Das iPhone 6 Plus ist mit LTE der Kategorie 4 ausgestattet, was bis zu 150 MBit pro Sekunde im Download und 50 MBit/s im Upload ermöglicht. Es unterstützt mit 20 LTE-Frequenzbändern mehr als jedes andere Smartphone auf dem Markt. Theoretisch könnte man also auch im Urlaub in LTE-Netzen surfen, wenn es denn bezahlbar wäre.

LTE Kategorie 4 im iPhone 6 Plus
LTE Kategorie 4 im iPhone 6 Plus
iPhone 6 Plus LTE-Speedtest
iPhone 6 Plus LTE-Speedtest

In Realität sieht das mit den LTE-Geschwindigkeiten natürlich etwas anders aus. In unseren Tests in Berlin Mitte erreichten wir um die 64-66 Mbit/s Down und 9-10 Mbit/s Up im Netz der Deutschen Telekom mit einem Tarif, der 100 Mbit/s bieten soll.

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Das iPhone 5s unterstützt zwar „nur“ LTE Cat-3 und ist somit hardwareseitig auf maximal 100 Mbit/s beschränkt, erreicht aber auch locker die 66 Mbit/s.

Ein durchschnittliches Datenguthaben von 500 MB hat man übrigens bei durchgehendem Download mit 66 Mbit/s in knapp 30 Sekunden verbraucht.

Um das schnellere LTE des iPhone 6 Plus auch voll ausnutzen zu können, braucht es nicht nur guten LTE-Empfang. Auch der eigene Tarif muss das schnellere LTE ungedrosselt bieten. In der Regel bekommt man LTE Cat-4 (150 Mbit/s) nur mit den teureren Top-Tarifen oder als Zusatzoption.

Voice-over-LTE - VoLTE

Außerdem mit an Bord ist erstmals Voice-over-LTE, kurz VoLTE, welches Telefonate über LTE-Netze abwickelt. Das passiert im Hintergrund und auf Seiten der Mobilfunkprovider, die VoLTE in ihren Netzen auch unterstützen müssen.

Dass man über VoLTE telefoniert, merkt man eigentlich nur an einer besseren Sprachqualität, vorausgesetzt der Gesprächspartner nutzt ebenfalls VoLTE.

Die Vorteile von VoLTE sind bessere Sprachqualität, sehr viel schnellerer Rufaufbau (ca. 1 Sekunde) und auch gleichzeitiges Telefonieren und Surfen im LTE-Datennetz. In Deutschland wollen alle großen LTE-Mobilfunkprovider in den kommenden Monaten VoLTE einführen. In Österreich will A1 VoLTE nächstes Jahr anbieten.

Wi-Fi Calling

Wi-Fi Calling ist ein weiteres neues Feature des iPhone 6 Plus. Damit können Telefonate über WLAN, egal ob eigener oder öffentlicher Hotspot, abgewickelt werden, wenn der Mobilfunkempfang sehr schlecht oder gar nicht gegeben ist. Das iPhone klinkt sich damit also per WLAN über das Internet in das Mobilfunknetz des Mobilfunkproviders ein. Dieses Feature ist quasi eine Notlösung für Regionen gedacht, wo mit Hilfe von Mobilfunktechnik keine Versorgung möglich ist.

Man kann es sich vorstellen, als würde man mit Skype eine Telefonnummer anrufen. Das Wi-Fi Calling des iPhone 6 Plus funktioniert automatisch und selbstständig im Hintergrund. Es ist also nicht vergleichbar mit FaceTime oder anderen VoIP-Diensten. Es fallen normale Gesprächsminuten an, die regulär abgerechnet werden. Das WLAN ersetzt einfach nur temporär den (nicht vorhandenen) Mobilfunkmasten.

Vorerst bieten nur zwei Provider Wi-Fi Calling an, T-Mobile USA und EEE UK. In Deutschland haben die Deutsche Telekom und Vodafone diesem Feature bereits eine Absage erteilt.

WLAN

iPhone 6 und iPhone 6 Plus sind die ersten iPhones, die sich mit WLAN 802.11ac verstehen. Mit rund 270-280 Mbit/s ist es bis zu 3 Mal schneller als das 802.11n des iPhone 5s – den passenden WLAN-Router (beispielsweise AirPort Express und AirPort Extreme) vorausgesetzt. 802.11ac ist aber auch abwärtskompatibel. Hat man also einen 802.11n-Router, kann das iPhone 6 Plus natürlich auch damit funken, nur eben nicht so schnell wie mit 802.11ac.

iPhone 6 Plus mit WLAN 802.11ac
iPhone 6 Plus mit WLAN 802.11ac

Von der höheren Geschwindigkeit des 802.11ac merkt besonders dann etwas, wenn man im lokalen WLAN-Netz Dateien oder Filme (von einem NAS) auf das iPhone streamt. Es sei denn natürlich man kann ein ultraschnelles 300Mbit/s-Internet sein Eigen nennen. Abgesehen von der höheren Geschwindigkeit bietet 802.11ac aber auch eine größere Reichweite. Anstatt blind in alle Richtungen zu funken, können ac-Router durch sogenanntes Beam-Forming ihren Funkverkehr in Richtung des verbundenen Empfänger-Gerätes bündeln.

Empfangsstärke – selbe Stelle, selbe Welle
Empfangsstärke – selbe Stelle, selbe Welle

Zur Empfangsqualität des iPhone 6 Plus im Allgemeinen sei gesagt, dass sie durchaus besser ist als beim iPhone 5s. Dies dürfte unter anderem auch mit der Größe des iPhone 6 Plus zu tun haben. Man verdeckt die Antennen mit den Händen nicht so leicht wie bei einem kleinen iPhone.

NFC

Erstmals hat Apple auch NFC in die neuen iPhones integriert. Vorerst ist dieses Feature jedoch für Apples eigenen Bezahldienst „Apple Pay“ reserviert. Dementsprechend können wir hierzulande mit dem NFC im iPhone 6 und iPhone 6 Plus noch nichts anfangen. Vielleicht spendiert Apple aber mit kommenden Updates weitere NFC-Funktionen.

Wertung
10/10
“Auch wenn man iPhone 6 Plus und iPhone 5s nicht direkt und gleichzeitig testet, merkt man, dass das iPhone 6 Plus schneller ist.”