dass ein effizientes und gut optimiertes System, wie es der A8 ist, mehr nutzbare Leistung bieten kann. Mehr Gigahertz und Arbeitsspeicher gleichen fehlende oder mangelnde Optimierung nicht aus.

Und dennoch wäre es schön gewesen, hätte Apple zwei Gigabyte Arbeitsspeicher in das iPhone 6 Plus integriert. Denn besonders wenn man mehrere Webseite geöffnet hat und zwischen diesen wechselt, merkt man, dass zu wenig Arbeitsspeicher zur Verfügung steht. Webseiten, die eigentlich im Arbeitsspeicher zwischengespeichert werden, müssen immer wieder komplett neu geladen werden. Dass dies am Arbeitsspeicher liegt, ist aber nur eine Vermutung meinerseits. Vielleicht kann Apple diesen Zustand mit kommenden Software-Updates verbessern.

Man stelle sich vor, welche Werte ein iPhone mit Quad-Core-CPU und doppelt so viel RAM erreichen könnte, wenn sich Apple denn auf ein Spezifikationen-Rennen einlassen würde. Wenn man aber mit der Hälfte der Kerne und des Arbeitsspeichers bessere Ergebnisse erzielt als die Konkurrenz, scheint es einleuchtend, dass man sein Pulver nicht unnötig verschiesst.

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