Das iPhone & der Speicher-Aufpreis: Ich habe keinen Bock mehr, die Apple-Preise zu bezahlen

Sebastian Trepesch 84

Diese Woche hat Samsung neue Topmodelle der Galaxy-Reihe vorgestellt. Die Smartphones belegen, dass interner Speicher lange nicht so teuer sein muss, wie Apple bei den iPhones verlangt. Hierzu verweise ich auf meinen (aktualisierten) Kommentar vom November:

Das iPhone & der Speicher-Aufpreis: Ich habe keinen Bock mehr, die Apple-Preise zu bezahlen
Bildquelle: GIGA (Foto) und pixabay (Kette).

Sie steigen und steigen, die Preise für Apple-Produkte. Bereits nach Veröffentlichung der Herbst-Produkte 2018 habe ich für mich persönlich festgestellt: Den Preis für das Top-iPhone im vierstelligen Eurobereich möchte ich nicht bezahlen.

Oft habe ich in der Vergangenheit die Apple-Preise in meinem Umfeld verteidigt: 700 Euro für ein neues Top-iPhone – im Vergleich zu 150-Euro-Plastik-Android ist das viel. Doch dafür erhält man ein hochqualitatives, top durchdachtes und gut funktionierendes Stück Technik, das man bekannter Weise ja ständig mit sich trägt und häufig nutzt. Der Preis ist gerechtfertigt!

Gesinnungswandel: Steigende Startpreise für iPhone, iPad & Mac

Mittlerweile kann ich die Apple-Preise nicht mehr verteidigen – und will sie auch selbst nicht mehr zahlen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es einigen anderen iPhone-Anhängern ähnlich ergeht und Apple deshalb im wichtigen Weihnachtsquartal in die Bredouille geriet. Tim Cook musste Anfang Januar den Aktionären gestehen: Apple hat Probleme, die neuen iPhones in geplanter Zahl zu verkaufen. Die Aktie ging daraufhin auf Talfahrt. Der Preis ist nicht der einzige Grund für die Verkaufsprobleme, aber einer davon, wie unsere Analyse zeigt:

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Spurensuche: Warum verkauft Apple weniger iPhones?

Der Preisanstieg der iPhones in letzter Zeit war einfach zu hoch, vor allem für die für mich relevanten Versionen mit größerem Speicher. Die Grafik zeigt für die iPhones, wie sich die Einstiegspreise zur jeweiligen Modellveröffentlichung entwickelt haben:

Eine Auswahl weiterer Preissteigerungen von Apple-Neuheiten im Herbst 2018 im Vergleich zur unverbindlichen Preisempfehlung des Vormodells:

Typisch Apple: Überzogene Upgrade-Kosten

Das sind wohlgemerkt die Einstiegspreise für Ausführungen, die zumindest für mich nicht alltagstauglich sind. Ein Laptop im vierstelligen Eurobereich mit nur 128 GB Speicher (nein, nicht Arbeitsspeicher …)? Lächerlich. Meist muss man also noch mehr Geld einplanen – für ein besser ausgestattetes Modell.

Auch die 64 GB Speicher des iPhones reichen mir nicht aus. Bei dem iPhone 7 mit Speicher-Upgrade (128 GB) zahlte man im ersten Veröffentlichungsjahr 869 Euro, bei dem iPhone X waren es 1319 Euro (256 GB) – ebenso jetzt bei dem iPhone XS. Satte 170 Euro Aufpreis verlangt Apple für 256 GB statt 64 GB Speicher.

Dass Apple die Cashcow „Speicher“ immer mehr ausschlachtet, zeigt auch das 10,5“ iPad Pro von 2017. In der Ausführung mit 256 GB Speicher kostete es ursprünglich 829 Euro. Vergangenen Herbst, mit der Veröffentlichung der neuen iPads, vergünstigte Apple den Preis des alten Modells nicht etwa. Nein, es kostet jetzt in dieser Speicherversion sogar deutlich mehr: 899 Euro!

iPad Pro 10,5 von 2017 im Test.

Man bekommt von Apple zwar meist das Beste vom Besten, zum Beispiel wirklich schnellen Speicher. Ist der Aufpreis vielleicht doch gerechtfertigt, ist der Speicher in der Produktion so teuer? Beispiel iPhone XS, mit den 170 Euro Aufpreis für den Speicher: Die Mehrkosten für das Material betragen Schätzungen zufolge für den Hersteller läppische 25 Euro. Natürlich handelt es sich immer um eine Mischkalkulation. Trotzdem lässt sich die Preistreiberei nicht mehr rechtfertigen, aktuell überspannt Apple mit der Preisgestaltung den Bogen.

Möglicher Ausweg, um die Produkte für Kunden preislich attraktiver zu gestalten, ohne den Gewinn groß zu schmälern: Auf den zweitschnellsten Speicher zurückgreifen. In der Praxis dürften die Unterschiede kaum auffallen, höchstens in Benchmark-Tests.

Samsung geht mit gutem Beispiel voran

Dass es auch anders geht, zeigt Samsung: Das Samsung Galaxy S10 kostet mit 128 GB Speicher  Alternativ bekommt man 512 GB für 1.149 Euro. Dieser Aufpreis ist ebenfalls hoch – das iPhone bietet zu diesem Preis aber gerade mal 64 GB. Das Galaxy S10e (vergleichbar mit dem iPhone XR) gibt es in Deutschland mit 128 GB . Hier im Hands On:

Samsung Galaxy S10e.

128 GB ist also die Mindestgröße bei den Galaxy-Handys. Mehr kauft eh fast keiner, und mehr braucht man auch gar nicht: Die neuen Galaxy-Smartphones besitzen immer noch einen Speicherslot, über den man den Platz für Daten schnell um 200 GB erweitern kann.

Meine Ausnahme und die Konsequenz

Von einem Apple-Produkt habe ich mich trotz gestiegener Preise im vergangenen Jahr verführen lassen: der Apple Watch Series 4. Immerhin wurde es wegen meines dünnen Handgelenks das kleinere Modell. Meine Smartwatch in Bildern:

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Unterschiede der Apple Watch Nike+ Series 4: Besser diese Smartwatch-Version wählen?

Ansonsten heißt es für mich: Selbst wenn durchaus Budget für neue Apple-Produkte im Jahr 2018 vorgesehen waren, Neukäufe mussten erst einmal warten. Egal, ob die Ursache für die hohen Preise nun teure Bauteile sind, kostenlose Fortbildungsprogramme im Apple Store, der Dollarkurs oder sonst etwas: Es würde einen faden Beigeschmack geben.

Mein privates, generalüberholtes iPhone 7 läuft gut und den Kauf eines neues iPads und Macs kann ich ebenfalls noch hinauszögern. Denn das ist Glück für mich und Apple: Die Produkte halten lange, sofern kein Unfall passiert. Somit muss ich nicht zu einem anderen Hersteller wechseln, sondern verwende die früheren Anschaffungen weiter.

Die regelmäßigen Erben meiner Technik aus dem Bekanntenkreis schielen allerdings schon zu den Konkurrenzprodukten. Denn sie brauchen langsam mal einen Ersatz für iPhone 4s und iPhone 5s. Und im günstigen Bereich bieten die Android-Geräte häufig eine attraktivere Ausstattung als ein altes, und immer noch über 300 Euro teures iPhone 6s.

Doch es gibt Hoffnung: Der Preisverfall der Straßenpreise scheint bei den iPhones langsam größer zu werden.

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